5G: Erste Frequenzen an 7 Bieter versteigert

5G: Erste Frequenzen an 7 Bieter versteigert

Sieben Bieter erhalten die ersten Nutzungsrechte in Österreich ein 5G-Mobilfunknetz zu betreiben. Neben den drei Netzbetreibern A1, T-Mobile und Drei sind vier regionale Anbieter zum Zug gekommen.

Die erste Tranche der 5G-Frequenzen ist vergeben. A1 Telekom, T-Mobile und Hutchison Drei Austra (Drei) haben im Rahmen der Auktion durchgehende Frequenznutzungsrechte für alle zwölf ausgeschriebenen Regionen Österreichs erworben. Mass Response (spusu), Liwest, Salzburg AG sowie Holding Graz haben nur bestimmte regionale Frequenzrechte für bestimmte Bundesländer erworben. Das teilte am Donnerstagfrüh die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-GmbH) mit.

Rund 188 Millionen Euro zahlen die insgesamt sieben Bieter für die ersten 5G-Frequenzen (siehe Tabelle, unten) . Sehr zur Freude für den RTR-Geschäftsführer Johannes Gungl, der noch im Herbst massiver Kritik seitens des Verkehrsminister Norbert Hofer ausgesetzt war. Der Versteigerungserlös ist um rund 138 Millionen Euro über dem von der Regierung budgetierten Erlös.

Allerdings bleibt ein Wermutstropfen: Aufgrund von Zockereien seitens diverser Anbieter wurden in der drei Wochen andauernden Auktion nicht alle der insgesamt 468 Frequenzpakete (je 39 zu 10 MHz in den zwölf Regionen Österreichs) versteigert. Nur 438 Pakete wurden von den Bietern ersteigert, auf 30 Paketen ist die RTR sitzen geblieben. Was mit den noch freien Paketen nun geschieht ist noch nicht geklärt. "Es gibt noch Spielraum", meinte RTR-Chef Gungl.

Drei und T-Mobile dürfen die Frequenzen ab Zustellung des Bescheids in gut einem Monat nutzen. A1 sowie die regionalen Bieter dürfen das ersteigerte Spektrum ab dem 1. Jänner 2020 verwenden. Mit der Installation der Sendeanlagen können die Betreiber schon früher beginnen. Die Nutzungsrechte laufen bis 31. Dezember 2039.

Bei den vergebenen Frequenzen handelt es Frequenzpakete von 100 bis140 MHz im Frequenzspektrum von 3,4 bis 3,8 GHz. Das Frequenzband 80 bis 100 MHz sieht die EU als effizienten Wert an, um breitbandige 5G-Dienste via Mobilfunk einzuführen. Dabei geht es aber um Frequenzen, die für die lokale Versorgung der neuen Mobilfunkdienste interessant sind. Die Auktion für die überregionale, großflächige Versorgung mit 5G-Mobilfunk folgt erst im Jahr 2020. Und da geht es um das Eingemachte. Bereits jetzt rechnen die Experten hoch, dass aufgrund des aktuellen Ergebnisses die lukrativeren Frequenzpakete weit teurer versteigert werden. Der Finanzminister könnte sich dabei wohl auf einen Milliardenerlös einstellen.

„Das war ein erster, sehr erfolgreicher Schritt in Richtung einer raschen Umsetzung von 5G in Österreich“, sagt Telekomregulator Gungl zur gerade abgeschlossenen 5G-Pionierband-Vergabe.

„Wir sind damit in der europäischen 5G-Spitzengruppe, was den Zeitpunkt der Vergabe, die Frequenzmenge und die Ausstattung der Betreiber angeht“, sagt Gungl.

Die erste 5G-Frequenzauktion

Bieter Entgelt (EUR)
A1 Telekom 64.345.972
T-Mobile 56.903.001
Hutchison Drei Austria 51.910.054
LIWEST 5.328.000
Salzburg AG 4.359.449
Holding Graz 2.998.100
MASS Response (spusu) 1.845.000
Summe 187.689.576

Wesentlich spannender Multibandvergabe der 5G-Frequenzen wird im Jahr 2020 im Frühjahr erfolgen. Konsultationen dazu wurden bereits im Dezember gestartet. Diese Freqeunzpakete sind für die flächendeckende Versorgung entscheidend und vor allem für die drei österreichweit agierenden Netzbetreiber A1, T-Mobile sowie Drei wettbewerbsentscheidend. Damit können die Netzbetreiber große Flächen mit dem neu zu errichtenden Mobilfunknetz versorgen. Dabei geht es um die 700, 1500 und 2.100 MHz-Frequenzen. Diese Auktion wird im Jahr 2020 durchgeführt, wie die Telekom-Regulierungsbehörde RTR heute bestätigt hat.

„Mit der heurigen 5G-Pionierband-Vergabe konnten wir die Faktoren Innovation, Wirtschaftsstandort und Wettbewerb stärken. Die Multibandvergabe im Frühjahr 2020 bringt 5G dann in die Fläche“, sagt Gungl. Er verweist dabei auch auf die aktuell schon intensiven Vorarbeiten zu dieser zweiten Vergabe.

Und auch die Mobilfunker sind bereits in den Startlöchern. Die Netzbetreiber, die in der Auktion erfolgreich waren, haben allesamt angekündigt, umgehend ihre ersten 5G-Dienste zu präsentieren.

Die ungeteilte Zufriedenheit

Das Auktionsergebnis findet bei den Netzbetreibern unterschiedlichen Anklang. Thomas Arnoldner, CEO A1 Telekom Austria Group meinte aber doch: „Wir sind zufrieden und sehen dieses Ergebnis als langfristige Investition in unser Mobilfunknetz." Während man bei A1 Telekom Austria sowie bei T-Mobile "zufrieden" mit dem Auktionsergebnis war, sieht man das Drei sehr kritisch. Die Kritik richtet sich dabei vor allem auf das Auktionsdesign sowie die daraus resultierenden Folgen wie der hohe Kaufpreis für die Nutzungsrechte sowie die Preistreiberei während der Auktion durch einige Bieter, die aber ihr Angebot zurückgezogen hatten. Drei-Chef Jan Trionow: "Wovor wir vor Auktionsbeginn ausdrücklich gewarnt haben, ist leider eingetreten. Die Schwächen des Auktionsdesigns haben dazu geführt, dass einzelne Akteure Preise in Regionen, in denen kein ernsthaftes Interesse bestand, in die Höhe getrieben haben."

Auch bei T-Mobile wird das Auktionsdesign kritisiert, wenngleich CEO Andreas Bierwirth "sehr zufrieden" ist, was die ersteigerten Frequenzpakete anbetrifft. Eine Einschränkung - "eher zufriedenstellend" - macht Bierwirth beim Kaufpreise der 5G-Pakete. Deie Preistreiberei in der Auktion hat auch Bierwirth kritisiert. Die österreichweite Versorgung mit den regionalen Frequenzpaketen stimmt den T-Mobile-Chef dennoch milde: „Durch unsere erfolgreiche Bieterstrategie konnten wir eine homogene österreichweite Frequenzausstattung sicherstellen." Der Kaufpreis sei dennoch "kein Schnäppchen, aber immerhin so viel, dass wir nun ordentlich ausbauen können", wie T-Mobile-Finanzchef Gero Niemeyer ergänzt.

Kritisch sieht Bierwirth hingegen die Tatsachen, dass nun bei der Auktion "Staatsunternehmen" mitgeboten haben: "Mit Argusausgen sehen wir, dass staatliche Unternehmen wieder in den Mobilfunkmarkt einsteigen." Grundsätzlich kein Problem sieht Bierwirth mit der neuen Konkurrenz Landesversorgern Salzburg AG oder Graz Holding, wenn es sich um einen "marktwirtschaftlichen Wettbewerb" handelt. Er sehe nur ein Problem, wenn über die entsprechenden Landeshauptleute und Kommunalpolitiker Infrastruktur- und Förderpolitik zugunsten dieser landeseigenen Regionalanbieter gemacht wird.

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