Erneuerbare Energie weltweit im Vormarsch, 2015 Rekordinvestitionen

Erneuerbare Energien sind weltweit im Vormarsch. Im Vorjahr wurden Rekorde bei den Investitionen und im Zubau bei der Stromerzeugung erreicht, geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten "Renewables 2016 Global Status Report" des Netzwerks REN21 hervor. In Entwicklungs- und Schwellenländern stiegen die Investitionen stärker als den entwickelten Ländern.

Großbnehmer von Ökostrom wurden ab einer bestimmten Menge begünstigt. Dieses Vorgehen ist laut EuGH zu selektiv.

Großbnehmer von Ökostrom wurden ab einer bestimmten Menge begünstigt. Dieses Vorgehen ist laut EuGH zu selektiv.

Der Zubau erneuerbarer Energiekapazität (inklusive Wasserkraft) verzeichnete mit plus 147 Gigawatt (GW) auf fast 1.850 GW den größten Anstieg in seiner Geschichte. Auch die Nutzung Erneuerbarer für Wärmeerzeugung und im Verkehrssektor habe zugenommen, heißt es einer Pressemitteilung. Dezentrale erneuerbare Energien verbreiteten sich rapide und würden somit helfen, die Lücke zwischen den "Energiereichen" und "Energiearmen" zu schließen. Beschäftigt seien im erneuerbaren Energiesektor 8,1 Millionen Menschen.

Die weltweit installierte Stromerzeugungskapazität aus Erneuerbaren (ohne Wasserkraft) stieg um 120 GW auf 785 GW, davon entfielen 433 (370) GW auf Windkraft, 227 (177) GW auf Photovoltaik und 106 GW auf Biomasse, geht aus dem Bericht hervor. Österreich lag bei den Sonnenkollektoren zur Warmwasseraufbereitung weltweit an achter Stelle der installierten Kapazität mit einem Anteil von 0,9 Prozent und an erster Stelle bei der installierten Kapazität pro Kopf.

Die Investitionen in Erneuerbaren-Anlagen zur Strom- und Treibstofferzeugung (ohne größere Wasserkraftwerke) stiegen um 5 Prozent auf 286 Mrd. Dollar (256,41 Mrd. Euro). Damit wurde der bisherige Rekordwert von 278,5 Mrd. Dollar aus dem Jahr 2011 übertroffen, geht aus dem Bericht hervor. Werden Investitionen in Wasserkraftanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 50 Megawatt (MW) hinzugezählt, so erreichten die Investitionen (ohne Heizung und Kühlung) zumindest 329 Mrd. Dollar.

"Das wirklich beeindruckende an diesen Ergebnissen ist, dass sie in einer Zeit erreicht wurden, als die Preise für fossile Energien einen historischen Tiefpunkt erreicht hatten und Erneuerbare Energien in Bezug auf staatliche Subventionen immer noch benachteiligt waren", so die Generalsekretärin von REN21, die Österreicherin Christine Lins, laut Pressemitteilung. Für jeden Dollar, der in Subvention von Erneuerbaren geflossen sei, seien fast 4 Dollar ausgegeben worden, "um unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu erhalten".

Für den Chef der Österreichischen Energieagentur Peter Traupmann ist das Ergebnis eine Bestätigung des bisher eingeschlagenen Weges in Richtung Energiewende: "Aus heutiger Sicht mag die Hürde für eine neue nachhaltige Energieversorgung da und dort noch hoch liegen, doch Investitionen in Erneuerbare Energien weltweit, verbunden mit einer entsprechenden Steigerung der Energieeffizienz, sind der richtige Schritt, um den begonnenen Ausstieg aus fossiler Energie fortzusetzen", so Traupmann in einer Mitteilung.

In neue Stromerzeugungskapazitäten (ohne Wasserkraftprojekte über 50 MW) flossen rund 266 Mrd. Dollar, das war das Doppelte der Investitionen in neue Gas- und Kohlekraftwerke (130 Mrd. Dollar), geht aus dem Bericht hervor. Erstmals hätten die Investitionen in Erneuerbare in Entwicklungsländern jene in den entwickelten Ländern übertroffen. In den Entwicklungs- und Schwellenländern gab es einen Anstieg um 19 Prozent auf 156 Mrd. Dollar, wobei allein auf China 103 Mrd. Dollar (+17 Prozent) entfielen. In den entwickelten Ländern sanken die Investitionen in erneuerbare Stromerzeugung um 8 Prozent auf 130 Mrd. Dollar. Dabei gab es in Europa einen Rückgang um mehr als ein Fünftel (21 Prozent) auf 48,8 Mrd. Dollar, in den USA ein Plus von 19 Prozent auf 44 Mrd. Dollar.

Der Globale Statusbericht zu Erneuerbaren Energien (Renewables Global Status Report, GSR) des internationalen Netzwerks REN21 wurde 2005 erstmals veröffentlicht. REN21 oder Renewable Energy Policy Network for the 21st Century ist ein politisches Netzwerk für Erneuerbare Energien mit Sitz in Paris und ist laut Energieagentur mit Österreich durch Generalsekretärin Lins und die österreichische Botschafterin in China, Irene Giner-Reichl (Vice Chair), verbunden.

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