Energiemanagement: schlechte Noten für die Politik [Umfrage]

trend-Umfrage: Die Österreicher sind unzufrieden mit ihren Energiepolitikern. Droht ein Gaslieferstopp auf Druck von EU-Staaten, wird ein politischer Alleingang bevorzugt.

Energiemanagement: schlechte Noten für die Politik [Umfrage]

Deutschland ist in vielen außen- und wirtschaftspolitischen Themen ein Orientierungspunkt für Österreich. Wenn es aber um einen Gaslieferstopp geht, der je nach weiterem Kriegsverlauf in der Ukraine eine Option sein kann, sind die Österreicher nicht fürs Mitschwimmen. 61 Prozent lehnen einen solchen Boykott, der auch ein Zeichen der europäischen Solidarität mit der Ukraine wäre, ab. 39 Prozent befürworten ihn. Das ist eines der Ergebnisse einer Umfrage des Linzer market-Instituts für den trend.

Überraschend: Den größten Zuspruch für einen Gleichklang mit Deutschland gibt es in Wien, die größte Ablehnung aber in Oberösterreich - dort hat sich wohl die hohe Abhängigkeit der Industrie und damit der Wirtschaftskraft des Bundeslandes von russischem Gas herumgesprochen.

Generell ist die Unsicherheit in der Beurteilung aktueller Energiepolitik groß. Das könnte auch mit der Unübersichtlichkeit zusammenhängen. Immerhin 62 Prozent befürworten die Zusammenführung der politischen Verantwortung für Energiethemen in einer Hand. Derzeit sind neben Karl Nehammer, als Kanzler in der Gesamtverantwortung, auch Klimaschutzministerin Leonore Gewessler von den Grünen sowie das Wirtschaftsministerium - jetzt unter Martin Kocher - und das Landwirtschaftsministerium - neu unter Norbert Totschnig - für energiepolitische Themen zuständig. Die beiden Letzteren etwa für Standort bzw. Rohstoffe.

So wie in der Frage der Zersplitterung trauen sich auch in der Einzelkritik der Politiker nur vier von fünf Befragten, ein Urteil abzugeben. Und dieses Urteil ist dann querdurch negativ gefärbt, "ein deutlicher Ausdruck der Unzufriedenheit", so market-Expertin Birgit Starmayr.

Die Unterschiede sind dabei nicht groß. Beim Saldo zwischen jenen, die die Energiepolitik der betreffenden Person für sehr gut befinden, und jenen, die sie für sehr schlecht halten, schneidet Gewessler noch relativ am besten ab - mit minus 19 Prozent. Am schlechtesten wird Köstinger mit einem negativen Saldo von 27 Prozent bewertet.


Die Resultate der Umfrage wurden zuerst in der trend. EDITION vom April 2022 veröffentlicht.

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