Ende im Lufthansa-Piloten-Streit: Gewerkschaft einigt sich mit Airline

Ein Bild, das nun Vergangenheit sein soll: Lufthansa-Piloten im Streik

Ein Bild, das nun Vergangenheit sein soll: Lufthansa-Piloten im Streik

Der jahrelange Konflikt der Lufthansa mit ihren Piloten, der im er wieder zu Streiks und Flugausfällen geführt hatte, ist beigelegt. Die Lufthansa und die Gewerkschaft haben Verträge unterzeichnet

Jahrelang hatten die Lufthansa und ihre Piloten gestritten und gefeilscht. Die Konfliktparteien schienen nahezu unversöhnlich zu sein. Der finanzielle Schaden und der Imageverlust, den die Lufthansa dadurch erlitten hat waren beträchtlich. Schätzungen zufolge entstanden der Airline pro Streiktag - und derer gab es in der Vergangenheit viele - Kosten bis zu 20 Millionen Euro.

Damit ist nun Schluss: Die Lufthansa hat ihren Tarifstreit mit der Pilotengewerkschaft Cockpit beigelegt. Wie die Lufthansa bekannt gab haben beide Seiten entsprechend der im März getroffenen Grundsatzeinigung nun Verträge zu allen offenen Themen unterzeichnet und damit einen "langfristigen Tariffrieden erreicht."

Unter anderem wurden neue Vereinbarungen zu Vergütungs- und Manteltarifverträgen sowie Verträge zur Alters- und Übergangsversorgung mit einer Laufzeit bis mindestens Juni 2022 geschlossen. Die Lufthansa wird damit 15 Prozent der Personalkosten im Cockpit einsparen können.

Die Lufthansa gab an, dass das auch zum Wohl der Piloten sei: So könnten nun wieder Nachwuchspiloten bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings eingestellt werden. Über über 860 Nachwuchspiloten warten zum Teil seit Jahren auf einen Arbeitsplatz im Cockpit.

"Neue Partnerschaft"

Das Paket ist auch für die auch die Vereinigung Cockpit ein Schritt hin zu einer neuen Partnerschaft. Auch wenn sie erst von den Gewerkschaftsmitgliedern in einer Urabstimmung gebilligt werden muss.

Nach der Vereinbarung sollen die rund 5.400 Flugzeugführer der Kernmarke Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings im Schnitt mit 60 und damit zwei Jahre später als bisher in den Vorruhestand wechseln können und müssen künftig selbst das Zinsrisiko ihrer Betriebsrenten tragen. Zudem wurden Gehaltssteigerungen von insgesamt 10,3 Prozent bis zum Juni 2022, eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern sowie mehr als 700 Neueinstellungen zu den Bedingungen des Konzerntarifvertrags (KTV) vereinbart.

Lufthansa hat sich verpflichtet, bis Ende 2022 mindestens 325 Flugzeuge mit KTV-Piloten zu besetzen. Diese sind tariflich bessergestellt als ihre Kollegen bei anderen Gesellschaften des Lufthansa-Konzerns.

Die Einstiegs- und möglichen Endvergütungen für die Piloten orientierten sich am vorherigen Niveau, berichtete die Lufthansa. Insgesamt sollen die Personalkosten im Cockpit aber um 15 Prozent sinken. Allein die Umstellung der Pensionszahlungen entlaste den Konzern um einen hohen dreistelligen Millionenbetrag.

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