Eloop - Grüne Mobilität auf Abruf

Das Wiener Start-up ELOOP bietet emissionsfreies Carsharing in Österreich an. Mit 200 Teslas wollen die Gründer den Bewohnern von Großstädten wie Wien oder München grüne Mobilität ermöglichen.

LEROY HOFER, ELOOP-CEO, UND ELISABETH MÜLLER, CITY MANAGERIN. Die Teslas, die das Start-up seinen 35.000 Nutzern zur Verfügung stellt, sind entweder über Token finanziert oder gehören Partnern wie "Drei".

LEROY HOFER, ELOOP-CEO, UND ELISABETH MÜLLER, CITY MANAGERIN. Die Teslas, die das Start-up seinen 35.000 Nutzern zur Verfügung stellt, sind entweder über Token finanziert oder gehören Partnern wie "Drei".

Auf die Idee, einen Carsharing- Anbieter zu gründen, kam Leroy Hofer während eines Urlaubs in Kapstadt. "Es war absolut krass, dort einen Parkplatz zu bekommen", erinnert sich Hofer. In Wien, wo er damals in einer Wohngemeinschaft am viel befahrenen Gürtel wohnte, war die Situation nur unwesentlich besser. Hinzu kam der Feinstaub, der regelmäßig in seiner Wohnung landete. Sowie das CO2-Thema, das ihn grundsätzlich beschäftigte. Zusammen mit Nico Prugger gründete Hofer dann 2017 Eloop, einen komplett emissionsfreien Carsharing-Anbieter.

Heute, nur vier Jahre später, besteht die Eloop-Flotte aus 200 E-Autos der Marke Tesla - und eröffnet den 35.000 registrierten Nutzern die Möglichkeit der grünen Mobilität: "Durch unsere Flotte leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, indem wir in Summe 350 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen helfen", sagt CEO Hofer.

Das grüne Geschäftsmodell und das innovative Eloop-Gründerteam haben auch die hochkarätig besetzte Jury der Climate Impact Challenge überzeugt, die das Start-up zum Sieger in der Kategorie Mobilität gekürt hat. "Mobilität muss neu gedacht werden, und Carsharing ist dabei ein zentrales Element", sagt etwa der ehemalige MAK-Direktor Christoph Thun-Hohenstein, Leiter der Vienna Biennale for Change: "Eloop halte ich in diesem Zusammenhang für ein gut aufgezogenes Produkt, das an den richtigen Stellschrauben dreht."

Finanzierungsrunde

Aktuell gibt es Eloop ausschließlich in Wien. Mit dem Geld aus der Anfang des Jahres abgeschlossenen, nicht näher bezifferten siebenstelligen Finanzierungsrunde, an der sich die Grazer C&P Immobilien sowie der Europäische Super Angels Club (betrieben von Venionaire und KPMG) beteiligt haben, soll die weitere Expansion vorangetrieben werden. Aktuell werden Mitarbeiter und Manager für den neuen Standort in München rekrutiert, wo man im Laufe des nächsten Jahres starten will.

Die klassische, von Investoren verabreichte Finanzspritze ergänzt eine alternative Finanzierungsform, mit der Eloop zuletzt für Schlagzeilen gesorgt hat. So sammelte das Start-up über zeitlich begrenzte Token-Verkäufe Geld ein, um damit einige Teslas anzuschaffen. Das Besondere an diesem Modell: Die Token-Inhaber partizipieren an den Fahrtumsätzen der mitfinanzierten E-Autos. Aus Sicht von Leroy ist damit gewährleistet, dass es sich bei Eloop um "echtes Carsharing" handelt.

"Eloop bietet mit seiner Idee einen doppelten Anreiz dafür, mehr Nutzer pro Auto zu transportieren und damit in Summe Abgase zu verringern", sagt Jurymitglied Marc Olefs, Abteilungsleiter Klimaforschung der ZAMG. Und Monika Mörth, Geschäftsführerin des Umweltbundesamtes, betont: "Das Besondere an Eloop ist das Konzept, das beste der verschiedenen Carsharing-Modelle in einem Produkt zu vereinen."

Vorbild Flixbus

Bis dato ist die Token-Finanzierung aber noch ein Nischenmodell, das sich aber zunehmender Beliebtheit erfreuen könnte. "Sehr viele Leute wollen nachhaltig investieren, wir bieten ihnen über die Token eine innovative Möglichkeit an", sagt Elisabeth Müller, Eloop City Managerin für Wien.

Für den Großteil der 200 Autos bediente sich das Start-up aber eines anderen Modells. Als Vorbild diente hier Flixbus. "Der Mobilitätsplattform gehört lediglich ein einziger Bus. Die anderen werden über Partner zur Verfügung gestellt", sagt Leroy. Der große Vorteil der dezentralen Beschaffung: hohe Investitionen für den Kauf der Fahrzeuge werden vermieden.

Ein Mobilitätspartner von Eloop ist etwas der Mobilfunker Drei, der dem Start-up einige Teslas für den Carsharing-Fuhrpark zur Verfügung stellt. Im Gegenzug erhalten die Unternehmen etwa Fahrtguthaben für ihre Mitarbeiter. Aber nicht jedes Unternehmen muss Eloop Fahrzeuge überlassen, um als Nutzer auftreten zu können. "Vor Kurzem haben wir unsere Business-Accounts gelauncht", sagt Hofer. Rund 100 Unternehmen können sich jetzt freischalten lassen und ihren Mitarbeitern so den Zugang zu den emissionsfreien Eloop-Autos ermöglichen. Die Nachfrage ist so groß, dass Müller und Leroy damit rechnen, die mit der aktuellen Flotte bewältigbare Anzahl an neuen Firmenkunden schon bald erreicht zu haben. "In Zukunft wird es so sein, dass wir jedes Jahr weitere Business-Accounts freischalten", kündigt Müller an - und deutet damit an, dass die Eloop-E-Flotte weiter wachsen soll. Entsprechend der Vision, den Bewohnern einer Großstadt emissionsfreie Mobilität auf Abruf zu ermöglichen.

Take Aways
  • ELOOP Gründung 2017 von Leroy Hofer, Nico Prugger; Sitz in Wien; aktuell 20 Mitarbeiter.
  • Tätigkeitsfeld: E-Carsharing-Flotte mit 200 Teslas Modell 3; Erster Carsharing-Anbieter mit Token-Verkauf
  • Expansion: Roll-out in Deutschland mit Start in München 2022 geplant
  • Investoren: unter anderem C&P Immobilien, European Super Angels Club (ESAC)
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