Elektroautos in Deutschland: Wunsch und Wirklichkeit

Elektroautos in Deutschland: Wunsch und Wirklichkeit

Die deutsche Regierung hat sich auf die Fahnen geschrieben, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen. Mehr Fahrzeuge, die mit Strom statt mit Benzin oder Diesel fahren und deshalb kein Kohlendioxid (CO2) ausstoßen, sollen helfen, die Klimaziele zu erreichen. Jetzt soll eine Förderung die bisher geringe Nachfrage ankurbeln. Nachfolgend wichtige Fakten zu Elektroautos:

WEIT UNTER PLAN

Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes gab es zu Jahresbeginn 25.500 reine Elektroautos - eine verschwindend geringe Zahl angesichts von rund 45 Millionen Pkw auf den Straßen. Mehr Verbreitung finden Autos mit Hybridantrieb - also einem Verbrennungsmotor, der mit einem Elektromotor gekoppelt ist. Hierbei wird der Kraftstoffverbrauch nur reduziert, das Auto bläst also immer noch das Treibhausgas CO2 in die Luft. Zu Jahresbeginn waren rund 130.000 Hybrid-Autos in Deutschland unterwegs.

Nach einer Prognose der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) wird das Millionenziel 2020 verfehlt. Ohne Förderung wäre dann erst eine halbe Million Elektroautos auf den Straßen.

DAS ANGEBOT IST DA...

Die deutschen Hersteller haben in den vergangenen Jahren nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie 14 Mrd. Euro in die Elektromobilität investiert. Ende 2015 waren mehr als 40 Modelle auf dem Markt, davon rund 30 Modelle von deutschen Herstellern. Insbesondere die Nachfrage nach Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen ist in Deutschland gestiegen.

...ABER NICHT ATTRAKTIV

Elektroautos haben noch immer Nachteile, die Käufer abschrecken: Mit einer Batterieladung fährt ein Wagen deutlich weniger als 200 Kilometer, ein Auto mit Verbrennungsmotor kommt mit einer Tankfüllung mehr als doppelt so weit. Elektroautos sind wegen der hohen Batteriekosten außerdem deutlich teurer: So kostet zum Beispiel die Mercedes B-Klasse mit rund 39.000 Euro fast 13.000 Euro mehr als die Basisversion mit Benzinmotor. Zulieferer und Autobauer arbeiten daran, die Elektroautos billiger zu machen. So will der Zulieferer Bosch bis zum Ende des Jahrzehnts die Reichweite der Batterien gegenüber 2014 verdoppeln und die Kosten gleichzeitig halbieren.

Ein Schwachpunkt ist auch das Laden: Die Stecker sind europaweit zwar einheitlich, doch es gibt noch immer zu wenige Ladestellen in Deutschland, und das Laden dauert noch viel länger als Sprit tanken. Ende 2015 gab es 5.700 öffentliche Ladepunkte, davon 150 zum schnellen Laden. Der Betreiber Autobahn Tank & Rast GmbH hat zugesagt, alle seiner rund 400 eigenen Raststätten an Autobahnen mit Schnell-Ladesäulen auszustatten.

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