Eier-Skandal: Verdacht in Österreich, EU beruft Krisensitzung ein

Eier-Skandal: Verdacht in Österreich, EU beruft Krisensitzung ein

Der Skandal um die mit dem Insektengift Fipronil belasteten Eier hat auch Österreich erreicht. Die oberösterreichische Lebensmittelaufsicht hat eine Rückrufaktion für eine Charge aus den Niederlanden importierte Eier veranlasst. Die EU hat anlässlich des Skandals, von dem mittlerweile zwölf Staaten betroffen sind, eine Krisensitzung einberufen

Die Lebensmittelaufsicht Oberösterreich hat bestätigt, dass nun auch in Österreich verdächtige Eier aufgetaucht sind, die mit dem Insektizid Fipronil verseucht sein dürften. Zwei Großhändler haben gekochte und geschälte Eier aus den Niederlanden an heimische Gastronomen verkauft, die aus Chargen stammen, für die in Deutschland eine Warnung gilt.

Mehrere Hundert Kilo dieser gekochten und geschälten Eier dürften nach Österreich gelangt sein. Eine Rückholaktion ist angelaufen, die belieferten Abnehmer wurden verständigt und Proben an die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) nach Wien geschickt.

Die Experten der AGES beschwichtigen indessen: Fipronil ist dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand zufolge weder krebserregend noch erbgutschädigend. Bei den Mengen Fipronil, die bisher in Eiern gefunden wurden, sei zudem von keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung für Menschen auszugehen. Gehe man von dem höchsten in einem Ei gemessenen Wert aus, so wäre eine tägliche Aufnahmemenge von sieben Eiern für Erwachsene bzw. ein Ei für ein Kind mit zehn Kilogramm Körpergewicht tolerierbar. Heimische Frischeier, die in den Supermärkten verkauft werden, sind zudem nicht betroffen.


Wissen

Fipronil

  • Tiermedizin Es wirkt schnell und lang anhaltend gegen Parasiten wie Flöhe, Läuse, Zecken und Milben und wird in der Tiermedizin unter anderem zum Schutz von Hunden und Katzen verwendet. Lebensmittel liefernde Tiere dürfen damit nicht behandelt werden.
  • Schädlingsbekämpfung Im Bereich der Schädlingsbekämpfung wird Fipronil in Form von Granulaten oder Gelen gegen Ameisen und Kakerlaken verwendet
  • Pflanzenschutz Als Pflanzenschutzmittel darf Fipronil ausschließlich zur Saatgutbehandlung verwendet werden. Die dafür im Jahr 2007 erteilte EU-Zulassung läuft per 31. Juli 2018 aus. In Frankreich gilt bereits seit 2004 wieder ein Verkaufsverbot für Pflanzenschutzmitttel mit dem Inhaltsstoff Fipronil, da die Vermutung besteht, dass es Honigbienen belastet.
  • Mensch Beim Menschen kann Fipronil neurotoxisch wirken und in höheren Dosen zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen bis hin zu Lähmungserscheinungen führen. Es gilt weder als krebserregend noch als erbgutschädigend

Krisensitzung der EU

EU Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis hat anlässlich des Skandals, der mittlerweile zwölf EU-Länder betrifft, eine Krisensitzung einberufen. Der Hintergrund des Fipronil-Skandals dürfte sein, dass in Belgien ein für die Nutztierhaltung zugelassenes Desinfektionsmittel mit Fipronil gemischt wurde. Das Mittel wurde in der Folge in zahlreichen Ställen in den Niederlanden eingesetzt und ist so in die Eier gelangt. Millionen belastete Eier wurden nach Deutschland und von dort auch weiter in andere Länder verkauft. Das deutsche Landwirtschaftsministerium geht inzwischen von rund 10,7 Millionen möglicherweise belasteten Eiern in Deutschland aus.

In Rumänien wurde eine Tonne mit Fipronil belastetes Flüssig-Eigelb aus Deutschland entdeckt. In der Slowakei stießen die Lebensmittelbehörden in einem Lagerhaus auf mehr als 20 Paletten belastete hartgekochte Eier. In Dänemark gelangten rund 20 Tonnen Fipronil-Eier in Cafes, Kantinen und zu Catering-Unternehmen.

EU-Mitgliedstaaten machen einander mittlerweile schwere Vorwürfe: Belgien wirft den Niederlanden vor, erste Hinweise über den Einsatz von Fipronil in Hühnerställen Ende 2016 nicht weitergegeben zu haben, Der deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt kritisierte das Krisenmanagement Belgiens und der Niederlande. Die Informationen seien zu langsam und zu spärlich geflossen.

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