Der neue Chef für die Voest steht fest: Herbert Eibensteiner

In der Aufsichtsratssitzung der voestalpine sind die Entscheidungen zur Nachfolge an der Spitze des Technologie- und Industriegüterkonzerns gefallen: Herbert Eibensteiner wird am 3. Juli 2019 den Vorstandsvorsitz von Wolfgang Eder übernehmen.

Der neue Chef für die Voest steht fest: Herbert Eibensteiner

Neuer Big-Boss bei der voestalpine ab Juli 2019: Herbert Eibensteiner

Der Nachfolger von voestalpine-Konzernchef Wolfgang Eder steht fest. Herbert Eibensteiner wird am 3. Juli 2019 den Vorstandsvorsitz von Wolfgang Eder übernehmen. Der Diplomingenieur ist seit 2012 im Vorstand der voestalpine und hat internationale Management- und Konzernerfahrung, nicht zuletzt als Chef zweier Konzerndivisionen. Er kennt damit das Unternehmen und ihre Branchen bestens. „Wir betrachten es als unsere Pflicht, rechtzeitig die Nachfolgeplanung auf Schiene zu bringen und haben mit Bedauern die Entscheidung von Herrn Eder, nicht noch einmal als CEO zur Verfügung zu stehen, zur Kenntnis genommen. Aus diesem Grund haben wir mögliche Kandidaten geprüft und mit Herbert Eibensteiner einen exzellenten Nachfolger gefunden,“ so Joachim Lemppenau, Aufsichtsratsvorsitzender der voestalpine. Die Verträge des übrigen Vorstandsteams wurden um weitere fünf Jahre bis 31. März 2024 verlängert.

Eder könnte Aufsichtsratsvorsitzender werden

Eder soll in den Aufsichtsrat gewählt werden. Er könnte dann, nach einer zweijährigen „Cooling-off-Periode“, vom langjährigen Vorsitzenden Joachim Lemppenau den Aufsichtsratsvorsitz übernehmen.

Eibensteiner wird ab Juli 2019 neuer Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG

„Eibensteiner ist bereits seit 30 Jahren im Konzern tätig ist und an der jüngeren Erfolgsgeschichte maßgeblich beteiligt war. Es freut mich, dass es nach einer intensiven Diskussion im Aufsichtsrat mit Eibensteiner zu einer internen Lösung kommt. Ob Eibensteiner die Steel Division neben dem Vorstandsvorsitz in Personalunion weiterführt, wird im laufenden Geschäftsjahr geklärt. Die heutige Größe des Konzerns wird aber eine solche Doppelfunktion auf Dauer nicht zulassen“, erklärt Lemppenau.

Der designierte CEO Herbert Eibensteiner, 54 Jahre, freut sich über die kommenden Aufgaben. „Die voestalpine ist ein großartiges Unternehmen, das sich durch Innovationsgeist, Leistungskraft und die Begeisterung seiner Belegschaft auszeichnet. Sie hat sich sehr erfolgreich in Richtung globaler Technologie- und Industriegüterkonzern mit einer einzigartigen Stahlbasis entwickelt. Wir verfügen heute über 51.600 topausgebildete und motivierte Mitarbeiter, 500 Standorte in 50 Ländern auf allen Kontinenten, Schlüsseltechnologien in allen Segmenten und die weltweit anspruchsvollsten Kunden, die uns jeden Tag fordern. Ich bedanke mich bei Wolfgang Eder für die 15 Jahre erfolgreiche Führung in teils schwierigen Zeiten in denen der Konzern eine völlig neue Dimension erreicht hat, aber vor allem auch für das dem Vorstandsteam immer entgegengebrachte Vertrauen. Aber zuerst freue ich mich auf zwölf gemeinsame Monate um eine gute Übergabe sicherzustellen.“

Konzernkarriere bis zum CEO

Herbert Eibensteiner ist ein hochqualifizierter und erfahrener Manager, der 1963 in Linz geboren wurde. Er blickt auf eine lange und internationale Karriere zurück, ist seit 1989 bei voestalpine tätig und kennt das Geschäft daher umfassend und im Detail. Er ist seit 2012 Mitglied des Vorstands der voestalpine AG und leitet darüber hinaus seit Oktober 2014 mit der Steel Division auch die umsatzstärkste Division des Konzerns. Eibensteiner beendete 1988 das Studium Maschinenbau/Betriebswissenschaft an der Technischen Universität Wien, trat 1989 als Betriebsingenieur für Instandhaltung in den voestalpine-Konzern ein und bekleidete von 1993 bis 2000 Führungspositionen in den Bereichen Instandhaltung Kaltwalzwerke, Qualitätsmanagement, Arbeitssicherheit und Umweltschutz. Von 2000 bis 2014 hielt Eibensteiner mehrere Führungspositionen in der Metal Forming Division und war zuletzt als Vorstandsmitglied der voestalpine AG für die Gesamtleitung der Division verantwortlich. Bereits während seiner Managementfunktion in der Metal Forming Division war er auch maßgeblich an der forcierten Internationalisierung des Segments Automotive beteiligt.

Eibensteiner leitet modernstes Stahlwerk in den USA

Als Chef der auf High-Tech-Flachstahlprodukte ausgerichteten Steel Division – er war da bereits der Nachfolge von Eder – gelang mit der Eröffnung der Direktreduktionsanlage im texanischen Corpus Christi (USA) 2016 ein weiterer Baustein in der Umsetzung der internationalen Wachstumsstrategie des Konzerns. Das modernste Werk seiner Art sichert durch die Versorgung mit höchstwertigem Vormaterial für die Stahlerzeugung auch die österreichischen voestalpine-Standorte langfristig ab. Wichtige Impulse setzte Eibensteiner in den letzten Jahren auch am Hauptsitz der Steel Division in Linz, wo seit 2014 über eine Milliarde Euro investiert wurde. Derzeit wird beispielsweise mit der Erneuerung des Hochofens A, der Inbetriebnahme einer neuen Stranggussanlage sowie dem Bau einer Wasserstoffpilotanlage die technologische Basis für die nächsten Jahre des Standortes gelegt. Eibensteiner ist seit 2014 auch einer der Vizepräsidenten des europäischen Stahlverbandes „Eurofer“.

Über Eder "Bemerkenswerter Führungsstil"

Mit dem Auslaufen seines Vertrages 2019 wird Wolfgang Eder mehr als 41 Jahre im Konzern – davon 24 Jahre im Vorstand – gearbeitet haben und 15 Jahre an der Spitze der voestalpine gestanden sein. „Unter Wolfgang Eders Führung hat sich der voestalpine-Konzern von einem österreichischen Stahlunternehmen zu einem globalen Technologie- und Industriegüterkonzern entwickelt und seinen Umsatz von ursprünglich rund vier Milliarden Euro seither mehr als verdreifacht. Eder hat mit dem Börsengang und der Privatisierung des ehemaligen ‚Flaggschiffs der Verstaatlichten Industrie Österreichs‘ den wohl prägendsten Einschnitt der Konzerngeschichte gemacht und die strategische Neuausrichtung mit einem bemerkenswerten Führungssstil umgesetzt“, so Lemppenau.

Aufsichtsrat steht hinter Eder

Lemppenau, Jahrgang 1942 und seit 1999 im voestalpine-Aufsichtsrat, hat auch betreffend seiner Zukunft eine Entscheidung getroffen. „Ich sehe 2021 den geeigneten Zeitpunkt gekommen, die Leitung des Aufsichtsrats der voestalpine AG nach 17 Jahren abzugeben. Ich freue mich sehr, dass Wolfgang Eder in der Hauptversammlung 2019 für den Aufsichtsrat kandidieren wird und sich auch bereit erklärt hat, bei erfolgreicher Wahl und Zustimmung seiner zukünftigen Kollegen den Aufsichtsratsvorsitz zwei Jahre später zu übernehmen. Der gesamte Aufsichtsrat trägt diese Überlegungen mit.“

Verlängerung der Vorstandsmandate bis 2024

Der Aufsichtsrat der voestalpine AG hat heute auch alle weiteren Vorstandsmandate der bestehenden Mitglieder um fünf Jahre verlängert. Damit werden Franz Kainersdorfer, Robert Ottel, Franz Rotter und Peter Schwab ihre Verantwortungsbereiche für eine weitere Funktionsperiode bis 31. März 2024 unverändert weiterführen. Franz Kainersdorfer, geboren in Leoben, wechselte 2011 in den Vorstand der voestalpine AG und ist Leiter der Metal Engineering Division. Der aus Wien stammende CFO Robert Ottel wurde 2004 zum Mitglied des Vorstands der voestalpine AG bestellt und steuert seit 2005 das Ressort Finanzen. Der Steirer Franz Rotter gehört dem Vorstandsgremium ebenfalls seit 2011 an und ist für die High Performance Metals Division verantwortlich. Peter Schwab wurde 2014 zum Mitglied des Vorstands der voestalpine AG bestellt und seither leitet der gebürtige Oberösterreicher die Metal Forming Division des Konzerns.

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