Ederer-Ablöse als ÖBB-Chef-Aufseherin noch offen

ÖBB-Aufsichtsratspräsidentin und Ex-Siemens Österreich Generaldirektorin Brigitte Ederer

Brigitte Ederer hat noch einen Vertrag mit einer Laufzeit von zwei Jahren. Verkehrsminister Hofer will die Top-Managerin feuern.

Verkehrs- und Infrastrukturminister Norbert Hofer will unbedingt die längjährige ÖBB-Aufsichtsratchefin und Ex-Siemens-Vorstand Brigitte Ederer feuern. Arnold Schiefer soll die Nachfolge antreten. FPÖ-Sympathisant Schiefer, Mitglied einer als rechtsextrem-nationalistisch geltenden Burschenschaft, steht Gewehr bei Fuß.

Wien. Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) hatte zuletzt mehrfach über die Medien ausrichten lassen, dass Brigitte Ederer als Aufsichtsratschefin der ÖBB nicht die Person seines Vertrauens ist. Hofer will die langjährige Top-Managerin bei Siemens in Österreich und Deutschland sowie davor SPÖ-Mandaterin, so schnell wie möglich loswerden. Der von der konservativ/rechtsnationalen ÖVP-FPÖ-Regierung proklamierte "Neue Stil" bringt somit eine Umfärbung von Top-Managementpositionen mit sich.

Doch das könnte doch etwas länger dauern, als es sich Hofer und seine FPÖ-Freunde vorgestellt haben. Und das wird zudem den Steuerzahler viel Geld kosten. Denn das Umfärben des Aufsichtsrats der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) könnte noch dauern. "Über den genauen Zeitplan wird erst entschieden", sagte Hofers Sprecher Volker Höferl am Donnerstag auf Anfrage zur APA. Ederer und Hofer hätten sich vorgestern über den Wechsel verständigt.

Ederers Mandat läuft allerdings noch zwei Jahre, auch wenn Hofer schon jetzt auf eine Veränderung drängt. Der Termin der nächsten ÖBB-Hauptversammlung steht noch nicht fest. Routinemäßig findet jedes Jahr nach der Bilanz eine HV statt. Die Bilanz der Staatsbahn wird erfahrungsgemäß Ende April gelegt. Sollte Ederer schon vorher abgelöst werden, müsste eine Sonder-Hauptversammlung einberufen werden. Außer: Ederer würde von sich aus zurücktreten, wovon freilich nach den Ankündigungen Hofers, dass er Ederer schnell loswerden will, nun nicht mehr auszugehen ist.

Schlagender Rechtsaußen auf der Bahn

Kandidat für Ederere Nachfolge soll Arnold Schiefer sein. Es soll der ÖBB-Aufsichtsratschefin an der Spitze nachfolgen. Schiefer war schon Mitarbeiter von FPÖ-Verkehrsministerin Monika Forstinger und auch Vorstand der ÖBB Rail Cargo. Er sitzt seit 2015 im Vorstand der staatlichen Abbaufirma Heta, die aus der Kärntner Pleitebank Hypo Alpe Adria hervorgegangen ist. 2013 war Schiefer kurze Zeit Chef des später pleitegegangenen Salzburger Baukonzerns Alpine.

Schiefer ist Mitglied der schlagenden Burschenschaft Teutonia, die vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes als rechtsextrem eingestuft wird. Hofer selbst ist Mitglied der umstrittenen Marko-Germania Pinkafeld.

Bei der teilstaatlichen Post, Telekom Austria, OMV und Verbund ist der Zeitplan ähnlich, die Hauptversammlungen (HV) finden alle im Frühling statt. Sollten die neuen Minister auch hier personelle Wechsel anstreben, müssten sie also auf die reguläre HV warten - oder vorher Sonder-HVs durchführen.

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