Erste Group will Ungarn-Deal bis Mitte Juni abschließen

Erste Group will Ungarn-Deal bis Mitte Juni abschließen

Das Direktorium der Osteuropa-Bank EBRD hat dem geplanten Erwerb eines 15-Prozent-Anteils an der Erste Bank Ungarn zugestimmt. Die Erste Group will den Ungarn-Deal, der einen Schlussstrich unter die jahrelangen Kontroversen mit der ungarischen Regierung zieht, noch vor 14. Juni unterzeichnen.

Die Erste Group möchte den geplanten Verkauf von 30 Prozent ihres Ungarn-Geschäftes noch vor Mitte Juni unter Dach und Fach bringen. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir den Deal vor dem 14. Juni unterzeichnen", sagte Konzernchef Andreas Treichl am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. An diesem Datum findet im Zuge der Fußball-Europameisterschaft ein Spiel der österreichischen Nationalmannschaft gegen Ungarn statt. Der Aufsichtsrat der EBRD hat dem Deal nun zugestimmt. Von der ungarischen Regierung war vorerst keine Stellungnahme zu erhalten. Zuletzt hatte Ungarns Wirtschaftsminister Mihaly Varga jedoch Sorgen geschürt, dass der Deal möglicherweise noch platzen könnte.

Im Februar 2015 wurde in einer Absichtserklärung vereinbart, dass sich die europäische Entwicklungsbank EBRD und der ungarische Staat mit jeweils bis zu 15 Prozent an der Ungarn-Tochter des Sparkassen-Spitzeninstituts beteiligen. Im Gegenzug kündigte die ungarische Regierung an, die Bankensteuer ab 2016 in mehreren Schritten zu senken. Ursprünglich sollte das Geschäft noch im Vorjahr abgeschlossen werden. Welchen Preis die neuen Eigentümer zahlen, ist noch immer offen.

Deal mit Orban - Ende der Kontroversen

Mit dem Abschluss des Geschäfts könnte die österreichische Bank endgültig einen Schlussstrich unter die jahrelangen Kontroversen mit der ungarischen Regierung ziehen. Sie schrieb - so wie viele ihrer Konkurrenten - seit vielen Jahren Verluste in dem osteuropäischen Land. Grund dafür waren die vergleichsweise hohen Bankensteuern sowie Zwangsmaßnahme bei umstrittenen Fremdwährungskrediten. Im ersten Quartal schrieb die Erste Group in Ungarn einen Verlust von 200.00 Euro.

Insgesamt ist die Bank mit einem Gewinnsprung ins neue Jahr gestartet. Dank deutlich niedrigerer Risikovorsorgen kletterte der Nettogewinn um mehr als 21 Prozent auf 274,7 Millionen Euro. Die Erste Group, die inklusive dem Heimatmarkt in sieben Ländern tätig ist, ist der drittgrößte Kreditgeber in Osteuropa. Erstmals seit Ende 2009 sank der Bestand an faulen Krediten auf unter neun Milliarden Euro beziehungsweise auf 6,7 Prozent des Bruttokreditbestands. Die Risikovorsorgen schrumpften auf 56,4 Millionen Euro von 183,1 Millionen. Dies liegt unter anderem an der Auflösung von hohen Vorsorgen in Rumänien und Ungarn.

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