Do & Co muss den Gürtel etwas enger schnallen

Do & Co muss den Gürtel etwas enger schnallen

Keine neuen Rekorde gibt es bei Do & Co zu vermelden. Attila Dogudans Cateringunternehmen liegt im ersten Quartal 2017/18 deutlich hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Unter anderem drücken Einsparungen der Airlines und Ausfälle beim Event-Catering das Ergebnis.

Attila Dogudan hatte schon bessere Jahre. Damals etwa, als ihn sein Freund Niki Lauda zum Caterer für seine Fluglinie "Niki" bestellte. Oder als er 2015 von der European Business Press zum "Manager des Jahres" gewählt wurde.

Im Geschäftsjahr 2017/2018, über dessen erstes Quartal Dogudan nun Bilanz zog, war dagegen unter anderem der Ärger mit dem Café Griensteidl in Wien, der Ende Juni zu dessen Schließung führte. Die Airline "Niki" trägt nur noch den gleichen Namen wie Lauda, ist aber mittlerweile zur Gänze unter der Kontrolle der Scheichs aus Abu Dhabi und nur noch ein Schatten ihrer selbst: Die in Wien stationierte Flotte wurde von 22 auf fünf Flugzeuge reduziert. Zusätzlich trifft Dogudan, dass für die Niki-Passagiere mittlerweile im Flugpreis keine Bordmenüs mehr integriert sind. Jeder Happen muss an Bord gekauft werden. Was kaum jemand macht und schlecht für das Geschäft von Do & Co ist. Das Sonder-Geschäft Fußballeuropameisterschaft - 2016 besserte die EURO in Frankreich die Bilanz auf - gab es 2017 auch nicht. Hinzu kam noch die Abwertung der Türkischen Lira, die das Ergebnis weiter drückt: Durch den Wertverlust der türkischen Lira gegenüber dem Euro steht in der DO & CO Konzerngewinn- und Verlustrechnung ein Umsatzrückgang von gut 24 Prozent

Auch vor den anderen Zahlen steht ein Minus: Im ersten Quartal 2017/2018 wurde ein Umsatz von 219,95 Millionen Euro erzielt, 13,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Das EBITDA liegt bei 18,75 Millionen (VJ: EUR 22,95), die EBITDA-Marge beträgt bei 8,5 Prozent (VJ: 9,0), das konsolidierte Betriebsergebnis (EBIT) bei 10,99 Millionen und liegt damit um 3,45 Millionen Euro unter dem Vorjahr.

Do & Co ist zwar nach wie vor gut im Geschäft - etwa in der Formel 1, wo die VIP-Gäste seit Jahren von dem Unternehmen verköstigt werden oder in der UEFA Champions League, wo Do & Co beim Finale in Cardiff für die VIP-Verpflegung sorgte. Im neuen Geschäftsjahr musste aber eben etwas kleinere Brötchen gebacken werden. Das spiegelt sich auch in den Mitarbeiterzahlen wider, die von 10.093 auf 9.575 gesunken ist. Do & Co schafft es sogar, ein Plus zu errechnen: Bereinigt um "Sondereffekte" würde der Konzernumsatz nicht bei 219,95 Millionen Euro, sondern bei 267,6 Millionen Euro liegen liegen und wäre somit gegenüber dem Vorjahr um rund fünf Prozent gestiegen.

Ausblick

Do & Co lässt sich von den Rückgängen nicht entmutigen. Das Management sieht das Unternehmen weiter gut auf Kurs. Die Expansion soll weiter vorangetrieben werden, auch in der Türkei, wo weiter investiert werden soll.

Das Geschäft soll um Gourmetküchen erweitert werden. Am 1. September wird die erste dieser Küchen in Los Angeles eröffnen. Erstkunde im Bereich Airline Catering wird Emirates. Danach folgt Cathay Pacific mit täglich drei bis vier Flügen täglich von Los Angeles nach Hong Kong. Die nächste Gourmetküche entsteht bis Jahresende in Paris. Dort sollen in der Folge Delikatessen für Hédiard und frische Gourmetmenüs für Premium Airlines produziert werden.

In Österreich interessiert sich Do & Co weiter auch für die Bordverpflegung bei den Österreichische Bundesbahnen (ÖBB) und den Austrian Airlines (AUA). Beide Unternehmen haben ihre Bordverpflegung neu ausgeschrieben, Do & Co hat sich als aktueller Caterer wieder beworben.

An der Börse hat Do & Co ein durchwachsenes Jahr hinter sich. Im April 2016 notierte die Aktie (ISIN AT0000818802) noch bei 107 Euro, danach folgte aber eine deutliche Korrektur nach unten. Aktuell pendelt das Papier bei 60 Euro (Stand 17.8.2017: 60,52 Euro). Mit einer deutlichen Bewegung nach oben ist angesichts der neuen Quartalsbilanz in den kommenden Monaten eher nicht zu rechnen.

Do & Co Akite (ISIN AT0000818802); 2-Jahres-Entwicklung; Kurs vom 17.8.2017: 60,99 €. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Do & Co Akite (ISIN AT0000818802); 2-Jahres-Entwicklung; Kurs vom 17.8.2017: 60,99 €. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Brigitte Ederer

Wirtschaft

Brigitte Ederer: "Als Lehrbeispiel einen harten Brexit durchführen"

Investor und Immobilientycoon René Benko (Aufnahme aus 2016)

Wirtschaft

Signa Prime Selection: Millionen für René Benko und Aktionäre

Auto & Mobilität

Strengere Abgastests sorgen für Boom bei Neuwagenkauf