Disney, Google oder Salesforce: Wer will Twitter kaufen?

Nachrichtendienst Twitter wird mit Anfragen von NSA und anderen Geheimdiensten überhäuft. Jetzt fürchten man um die User und klagt.

Nachrichtendienst Twitter wird mit Anfragen von NSA und anderen Geheimdiensten überhäuft. Jetzt fürchten man um die User und klagt.

Es werden Gerüchte lauter, laut denen der Entertainment-Konzern Disney den Kurznachrichtendienst Twitter kaufen will. Auch die Google-Mutter Alphabet und der CRM-Experte Salesforce waren zuletzt als Käufer im Gespräch. Das Problem: Twitter hat noch nie einen Gewinn geschrieben, und das Wachstum der Nutzerzahlen lässt massiv nach.

Der US-Medienriese Disney erwägt einem Bericht zufolge, den Internetdienst Twitter zu kaufen. Der Konzern habe einen Finanzberater engagiert, der das Geschäft prüfen solle, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise. Twitter steckt seit Längerem in der Krise - Gerüchte über einen Verkauf gibt es schon seit Monaten.

Disney reagierte am Montag nicht auf Nachfragen zu dem Bloomberg-Bericht. Zwischen dem Konzern und dem Kurznachrichtendienst gibt es eine personelle Verbindung: Twitter-Mitgründer und -Chef Jack Dorsey sitzt im Disney-Verwaltungsrat.

Auch Google und Salesforce als mögliche Käufer

Die Übernahmegerüchte um Twitter hatten am Freitag Fahrt aufgenommen. Der US-Nachrichtensender CNBC berichtete, der Verkauf stehe kurz bevor. Interessenten seien unter anderem die Google-Mutter Alphabet und der Cloud-Anbieter Salesforce. Auch der Technologieriese Microsoft und der Telekommunikationskonzern Verizon wurden als mögliche Käufer genannt. Die Twitter-Aktie legte am Freitag mehr als 20 Prozent zu.

Die auf die Technologiebranche spezialisierte Nachrichtenseite Recode berichtete zuletzt, Twitter wolle bis zu 30 Milliarden Dollar als Kaufpreis. An der Börse ist Twitter allerdings nur 20 Milliarden Dollar wert, Konkurrent Facebook kommt im Vergleich dazu auf eine Marktkapitalisierung von knapp 360 Milliarden Dollar. Analyst Rob Enderle von der Enderle Group zeigt sich daher skeptisch in Bezug auf den anvisierten Kaufpreis: "Das Problem ist, jemanden zu finden, der tatsächlich Geld für sie bezahlen will, sagt er: "Schließlich sind sie nicht profitabel."

Der Internetdienst, der dieses Jahr seinen sechsten Geburtstag feierte, hat noch nie Gewinn gemacht. Die Nutzerzahlen steigen zudem mittlerweile nur noch langsam. Während Twitter etwa bei Journalisten, Aktivisten und Prominenten von Musik bis Sport sehr beliebt ist, hapert es weiterhin an der Verankerung in der breiten Bevölkerung.

Service: Details zu Twitters Finanzzahlen finden Sie auf der IR-Seite des Unternehmens unter diesem Link.

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