Digitalisierung: WKO greift KMU unter die Arme

Vorwärts in die Zukunft: Staatssekretär Harald Mahrer und WKO-Chef Christoph Leitl steuern in Richtung Digital-Offensive.

Vorwärts in die Zukunft: Staatssekretär Harald Mahrer und WKO-Chef Christoph Leitl steuern in Richtung Digital-Offensive.

Die Wirtschaftskammer präsentiert ein umfassendes Förderprogramm für Klein- und Mittelunternehmer. Digitalisierung soll als Chance wahrgenommen werden, nicht als Bedrohung, betont WKO-Präsident Christoph Leitl. Staatssekretär Harald Mahrer allerdings warnt: Schaffe man den Sprung ins digitale Zeitalter nicht, könne man sich gleich „ein Leichentuch umhängen.“

„Fürchtet euch nicht!“ Mit diesen beschwichtigenden Worten eröffnete WKO – Präsident Christoph Leitl die Präsentation der neuesten Digitalisierungs-Offensive für Klein- und Mittelbetriebe. Gemeinsam mit Staatssekretär Harald Mahrer legte Leitl den digitalen Förderplan der Wirtschaftskammer dar - in einer passenden Location, der Wiener Virtual Reality Lounge "Vrei". Laut Leitl sei es höchste Eisenbahn dafür: In neun von zehn Unternehmen soll die Bedeutung digitaler Technologien in den kommenden fünf Jahren steigen.

Leitl bemühte sich durchwegs, Ängste zu nehmen. Digitalisierung sei gerade für Klein- und Mittelbetriebe nicht nur Bedrohung, sondern eine „Riesenchance, mit den Großen mitzuhalten.“ Damit möglichst viele Unternehmerinnen und Unternehmer diese Chance ergreifen, beginnt ab sofort das optimistisch betitelte „Erfolgsprogramm für den Mittelstand“ oder einfach „KMU.digital“, Laufzeit zwei Jahre, aufgeteilt in drei Schritte.

Drei-Schritte-Programm

Der erste Schritt, sowie laut Mahrer „Kernelement“ des Programms, ist die Bewusstseinsbildung. Auf branchen- und themenspezifischen Veranstaltungen, sowie am E-Day und während der TELEFIT-Raodshow, sollen Chancen der Digitalisierung zelebriert werden; außerdem informiert das Portal www.kmu-digital.at über Beratung, Förderung und Weiterbildung.

Im zweiten Schritt folgt konkrete Unterstützung. Erst einmal sollen sich Unternehmen auf digitales Potential abklopfen lassen, einerseits via Online-Selbsttest, andererseits mit persönlichem Berater (ab Herbst 2017 buchbar). Beides ist kostenlos. Die so gefundenen Umsetzungsstrategien werden zur Hälfte von der WKO gezahlt, begleitet von Experten. So sollen u.a. Online-Marketing, IT-Sicherheit und Produktionsprozesse ins 21. Jahrhundert geholt werden. Zu 50 Prozent gefördert werden ab dem Frühling auch die Weiterbildung von Personal und Unternehmensberater. Letztere können sich ein eigenes KMU-Online-Beratungszertifikat erarbeiten.

Als dritten Schritt kündigten Leitl und Mahrer einen österreichischen Digital Innovation Hub an, unter Schirmherrschaft der FFG (Forschungs-Förderungsgesellschaft). Der Innovation Hub berät und vernetzt digital agierende KMU. Dafür werden 3,3 Millionen Euro aus dem österreichischen Budget und weitere Mittel aus dem insgesamt 500 Millionen Euro schweren EU-Fördertopf „Strategien für den digitalen Binnenmarkt zur Verfügung stehen. Die Ausschreibung für den Innovation Hub startet Anfang Juni.

Auf die Frage, ob es nicht dennoch Unternehmer geben wird, die von Digitalisierung nichts wissen wollen und die WKO-Unterstützung links liegen lassen, antwortete Mahrer gelassen: „Die nicht wollen, oder nicht können, wollen wir nicht zwangsbeglücken. Das würde nicht unserer Philosophie entsprechen.“ Er zeichnet allerdings ein düsteres Bild für jene, die den Schritt in die Digitalisierung versäumen: Sollte Österreich nicht aufholen, beispielsweise beim Ausbau der Glasfasernetze oder in Bildung (Stichwort Programmier- statt Fremdsprachen), dann „können wir uns ein Leichentuch umhängen und zum Friedhof marschieren.“

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