Digitalisierung im Einkauf: Es fehlt an der Planung und am Geld

Digitalisierung im Einkauf: Es fehlt an der Planung und am Geld

Digitalisierung und Industrie 4.0 werden das Supply Chain Management und das E-Procurement revolutionieren.

Die österreichischen Einkaufschefs haben die Zeichen der Zeit erkannt. Digitalisierung und Industrie 4.0 werden, eine hohe Relevanz für ihr Geschäft haben und das Procurement und das Supply Chain Management die Prozesse entscheidend verändern. Um sich darauf vorbereiten zu können fehlt es allerdings oft am Geld.

Die Digitalisierung und die fortschreitende Umsetzung von Industrie 4.0 Prozessen machen auch vor dem Einkauf und den damit verbundenen Supply Chain Management Ketten nicht Halt. Dessen sind sich die österreichischen Einkaufschefs bewusst. Zwei Drittel der im Rahmen der vom Forum Einkauf in Österreich durchgeführten Gehaltsstudie Österreich befragten Manager gaben an, dass die Prozesse in den kommenden Jahren eine hohe bis sehr hohe Relevanz auch für ihre Einkaufs- und Supply-Chain-Management-Abteilungen haben werden.

Als wichtigste Herausforderung haben mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Befragten angegeben, dass die Rollen und Zuständigkeiten der Mitarbeiter neu definiert werden müssen. Zwei von drei Einkaufschefs sehen bei strategischen (65 Prozent) und operativen (68 Prozent) Einkäufern deutlichen Veränderungsbedarf. Pläne dazu haben allerdings erst ein Viertel in der Schublade. Ebenso fehlt es am Geld, sich auf die kommenden Herausforderungen vorzubereiten. Mehr als die Hälfte gab an, dass sie dafür kein Budget haben.

Dabei sehen die Chefeinkäufer (Chief Procurement Officers oder CPOs) deutliche Chancen für ihre Abteilungen in der Digitalisierung, etwa durch die bessere Vernetzung mit Lieferanten, schnellere Prozessgeschwindigkeiten, hohe Datentransparenz oder die Senkung von Prozesskosten. Doch oft mangelt es an den Kompetenzen, um diese Potenziale auch heben zu können. Jeder vierte CPO beurteilt das dafür notwendige Know-How in den eigenen Abteilungen als gering, sechs Prozent sogar als sehr gering. Weniger als die Hälfte (39 Prozent) der Unternehmen sehen sich im Mittelfeld.

Lücken im System

„Die Einkaufsleiter haben die Lücke zwischen der Realisierung kommender Chancen und faktisch vorhandenem Know-how erkannt“, sagt Studienleiter Stephan Penning. Doch Jeder Dritte (37 %) fühlt sich noch unsicher. Man werde aber „alles Notwendige tun, um das Thema zu verstehen und zu gestalten“ ist der Tenor der Antworten. Eine entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen stehen daher in vielen Fällen an. "Entscheidend für die Veränderungsfähigkeit der Einkaufsabteilungen ist, dass die Führungskräfte ihren Mitarbeitern die Dringlichkeit neuer Rollenbilder und damit des Erlernens neuer Kompetenzen und Inhalte deutlich machen" betont Penning. Man müsse den Mitarbeitern die Folgen, die ein Verharren am aktuellen Stand haben kann, klar machen.

Fast die Hälfte der Einkaufsabteilungen (44 Prozent) haben dafür aber noch keinen Plan, um die Abteilung zu entwickeln und die Mitarbeiter weiterzubilden. Ähnlich sieht es bei den Budgets aus. Die Hälfte hat bisher keinerlei Budget, um sich auf die Digitalisierung vorzubereiten. Die Neudefinition von Rollen und Zuständigkeiten wird in den Prozessen als die größte Herausforderung gesehen, gefolgt von der Motivation zur Veränderungsbereitschaft und der gezielten Weiterbildung in Fragen der Digitalisierung.

Penning warnt daher: "Hier ein Training, dort eine Weiterbildung wird nicht zur Einkaufsabteilung 4.0 führen. Vielmehr muss die gesamte Organisation einschließlich ihrer Führungskultur, ihrer Strukturen und Kernprozesse auf den Prüfstand gestellt werden.“

Digitalisierung und Industrie 4.0 sei ein komplexer, mehrstufiger und langfristig ablaufender Change-Prozess, den es zu steuern gelte. Einkaufsabteilungen, die rechtzeitig Initiativen setzen werden, so Penning, die Vorreiter sein und den Benchmark setzen: „Das wird sich maßgeblich auf die Rolle und Wahrnehmung des Einkaufs im Gesamtunternehmen auswirken.“


Über die Studie:
Die hier Daten wurden im Rahmen der Einkäufer-Gehaltsstudie 2016 in Österreich vom Forum Einkauf im ÖPWZ und der Personal- und Change-Management-Beratung Penning Consulting erhoben. Die Untersuchung wurde im November/Dezember 2015 mit Geschäftsführern, Einkaufsleitern und Einkäufern in Österreich durchgeführt.

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