DFB fordert von Beckenbauer-Freund 6,7 Millionen Euro

DFB fordert von Beckenbauer-Freund 6,7 Millionen Euro

Freunde im Geiste einer gemeinsamen Sache: Ex-FIFA-Präsident Joseph Blatter, Franz Beckenbauer und Fedor Radmann hatten große Pläne für ein Kulturprogramm zur Fußball-WM 2006 in Deutschland, dsa es nie gegeben hat.

Der Deutsche Fußball Bund (DFB) hat Schwierigkeiten herauszufinden, wo die 6,7 Millionen Euro gelandet sind, die angeblich auf ein Konto an den Weltfußballverband FIFA geflossen sind. Nur wurde das Geld bis heuer nicht gefunden. Nun wird Anzeige erstattet. Einfacher Grund: Die jetzigen DFB-Chefs wollen eine Verjährung von Ansprüchen verhindern. Auch Franz Beckenbauer soll vom DFB eine Rechnung bekommen.

Berlin. In der Affäre um die Fußball-WM 2006 in Deutschland fordert der Deutsche Fußball-Bund (DFB) der "Bild"-Zeitung zufolge von Fedor Radmann, dem früheren Vizepräsidenten des Organisationskomitees, die Zahlung von 6,7 Millionen Euro. Der Vertraute des einstigen OK-Chefs Franz Beckenbauer soll den Betrag demnach innerhalb von 20 Tagen an den Verband überweisen.

Auch Franz Beckenbauer hat nach Angaben seines langjährigen Vertrauten Radmann in der WM-Affäre die Zahlungsaufforderung über 6,7 Millionen Euro vom DFB erhalten. Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger, sein Nachfolger Wolfgang Niersbach, der über die Affäre gestolpert ist und im November 2015 zurückgetreten ist, sowie der ehemalige DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt hätten ebenso vom ihrem Ex-Arbeitgeber eine Rechnung erhalten. "Mir ist bekannt, dass das jeder bekommen soll oder schon bekommen hat (...). Alle. Also, das heißt: Beckenbauer, Zwanziger, Niersbach, Schmidt und ich", sagte Radmann am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Beckenbauer-Freund Radmann erklärte, er habe der Aufforderung widersprochen. Nun sei der Deutsche Fußball-Bund am Zug.

Diese Summe hatte der DFB vor der Weltmeisterschaft 2006 auf ein Konto des Weltverbandes (FIFA) überwiesen. Angeblich sollte das Geld zur Rückzahlung eines Darlehens des früheren Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus verwendet werden. Wohin es tatsächlich floss, ist bisher nicht geklärt. Ein Betrag in ähnlicher Höhe wurde einst für ein Kulturprogramm budgetiert, das im Vorfeld der Fußball-WM 2006 veranstaltet werden sollte. Das Kulturprogramm, das unter der Ägide des Wiener Künstlers André Heller bereits geplant war, wurde jedoch ersatzlos gestrichen.

Mit dem Vorgehen gegen Radmann unternimmt der DFB einen weiteren Schritt, um einen möglichen finanziellen Schaden in der Affäre vom Verband fernzuhalten. "Es geht also auch in diesem Fall darum, Rechtspositionen zu erhalten. In der Schweiz geschieht dies durch das sogenannte Betreibungsverfahren, durch das eine Verjährung von Ansprüchen verhindert wird. Die dazu notwendigen Schritte haben wir fristgerecht eingeleitet", zitierte die "Bild" einen DFB-Sprecher.

Zuvor hatte der DFB Güteanträge bei der Öffentlichen Rechtsauskunft- und Vergleichsstelle in Hamburg eingereicht, um den Anspruch auf möglichen Schadensersatz in Millionenhöhe zu wahren. Die Ansprüche richten sich neben Beckenbauer und Radmann auch gegen die ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach, Ex-DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt, den Testamentsvollstrecker von Robert Louis-Dreyfus sowie die FIFA.

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