Deutscher Wohungskonzern Vonovia greift sich Wiener conwert

Deutscher Wohungskonzern Vonovia greift sich Wiener conwert

Der deutsche Immobilienkonzern Vonovia sicherte sich 71,5 Prozent der Aktien an der Wiener conwert. Die Nachfrist zur Annahme des Kaufangebotes läuft noch bis 23. März 2017. Vonovia lässt sich die Übernahme rund 2,7 Milliarden Euro kosten.

Die größte deutsche Immobiliengesellschaft Vonovia hat bei der Übernahme der österreichischen conwert Immobilien Invest SE einen Riesenschritt vorwärts gemacht. Das Übernahmeangebot Vonovia (ISIN DE000A1ML7J1) für die börsennotierte conwert (ISIN AT0000697750) wurde erfolgreich angenommen.

Mit einem Transaktionsvolumen von knapp drei Milliarden Euro und einem Equity Value von 1,65 Milliarden Euro ist dies die größte Übernahme im Jahr 2016 sowohl an der Wiener Börse, als auch eines börsennotierten Immobilienunternehmens in Europa.

Am Montag, den 19.12.2016, endete die Annahmefrist für das Übernahmeangebot der Vonovia an die conwert-Aktionäre. Die erforderliche Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus eine Aktie wurde weit überschritten und das Angebot daher erfolgreich angenommen. Vonovia konnte somit ihr Ziel, sich eine Aktienmehrheit an conwert zu sichern, erreichen. Die Deutschen sicherten sich bereits 71,54 Prozent an dem Wiener Immobilienkonzern.

Die Abwicklung des Angebots für die bereits angedienten Aktien soll Mitte Jänner 2017 stattfinden. Aktionäre, die ihre Aktien in der Nachfrist hergeben, erhalten die Gegenleistung voraussichtlich Anfang April 2017.

Mit 23. Dezember startet eine dreimonatige Nachfrist bis zum 23. März 2017. Bis dahin können conwert-Aktionäre, die das Angebot bisher noch nicht angenommen haben, ihre Anteile noch zu gleichen Konditionen abgeben.

Rechtsberatung durch Freshfields Bruckhaus Deringer

Vonovia legte dazu nach österreichischem Übernahmerecht ein Übernahmeangebot mit Tausch- und Baralternative. In Österreich war dies erst das zweite veröffentlichte Angebot mit Tauschalternative; beide Male wurden die Bieter von Freshfields beraten.

Im Rahmen der grenzüberschreitenden komplexen Transaktion waren die börse- und übernahmerechtlichen Vorschriften in Österreich und Deutschland als auch in den USA zu beachten.

Federführend wurde das Projekt seitens Freshfields Bruckhaus Deringer von Rechtsanwalt Thomas Zottl sowie von einem Team aus Stephan Pachinger, Claus Staringer, Ludwig Hartenau, Eva Hickl Maria Dreher Tatjana Krutzler, Noel Zamani, Victoria Bazil und Sebastian Schwab abgewickelt.

Conwert stark in Deutschland

Der conwert-Bestand, der rund 24.500 Wohnungen umfasst, verteilt sich überwiegend auf deutsche Städte wie Leipzig und Berlin. In Wien gehören dem österreichischen Immobilienkonzern nur etwa 2.400 Wohnungen. Vonovia ist deutlich größer: Das Unternehmen verwaltet rund 400.000 Wohnungen und ist damit der größte private Vermieter Deutschlands.

Vor Vonovia hatte bereits die Deutsche Wohnen AG versucht, die conwert zu schlucken. Allerdings scheiterte sie vor gut eineinhalb Jahren an dem Vorhaben. Sie wollte ebenfalls mindestens 50 Prozent der Anteile. Für die conwert-Aktionäre hat sich das Warten gelohnt. Denn damals waren nur 11,50 Euro je Aktie geboten. Derzeit notiert die conwert-Aktie an der Börse bei 16,30 Euro.

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