Deutscher Ex-Kanzler Schröder in den Rosneft-Aufsichtsrat gewählt

Deutscher Ex-Kanzler Schröder in den Rosneft-Aufsichtsrat gewählt

Genosse Gerhard Schröder bekommt für den Aufsichtsratsposten Rosen gestreut von Rosneft-Konzern-Chef Igor Setschin.

Gerhard Schröder, deutscher Ex-Kanzler und Vorgänger von Angela Merkel, soll künftig auch die Führung im Aufsichtsrat des größten russichen Ölkonzerns Rosneft übernehmen. Das Engagement des Ex-SPD-Parteivorsitzenden hat zuletzt im Wahlkampf für viel Zündstoff gesorgt.

St. Petersburg Der frühere deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist laut Agentur Interfax in den Aufsichtsrat des größten russischen Ölkonzerns Rosneft gewählt worden. Schröder soll nun auch zum Vorsitzenden des Kontrollorgans gewählt werden. Allerdings soll der Posten nur mit wenig Vollmachten ausgestattet sein.

Schröder sei ein Politiker, der "regelmäßig die strategische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland verteidigt" habe, sagte Konzernchef Igor Setschin am Freitag auf der Aktionärsversammlung von Rosneft in St. Petersburg. Schröders Engagement für Rosneft werde "die Beziehungen unserer Länder beleben".

Die Aktionärsversammlung ist somit dem Vorschlag des Konzernchef Setschin gefolgt und hat ihn als unabhängiges Mitglied in das Führungsgremium gewählt. Der frühere Kanzler verfüge über "erhebliche Erfahrung" und "einzigartige Kompetenz", sagte Setschin. Der Eintritt des Altkanzlers in den Aufsichtsrat werde "zur Entwicklung unserer internationalen Aktivitäten beitragen".

Eine politische Funktion

Nachdem Einmarsch der Russen auf der Krim und der Annexion der zur Ukraine gehörenden Halbinsel war Rosenft im Jahr 2014 auf die Sanktionsliste gesetzt worden. Danach war das Verhältnis von Angela Merkel zu Russlands Präsident Waldimr Putin abgefühlt. Rosneft-Chef Setschin ist ein enger Vertrauter Putins und hat somit erstklassige Verbindung zum Kreml. Über Setschin und Schröder soll das Verhältnis zwischen Moskau und Berlin wieder belebt werden.

In Deutschland wird Schröders Einzug in die Konzernspitze vielfach kritisiert. Dem Ex-Kanzler wird vorgeworfen, sich von Präsident Wladimir Putin vereinnahmen zu lassen.

Vor und während dem Bundestagswahlkampf 2017 in Deutschland war Schröder vor allem von CDU-Politikern wegen seinem Engagement bei Rosneft heftig attackiert worden. So hat CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen in einem Interview des deutschen TV-Senders ZDF Schröder direkt wegen seinem Engagement für den Konzern angegriffen: "Dass er sich dafür hergibt, ist zutiefst kritikwürdig." Rosneft sei ein "zentraler Baustein im Machtsystem" des russischen Präsidenten Putin, mit dem Schröder seit langem befreundet ist. Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete Schröders Vorgehen deshalb als "nicht in Ordnung".

Schröder selbst verteidigt sein Engagement in der russischen Wirtschaft. Aus seiner Sicht sei es nicht vernünftig, "unseren größten Nachbarn Russland ökonomisch und politisch zu isolieren."

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