Deutsche Ökonomen: Unternehmen sollten höhere Löhne zahlen

Deutsche Ökonomen: Unternehmen sollten höhere Löhne zahlen

Höhere Löhne helfen die Wirtschaft anzuburbeln. Die Ökonomne fordern daher eine Steigerung der Löhne, um nach dem Brexit die Inlandsnachfrage anzuburbeln - auf Basis der Arbeitskosten, die minimal über österreichischen liegen.

Berlin. Trotz deutlicher Tarifsteigerungen in den vergangenen Jahren gibt es bei den Löhnen in Deutschland noch Luft nach oben. Das schließt das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) aus einem europaweiten Vergleich der Lohn- und Arbeitskosten.

Mit Sozialbeiträgen, Ausbildungskosten und Steuern kostete eine Arbeitsstunde in der Privatwirtschaft die Unternehmen im Jahr 2015 demnach im Schnitt 32,70 Euro. Das sind 2,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. "Das ist eine gute Entwicklung", sagte der Direktor des Instituts der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, Gustav Horn. In der EU liege Deutschland damit wie im Vorjahr auf Platz acht.

Die Arbeitskosten in der Privatwirtschaft liegen in Österreich mit 32,6 Euro je Stunde über dem Schnitt der Euroländer von 29,5 Euro bzw. von 25,6 Euro in den 28 EU-Staaten.

Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln hatte sich dagegen kürzlich beunruhigt über die steigenden Lohnkosten geäußert. Die Produktivität steige langsamer, deshalb drohten Wettbewerbsnachteile.

IMK-Direktor Gustav Horn verwies auf weltwirtschaftliche Unsicherheiten, etwa in Folge des angekündigten Austritts Großbritanniens aus der EU. "Wenn man durch diese Gefahren unbeschadet durchkommen will, braucht man eine kräftige Binnennachfrage." In Deutschland müssten die Löhne noch über mehrere Jahre stärker steigen als im Durchschnitt des Euroraums. Damit werde auch der sehr langsame Anstieg nach der Jahrtausendwende ausgeglichen.

EU-weit am höchsten sind die Arbeitskosten laut der Studie in Dänemark mit 43 Euro pro Stunde. Von den großen Industrieländern ist Frankreich (35,70 Euro) teurer als Deutschland, das Vereinigte Königreich (29,10 Euro) und Italien (28,70 Euro) sind hingegen günstiger.

Das IMK hält Lohnsteigerungen von jährlich knapp drei Prozent für sinnvoll, um Produktivitätsgewinne zu belohnen und die von der EU angestrebte durchschnittliche Preissteigerung von zwei Prozent zu erreichen. "Wir sind dabei auf einem guten Weg, aber wir haben das Ziel noch nicht erreicht", sagte Horn.

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