Deutsche Elektroindustrie wittert Milliardenchancen im Iran

Deutsche Elektroindustrie wittert Milliardenchancen im Iran

Durch den Wegfall von Sanktionen gegen den Iran winken der deutschen Industrie Milliardenaufträge. Zahlreiche Firmen bringen sich in Stellung. Italine hat bereits mit dem Iran 17 Abkommen abgeschlossen.

Frankfurt. Die deutsche Elektroindustrie erhofft sich nach dem Wegfall von Sanktionen Milliardengeschäfte im Iran. "Das Potenzial im Iran für unsere Branche ist sehr groß", betonte der Chefvolkswirt des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) Andreas Gontermann am Dienstag.

Lege man den gleichen prozentualen Anteil an den Gesamtexporten zugrunde wie Anfang der 1990er-Jahre, seien Umsätze von drei bis vier Milliarden Euro möglich, sagte Gontermann. Damals gab es noch keine Sanktionen gegen die Islamische Republik.

Doch die EU-Länder müssen sich sputen. Der iranische Präsident Hassan Ruhani fürht eine Mission von Politikern und Wirtschaftsbossen des Irans an. In Rom wurde er vom italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi empfangen.

Bereits am ersten Tag der viertägigen Reise wurden 17 Abkommen geschlossen, hauptsächlich in den Sektoren Energie, Luft- und Bahnverkehr, Gesundheit und Landwirtschaft.

Unter anderem vereinbarte Ruhanis Delegation mit der Eni-Tochter Saipem den Bau einer 2.000 Kilometer langen Gaspipeline für 4,5 Mrd. Euro, mit dem Stahlkonzern wurde eine Kooperation im Umfang von 2 Mrd. Euro ausgearbeitet.

Die italienische Staatsbahn will zudem den Iran bei der Modernisierung des Bahnnetzes unterstützen und eine Hochgeschwindigkeitslinie von Teheran in die südlich gelegene Stadt Ghom bauen. Die Fluglinie Alitalia kündigte an, ihre Verbindungen nach Teheran aufzustocken.

Die USA und die Europäische Union hatten Mitte Jänner Sanktionen gegen den Iran aufgehoben, nachdem die Internationale Atomenergiebehörde dem Land bescheinigt hatte, Verpflichtungen des Atom-Abkommens erfüllt zu haben.

Nun kann der Staat mit seinen 80 Millionen Einwohnern und einer Wirtschaftskraft von mehr als 400 Mrd. Dollar (370 Mrd. Euro) aus der wirtschaftlichen Isolation ausbrechen. Zahlreiche Firmen weltweit bringen sich dafür in Stellung. Doch insbesondere Banken, ohne die kein Handel mit dem Iran funktioniert, sind noch vorsichtig.

Für die gesamte Branche in Deutschland erwartet der ZVEI für dieses Jahr leichte Zuwächse. Der Umsatz werde voraussichtlich um zwei Prozent auf rund 182 Mrd. Euro steigen, erklärte Gontermann. 2015 setzten die Elektrofirmen 178 Mrd. Euro um, ein Plus von gut einem halben Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Die Elektroindustrie ist mit 853.000 Beschäftigten der zweitgrößte industrielle Arbeitgeber in Deutschland.

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