Deutsche Bank: Eschelbeck folgt Löscher nach

Deutsche Bank: Eschelbeck folgt Löscher nach

Gerhard Eschelbeck soll im Mai erstmals in den Aufsichtsrat bei der Deutschen Bank einziehen.

Die Deutsche Bank baut den Aufsichtsrat um: Ex-Siemens CEO Peter Löscher tritt ab. Der Villacher soll von dem Oberösterreicher Gerhard Eschelbeck abgelöst werden, der beim Suchmaschinenkonzern Google Sicherheitschef ist. Damit sind drei Österreicher im Aufsichtsrat der deutschen Großbank.

Ein Österreicher geht, zwei kommen und einer führt - bei der Deutschen Bank kommt Bewegung in den Aufsichtsrat. Zur Hauptversammlung am 18. Mai stehen zwei Österreicher als neue Kandidaten für das 20 Mitglieder zählende Aufsichtsratsgremium des deutschen Geldhauses zur Wahl. Die Wahl der beiden Neuen durch die Aktionäre dürfte eine reie Formsache sein.

Google-Sicherheitschef Gerhard Eschelbeck soll dem Österreicher und Ex-Siemens-Chef Peter Löscher nachfolgen. Wie bereits vom trend im Februar berichtet, wird Alexander Schütz, ein Vertreter des neuen chinesischen Großaktionärs HNA, ebenfalls in das Gremium einziehen.

"Wir freuen uns, dass ein weiterer Ankerinvestor auf den langfristigen Erfolg der Deutschen Bank setzt", erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende Paul Achleitner. Schütz ist Gründer und Vorstand des Vermögensverwalters C-Quadrat. C-Quadrat verwaltet die Deutsche-Bank-Aktien der HNA-Gruppe.

Der chinesische Mischkonzern war Mitte Februar bei der Deutschen Bank mit gut drei Prozent als neuer Großaktionär eingestiegen - und hat eine moderate Erhöhung der Anteile nicht ausgeschlossen. Schütz übernimmt das Mandat von Klaus Rüdiger Trützschler, der turnusgemäß ausscheidet.

Der Google-Mann aus Oberösterreich

Der 52jährige Computerwissenschaftler Eschelbeck zählt weltweit zu den Top-Experten für Internet- und Unternehmenssicherheit. Er hat an der Universität Linz promoviert und habilitiert. Der aus Oberösterreich gebürtige Eschelbeck ist seit dem Jahr 2014 bei Google, wo er zum Sicherheitschef ernannt wurde. Er leitet das Security & Privacy Team von Google mit seinen rund 600 Mitarbeitern.

Eschelbeck zog es bereits 1996 in die USA, nachdem ein von ihm und seinem Linzer Team entwickelte Sicherheitssoftware vom damaligen Security-Software-Spezilisten McAffe übernommen wurde. Er wurde damals ins Management von McAffe berufen, das später von Network Associates übernommen wurde.

Im Jahr 2001 wechselte er zu dem ebenso im Silicon Valley ansässigen Netzwerksecurity-Spezialisten Qualys. 2006 ging er zu Webroot, wo er ebenso als CTO fast sechs Jahre bei der im US-Bundesstaat Colorado ansässigen Company tätig war. Im Oktober 2012 zpg es ihn nach Großbritannien zu Sophos, ehe er 2014 wieder in die USA zurückkehrte und seither Sicherheitschef von Google ist.

Eschelbeck ersetzt Ex-Siemens-CEO Löscher, der Mitte der Woche seinen Rückzug aus dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank bekanntgegeben hatte. Löscher wird in der Hauptversammlung am 18. Mai nicht mehr für eine Wiederwahl kandidieren.

Achleitner selbst wurde wie erwartet vom Aufsichtsrat für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren nominiert. Der ehemalige Allianz-Vorstand war 2012 parallel zur einstigen Doppelspitze Anshu Jain und Jürgen Fitschen oberster Kontrolleur der Deutschen Bank geworden.


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