Deutsche Bank setzt auch in Deutschland den Rotstift an

Vorstandschef Christian Sewing will die Deutsche Bank vorerst alleine voranbringen. Erneuten Fusionsgesprächen teilt er eine klare Absage.

Deutsche Bank setzt auch in Deutschland den Rotstift an

Frankfurt. Beim geplanten Umbau der Deutschen Bank sollen auch in Deutschland in nennenswertem Umfang Arbeitsplätze gestrichen werden. "Natürlich wird auch in Deutschland eine substanzielle Zahl an Stellen wegfallen", sagte Vorstandschef Christian Sewing dem "Handelsblatt" (Freitag). Wie viele es sein werden, sagte er nicht.

"Dabei ist allerdings wichtig zu wissen, dass der schon zuvor geplante Abbau im Zuge der Integration der Postbank bereits in der Gesamtzahl enthalten ist", fügte Sewing hinzu. Wie die Deutsche Bank am Sonntag mitgeteilt hatte, will sie bis zum Ende des Jahres 2022 weltweit rund 18.000 von zuletzt rund 91.000 Vollzeitstellen streichen. Eine Zahl für Deutschland nannte das Kreditinstitut nicht. Die Deutsche Bank will sich unter anderem aus dem Aktienhandelsgeschäft zurückziehen.

In New York will die Deutsche Bank in den kommenden Monaten 126 Mitarbeiter abbauen. Die Angestellten müssten das Geldhaus aus wirtschaftlichen Gründen verlassen, geht aus einer Mitteilung der Bank an den Staat New York hervor. Ihr letzter Arbeitstag sei zwischen dem 7. August und dem 21. August. Per Ende 2018 beschäftigte die Deutsche Bank laut Jahresbericht 9.275 Mitarbeiter in Nordamerika.

Nachdem ein Zusammengehen mit der Commerzbank nicht für sinnvoll erachtet wurde, will Sewing die Deutsche Bank erst einmal alleine voranbringen: "Es bringt nichts, jetzt über einen dritten oder vierten Fusionsanlauf mit der Commerzbank zu sprechen. Wir haben uns für diesen Alleingang entschlossen, jetzt lassen Sie uns bitte erst mal machen", sagte er. "Wenn es dann zu einer Konsolidierung kommen sollte, fände ich europäische Zusammenschlüsse logischer als nationale. Aber das ist Zukunftsmusik", sagte Sewing.

Beim angestrebten internen Kulturwandel sieht Sewing die Bank längst nicht am Ziel. "Wir als Führungskräfte müssen aufmerksam bleiben. Denn es passieren immer noch Dinge, die uns nicht gefallen können. Da müssen wir sofort eingreifen und gegensteuern", sagte er.

Sewing sprach einen Vorfall zu Wochenbeginn im Londoner Hauptquartier der Deutschen Bank an: "Mir fehlt jegliches Verständnis dafür, dass in unserer Niederlassung in London am Montag jemand Schneider bestellt hat, um Maßanzüge auszumessen", sagte Sewing. "Am gleichen Tag mussten wir vielen Mitarbeitern im Aktienhandel sagen, dass sie gehen müssen, weil wir ihre Abteilung schließen." Dass jemand an so einem Tag einen Schneider kommen lasse, sei respektlos. "Dieses Verhalten steht in keiner Weise im Einklang mit unseren Werten", ergänzte der Vorstandschef.

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