Deutsche Bank-Chef Cryan vor der Ablösung

Deutsche Bank-Boss John Cryan gehört zu jenen Bankern, deren Institut, die an den Rand ihrer Existenz getrieben werden, nachdem dieses wie andere Kunden mit faulen Papieren massenhaft um ihr Geld gebracht haben.

Kippt John Cryan aus dem Chefsessel bei der Deutschen Bank?

Feuer am Dach bei der Deutsche Bank: CEO John Cryan und Aufsichtsratschef Paul Achleitner haben Zores. Laut "Times" wird bereits ein Nachfolger für Cryan gesucht. Der Aktienkurs ist auf Talfahrt.

Frankfurt. Die Deutsche Bank kommt nicht zur Ruhe. Zu den schlechten Ergebnissen unter anderem auch infolge von Milliarden schwerne Rechtsstreitereien kommt nun auch eine Diskussion um die Ablösung des derzeitigen Vorstandschefs und CEO John Cryan.

Die Beziehung zwischen Cryan und dem aus Österreich stammenden Aufsichtsratschef Paul Achleitner sei zerrüttet, schreibt die "Times". Cryan wolle die Bank radikaler umbauen, vor allem das Kapitalmarktgeschäft. Und da spießen sich offenbar die Vorstellungen von Aufsichtsrat und dem Chef des deutschen Bankhauses. Das Verhältnis zwischen CEO Cryan und dem Kontrollgremium ist bereits seit einigen Monaten belastet. Spannungen zwischen den beiden Topbankern soll es zuletzt gegeben haben, als es um den Hauptaktionär HNA aus China ging.

Die Suche nach dem Cryan-Nachfolger soll laut "Times" bereits im Gang sein. Allerdings mit keinem Erfolg. Die Kontrolleure haben sich gerade eine Absage geholt. Der Europa-Chef der Wall-Street-Bank Goldman Sachs, Richard Gnodde, soll abgewunken haben, berichtet die britische Zeitung ohne Quellenangabe.

Vier Kandidaten - eine Absage

Neben dem Goldman-Topmanager Gnodde seien der Chef der italienischen Großbank UniCredit, Jean Pierre Mustier, und der Chef der britischen Großbank Standard Chartered, Bill Winters, als mögliche Nachfolger für Cryan erwogen worden, schrieb die "Times". Intern gelte der fürs Kapitalmarktgeschäft zuständige Co-Vize Marcus Schenck als starker Kandidat.

Eine Sprecherin der Deutschen Bank kommentierte den Bericht auf Nachfrage nicht. Cryans Vertrag läuft noch bis 2020.

Cryan hatte Mitte 2015 das Ruder bei der Deutschen Bank übernommen. Er baut das von teuren Rechtsstreitigkeiten schwer in Mitleidenschaft genommene Institut seitdem um. Unter Investoren war zuletzt aber der Frust über die langsamen Fortschritte bei der Neuaufstellung gewachsen. So hatte der Vorstand erst vor einer Woche vor Gegenwind im Kapitalmarktgeschäft gewarnt - seitdem rutschte die Aktie in einem ohnehin schwachen Markt um 12 Prozent ab. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie fast 30 Prozent an Wert und ist damit der mit Abstand schwächste Wert im Leitindex Dax.

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