Deflationsalarm: Preise in der Euro-Zone fallen weiter

Deflationsalarm: Preise in der Euro-Zone fallen weiter

Weit und breit keine Inflation in Sicht. Shoopen bleibt in der Euro-Zone ein günstiges Vergnügen.

Im März sind die Preise in der Euro-Zone gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Prozent gefallen. Schon im Februar hatten sie sich um 0,2 Prozent reduziert. Hauptsächlich verursacht wurde der Rückgang durch die um 8,7 Prozent niedrigeren Energiepreise. Volkswirte erwarten keinen raschen Anstieg der Inflation. Das EZB-Inflationsziel von zwei Prozent liegt damit in weiter Ferne.

Die Verbraucherpreise in der Euro-Zone sind wegen abermals günstigerer Energie bereits den zweiten Monat in Folge gesunken. Zum Vorjahreszeitraum fielen sie im März um 0,1 Prozent nach einem Rückgang um 0,2 Prozent im Februar, wie das Europäische Statistikamt am Donnerstag auf Grundlage vorläufiger Zahlen mitteilte. Dies bereitet den Währungshütern der Europäischen Zentralbank (EZB) Sorgen. Denn die EZB strebt als Idealwert für die Wirtschaftsentwicklung eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an.

Experten rechnen nicht damit, dass die Preise im Währungsraum schnell wieder anziehen. "Aus unserer Sicht wird es noch Jahre dauern, bis sich die Inflationsraten wieder annähernd normalisiert haben könnten", sagte Chefvolkswirt Jan Bottermann von der National-Bank. Der Preistrend werde voraussichtlich bis 2020 signifikant unterhalb der EZB-Zielmarke bleiben.

Die Währungshüter hatten erst vor wenigen Wochen mit einem umfassenden Maßnahmenpaket ihre Geldpolitik weiter gelockert. Der Leitzins für die Versorgung der Geschäftsbanken mit Zentralbankgeld wurde sogar erstmals auf 0,0 Prozent gesetzt. Ihr vor allem in Deutschland umstrittenes Programm zum Kauf von Staatsanleihen, das die Konjunktur ankurbeln und für mehr Inflation sorgen soll, weiteten sie auf 1,74 Billionen Euro aus. Ab April sollen nun pro Monat auf diese Weise 80 Milliarden Euro in den Finanzkreislauf gepumpt werden - bisher waren es 60 Milliarden.

Warten auf den Wow-Effekt

Die Effekte in der Preisentwicklung sind bislang aber mager. Die hauseigenen Experten der EZB rechnet damit, dass die Verbraucherpreise in der 19-Länder-Gemeinschaft dieses Jahr nur um 0,1 Prozent steigen werden. Zum Vergleich: Noch im Dezember waren sie von 1,0 Prozent ausgegangen. Für 2017 erwarten sie jetzt nur noch eine Teuerung von 1,3 Prozent statt bisher 1,6 Prozent. Selbst 2018 dürfte die EZB mit 1,6 Prozent ihr Inflationsziel noch verfehlen.

Hinter dem jüngsten Rückgang der Lebenshaltungskosten steht vor allem der Ölpreis-Rutsch. Im März purzelten die Energiepreise um 8,7 Prozent, nachdem sie im Februar bereits um 8,1 Prozent gefallen waren. Werden Energie und unverarbeitete Lebensmittel ausgeklammert sieht das Bild etwas freundlicher aus: Die so berechnete Kerninflation nahm binnen Jahresfrist mit 0,9 Prozent sogar etwas stärker zu als im Februar, als das Plus bei 0,8 Prozent lag. Den kräftigsten Anstieg verzeichneten im März Dienstleistungen, die sich um 1,3 Prozent verteuerten.

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