Datentransporteur WeTransfer steuert zum Börsedebüt

Der Datentransferdienst WeTransfer bereitet seinen Börsengang vor. Das Im Jahr 2009 von drei jungen Niederländern gegründete Start-up will im Frühjahr an die Börse. Das zum Unicorn gewachsene Unternehmen dürfte Milliarden von der Börse holen.

WeTransfer CEO Gordon Willoughby

Die nächste Start-up-Story steuert dem Höhepunkt entgegen: WeTransfer-CEO Gordon Willoughby wird das 2009 von drei jungen Niederländern gegründete Unternehmen an die Börse in Amsterdam führen.

Amsterdam. Noch ist es nicht offiziell, aber der Internet-Datentransferdienst WeTransfer bereitet offenbar seinen Börsengang vor. Und damit steuert einmal mehr ein Start-up die Börse an, um Milliarden über den Börsengang abzuholen.

Das erst im Jahr 2009 in den Niederlanden gegründete Unternehmen will sein Börsendebüt in Amsterdam feiern. Gut informierten Kreisen zufolge, soll spätestens im Mai der Börsengang erfolgen, schreibt der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach sollen die US-Banken Morgan Stanley und Bank of America-Merrill Lynch den Börsegang an der Amsterdamer Börse nun vorbereiten.

WeTransfer wurde im Jahr 2009 in den Niederlanden als Start-up von den drei jungen Niederländern Rinke Visser, Ronald Hans und Bas Beerens mit der Idee gegründet, "Dateien um die Welt zu verschicken". Und zwar mit einer Technologie und so einfach, damit es "ihre Eltern auch verstehen". Der zur Gründung 25 Jahre alte Co-Gründer Ronald Hans hatte als Blogger Nalden in den Niederlanden bereits Berühmtheit erlangt.

Die erste Idee der jugendlichen Gründer war allerdings etwas anders, viel Banaler als nur Dateien zu komprimieren und hin- und herzuschupfen. "Wir wollten uns enger mit den Künstlern vernetzen", meinte Co-Gründer Ronald Hans noch 2016 im Interview mit dem Handelsblatt. Mitgründer Bas Beerens, der aus der Werbebrachen kam und später CEO von WeTransfer wurde, hatte die Idee für die Software für WeTransfer weiterentwickelt. Beerens ist heute noch im Aufsichtsrat des Unternehmens.

Seit 2013 profitabel

Das Geschäft entwickelte sich so gut, dass der Datentransporter eigenen Angaben zufolge schon im Jahr 2013 profitabel war. Damals zählte das Unternehmen immerhin zwei Millionen Kunden, die monatlich den Datentransferdienst nutzten. Die Zeichen standen auf Expansion. Heute sind es über 60 Millionen Nutzer in 195 Ländern der Welt, die 1,5 Milliarden Dateien pro Monat verschicken.

In der Finanzcommunity blieben die Ambitionen nicht ungehört. Finanzinvestor Highland Capital Partners Europe, heute mit über 57,6 Prozent größter Miteigentümer der Company, hatte im Jahr 2015 ein Investment von 25 Millionen Dollar gestemmt, um die weltweite Expansion anzuschieben. Mit dem Einstieg in den USA im Jahr 2016 mit dem Gratis WeTransfer-Dienst zunächst für Studenten kam der große Durchbruch. Der zahlungspflichtige Premium-Dienst und die beim Download flankierenden Werbeads brachten zusätzliches Geld in die Kassen. Und ein weiterer Investor klopfte an. HPE Growth hatte in der nächsten Finanzierungsrunde im Jahr 2019 ein Investment in Höhe von 35 Millionen Euro eingesetzt.

Highland Capital Partners Europe sowie der Investor STAK (19 Prozent) und HPE Growth (13,5 Prozent) halten somit zusammen 90,1 Prozent der Anteile am Unternehmen. Die restlichen Anteile 9,6 Prozent halten unter anderem private Personen. Dazu zählen auch die Mitarbeiter, die im Rahmen eines Erfolgsbeteiligungsmodells (ESOP) WeTransfer-Anteile besitzen.

Triple-Play: Gratis, Premium und Werbung

WeTransfer ist berühmt für den kostenlosen Datentransfer von großen Dateien, ohne die Daten selbst etwa per E-Mail mitzuschicken. Der Empfänger bekommt per Mail einen Weblink zugeschickt. Über diesen Link kann der Empfänger dann druckfähige, große Bild- und Grafikdateien oder auch Videos von einem Server herunterladen. Maximal 2 Gigabyte Daten können so kostenlos heruntergeladen werden. Nach dem Download wird der Link inaktiv gestellt, die Daten somit nicht dauerhaft auf den Servern von WeTransfer gespeichert.

Das Geld verdient WeTransfer aber mit dem kostenpflichtigen Premiumdienst und mit Werbeads. Wer zusätzlichen Speicherplatz benötigt, kann den Dienst als WeTransfer Pro-Version für 12 Euro pro Monat nutzen. Mit der zahlungspflichtigen Version bekommt der Nutzer 1 Terrabyte Speicher auf einem Cloudserver. So können auch Daten mit einer Größe von bis 20 GB gesendet und empfangen werden. Der kostenpflichtige Dienst wird unter anderem auch als Team-Lösung für Unternehmen angeboten.

Der zweite Umsatzbringer ist Onlinewerbung. Zusätzlich verschickt WeTransfer mit den Weblinks Ads. Beim Download werden somit Ads flankiert. Im Jahr 2016 soll der Umsatz noch rund 60 Millionen Euro betragen haben. Zu aktuellen Umsätzen und Gewinnen hält sich das Unternehmen derzeit jedoch bedeckt.

Mit dem Datendienst ist WeTransfer über die Jahre zum ernsthaften Konkurrenten von Dropbox, Microsofts One Drive sowie Google Drive geworden. Und auch Amazon spielt in dem Konzert eine Rolle - allerdings als Partner von WeTransfer. Im Hintergrund nutzt WeTransfer die Technologie des Online-Riesens.

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