Coronavirus - BioNTech veröffentlichte positive Impfstoff-Daten

Die Partner BioNTech und Pfizer berichten, dass der von BioNTech entwickelte Corona-Impfstoff mehr als einen 90-prozentigen Schutz bietet. Die Unternehmen wollen nun die Zulassung des Impfstoffs beantragen. Europas Börsen ziehen kräftig an.

Coronavirus - BioNTech veröffentlichte positive Impfstoff-Daten

Frankfurt. Erstmals gibt es zu einem für Europa maßgeblichen Corona-Impfstoff Zwischenergebnisse aus der für eine Zulassung entscheidenden Studienphase. Das deutsche Unternehmen BioNTech [US09075V1026] und der Pharmakonzern Pfizer [US7170811035] teilten mit, ihr Impfstoff biete einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19.

Schwere Nebenwirkungen seien nicht registriert worden. BioNTech und der Pharmariese Pfizer wollten voraussichtlich ab MItte November die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragen.

Projekt Lightspeed

Der Impfstoff BNT162b2 war von BioNTech im Projekt "Lightspeed" (Lichtgeschwindigkeit) seit Mitte Jänner entwickelt worden. Die für eine Zulassung entscheidende Phase-3-Studie begann ab Ende Juli in verschiedenen Ländern. Inzwischen haben mehr als 43.500 Menschen mindestens eine der beiden Impfungen bekommen, die im Abstand von drei Wochen verabreicht werden. Ein Impfschutz wird nach Angaben der Hersteller eine Woche nach der zweiten Injektion erreicht.

In der Studie wurden demnach bis Sonntag insgesamt 94 Fälle der Krankheit bestätigt. Die Ergebnisse werden den Angaben zufolge erst dann abschließend ausgewertet, wenn insgesamt 164 Fälle erreicht sind. Zudem werde geprüft, in welchem Maß die Impfung nicht nur vor Covid-19 schützt, sondern auch vor schweren Verläufen der Krankheit. Insgesamt sollen sowohl die Schutzwirkung als auch etwaige Nebenwirkungen über einen Zeitraum von zwei Jahren beobachtet werden.

Beschleunigte Zulassung

Für den Corona-Impfstoff gilt wegen der besonderen Dringlichkeit ein beschleunigter Zulassungsprozess. Bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA können Arzneimittelhersteller schon vor dem kompletten Zulassungsantrag einzelne Teile zu Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit eines Präparats einreichen. Ein solches Rolling-Review-Verfahren hat neben BioNTech auch das britisch-schwedische Unternehmen Astrazeneca bereits vor einiger Zeit für seinen Impfstoff-Kandidaten gestartet. Astrazeneca hat bisher noch keine Phase-III-Daten veröffentlicht. Zum Zeitplan dafür lasse sich noch nichts sagen, teilte eine Sprecherin mit.

Das BioNTech-Präparat ist ein sogenannter RNA-Impfstoff. Es enthält genetische Informationen des Erregers, aus denen der Körper ein Viruseiweiß herstellt - in diesem Fall das Oberflächenprotein, mit dessen Hilfe das Virus in Zellen eindringt. Ziel der Impfung ist es, den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein anzuregen, um die Viren abzufangen, bevor sie in die Zellen eindringen und sich vermehren.

Milliardenfach verfügbarer Impfstoff

BioNTech und Pfizer rechnen damit, noch in diesem Jahr weltweit bis zu 50 Millionen Impfstoff-Dosen bereitstellen zu können, im kommenden Jahr kalkulieren sie mit bis zu 1,3 Milliarden Dosen.

Zwar haben schon Länder wie Russland, China und kürzlich erst Bahrain Impfstoffe mit Einschränkungen freigegeben und impfen damit bereits Teile der Bevölkerung. Aber wie gut diese Impfungen tatsächlich schützen und welche Nebenwirkungen sie haben können, ist derzeit weitgehend offen.

Die positive Nachricht von BioNTech und Pfizer schlug sich gleich an der Börse nieder: Die Aktie von BioNTech [US09075V1026] legt am Montag [9.11.2020 bis 14:30 Uhr MEZ] um über 26 Prozent zu, die Papiere von Pfizer [US7170811035] starten mit über 13 Prozent Plus. Der deutsche Leitindex DAX [DE0008469008] in Frankfurt konnte ebenso profitieren und legt um satte 5,6 Prozent zu.



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