Corona: Wie Unternehmen die Krise nutzen

Unternehmen können aus der Corona-Krise Kraft schöpfen, um neue Wege zu gehen. Stefan Bergsmann, Geschäftsführer von Horváth & Partners Österreich, beschreibt in seinem Gastkommentar, die neuen Chancen.

Thema: Management Commentary
Stefan Bergsmann, Geschäftsführer von Horváth & Partners Österreich

Stefan Bergsmann, Geschäftsführer von Horváth & Partners Österreich

Die Corona-Krise hat die globalisierte Welt schwer getroffen – aber auch schlauer gemacht. Jetzt geht es darum, nach vorne zu schauen und die Stärken hervorzuholen, die unser Wirtschafts- und Gesellschaftsleben seit über 200 Jahren vorantreiben: Kreativität, Mut und Unternehmertum.

Es gibt bereits Beispiele: Die Vorarlberger Textilunternehmen Grabher, Bandex, Getzner, Hämmerle und Wolford sowie Tecnoplast haben sich über die Smart Textiles Plattform zusammengetan, um mit der Produktion von Schutzmasken zu beginnen. A1 Telekom hat in kürzester Zeit Bandbreiten aufgestellt, wie es sie zuvor nicht gab. Innovative Blumenhändler offerieren ihr Warenangebot in Boxen vor dem Geschäft, und die Kunden bezahlen anstands- und kontaktlos.

Zur Bewältigung der künftigen Herausforderungen wird es genau auf diese Kreativität und diesen Mut der Unternehmer/innen ankommen. Denn die staatlichen Hilfen allein werden – auch wenn sie „kosten was sie wollen“ – nicht reichen. Spannend wird die Zeit danach in jedem Fall. Für den Weg durch den Shutdown wird der Staat vielleicht sorgen, für den wirtschaftlichen Ramp-up in der Folge aber nicht.

Unternehmen und Überleben

Große Krisen wie die beiden Weltkriege und auch die Finanzkrise haben gezeigt, dass viele Unternehmen den Einstieg in die veränderte Welt danach nicht geschafft haben. An ihre Stelle sind neue Unternehmen getreten, mit neuen Angeboten und neuen Ideen. Unternehmen, die nach der Krise erfolgreich sein wollen, denken daher jetzt – nachdem sie die gesundheitlichen Vorsichtsmaßnahmen getroffen und das unmittelbare Überleben als Unternehmen gesichert haben – darüber nach, wie es nach dem Wiederhochfahren weitergeht.

Wie wird die Welt nach Corona aussehen? Wie wird sich meine Branche in der veränderten Welt entwickeln? Welche Produkte und Services werden zu- oder abnehmen? Wird das Leistungsportfolio im veränderten Umfeld noch nachgefragt? Und welches Set-up, welche und wie viele Ressourcen brauchen wir dafür?

Das sind die Fragen für Unternehmen, die mittel- und langfristig über ihren Erfolg entscheiden werden. Wer sich jetzt darauf vorbereitet und gute Antworten hat, wird reüssieren und überdies – wie ein Magnet – jene Talente anziehen, die nach dem aktuellen Schock überlegen, in welche Richtung ihre berufliche Karriere weitergehen wird.

Staat und Unternehmertum

In schwierigen wie außergewöhnlichen Zeiten hat der Staat eine ganz wichtige Rolle, wie wir gesehen haben. Und er spielt seine Rolle in Österreich derzeit sehr gut. Im Nachhinein werden wir sicher vieles besser wissen, in der aktuellen Situation und mit den jeweils verfügbaren Informationen ist die Performance des Krisenmanagements aber eine, die zuerst einmal getoppt werden muss.

Für die Zukunft gilt: Staatliche Fürsorge hin oder her, wir sollten uns nicht darauf verlassen, dass alles geregelt wird. Aufschwung, Erfolg und Wohlstand werden auch nach der Krise auf Kreativität, Mut und innovativem Unternehmertum fußen. Lassen wir die Krise daher nicht ungenutzt verstreichen, sondern nutzen wir sie, um unsere Unternehmen auf eine neue Zeit auszurichten.


Über den Autor

Stefan Bergsmann ist Österreich-Geschäftsführer der Managementberatung Horváth & Partners. E-Mail: sbergsmann <AT> horvath-partners.com


Die Serie "Management Commentary" ist eine Kooperation von trend.at und der Unternehmensberatung Horváth & Partners. Die bisher erschienen Beiträge finden Sie zusammengefasst im Thema "Management Commentary".


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