Corona: Wie der Meteor überwunden wird

Im Zuge der Corona-Krise rückt die Gesundheit von Mitarbeitern und Partnern stärker in den Mittelpunkt. Stefan Bergsmann, Geschäftsführer von Horváth & Partners Österreich, beschreibt in seinem Gastkommentar, wie Unternehmen zur Sicherstellung der Gesundheit beitragen.

Thema: Management Commentary
Stefan Bergsmann, Geschäftsführer von Horváth & Partners Österreich

Stefan Bergsmann, Geschäftsführer von Horváth & Partners Österreich

Wie ein Meteor ist das Coronavirus vor einem Monat im Unternehmensalltag eingeschlagen. Und klar stand die Gesundheit von Mitarbeitern und Partnern an erster Stelle. Doch wie stellt man jetzt die mittel- und langfristige Gesundheit der Unternehmen sicher?

Geeicht durch Finanzkrise oder SARS haben wir bereits Erfahrungen, wie man sich von einem wirtschaftlichen Schock rasch erholt. Dabei ist es wichtig, klare Prioritäten zu setzen – am besten in drei Phasen, die zentrale Fragen beantworten und Orientierung geben. Was ist zu tun? Und was kann verschoben werden?

1. Organisieren des Überlebens

Zunächst muss man als Unternehmen sicher stellen, dass die volle Handlungsfähigkeit (Survival-Modus) gewährleistet bleibt. Das gilt für die Gesundheit der Mitarbeiter ebenso wie für die Fähigkeit, den Betrieb fortzuführen und die Liquidität sicherzustellen.

2. Stabilisieren der Geschäftstätigkeit

Dann geht es um die gründliche Absicherung und Stärkung von Produktion und Absatzmärkten, Lieferketten und Logistik. Hier kann es durchaus sein, dass die neu gemachten Erfahrungen auch zu neuen Erkenntnissen und Arbeitsweisen führen.

3. Fixieren des neuen Kurses

Zuletzt ist es notwendig – auch in Anbetracht der veränderten Situation von Umfeld, Markt und Bedarf – das eigene Produkt- und Leistungsspektrum strategisch neu auszurichten und die Ressourcen, Fähigkeiten und Teams danach anzupassen oder sogar neu aufzustellen. Gerade dieser letzte Schritt wird schließlich über den mittel- und langfristigen Erfolg entscheiden.

Derzeit sind die meisten Unternehmen dabei, das Geschäft zu stabilisieren – der Survival-Modus ist bei vielen bereits organisiert. Die makroökonomischen Entwicklungen und Auswirkungen des Corona-Impacts auf Industrie und Handel sind auch noch gar nicht absehbar. Doch gute Manager planen schon voraus.

Es gibt bewährte Frameworks, um die Aufrechterhaltung und erfolgreiche Fortsetzung der Geschäftstätigkeit zu gewährleisten. In Abhängigkeit von der Phase, in der sich eine Organisation befindet, sind dafür verschiedene Hebel anwendbar. Diese Hebel decken alle Dimensionen ab, die über den künftigen Erfolg entscheiden: Governance, Finanzen, Supply Chain & Procurement, Geschäftsmodell, Kunden, Mitarbeiter, IT & Infrastructure Management und Kommunikation.



Für jeden dieser Hebel gibt es strategische Empfehlungen, die auf Erfahrungswerten vergangener Krisen fußen.

Natürlich kann sich jeder diese Schritte und Hebel auch selbst überlegen. Dafür ist aber aktuell weder die Zeit, noch sollte man weitere unnötige Risiken eingehen. Besser auf Vorhandenes und Bewährtes zurückgreifen. Die Erfahrung zeigt, dass es geschickt ist, einen ganzheitlichen Ansatz anzuwenden, um die vollumfängliche Geschäftstätigkeit wieder zu erlangen und so die Krise nachhaltig zu bewältigen.

Die international tätige Unternehmensberatung Horváth & Partners hat auf ihrer Webseite für Manager und Geschäftsführer einen sehr umfangreichen Ratgeber (Framework) zur erfolgreichen Bewältigung der Corona-Krise aufgesetzt.

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Über den Autor

Stefan Bergsmann ist Österreich-Geschäftsführer der Managementberatung Horváth & Partners. E-Mail: sbergsmann <AT> horvath-partners.com


Die Serie "Management Commentary" ist eine Kooperation von trend.at und der Unternehmensberatung Horváth & Partners. Die bisher erschienen Beiträge finden Sie zusammengefasst im Thema "Management Commentary".


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