Corona-Maßnahmen setzen Porr im ersten Halbjahr zu

Der Covid-19-Effekt hat beim Baukonzern Porr laut Management vor allem in Österreich zu einem massiven Rückgang der Leistung geführt. Im Halbjahr stand unterm Strich ein Minus in zweistelliger Millionenhöhe. Das Potential sei aber in vielen Märkten weiterhin hoch.

Corona-Maßnahmen setzen Porr im ersten Halbjahr zu

Der Baukonzern Porr hat die Auswirkungen der Coronakrise im zweiten Quartal kräftig zu spüren bekommen. Auch von April bis Juni arbeitete man in der Verlustzone - und will als Lehre aus der Covid-19-Pandemie das Konzern-Transformationsprogramm "Porr 2025" nachschärfen und beschleunigen. Die Pandemie bedeute auch das konsequente Aufbrechen bestehender Strukturen und Abläufe.

Im Rahmen des "Porr 2025"-Programms setze man zahlreiche Maßnahmen zur Optimierung von Prozessen, Investitions- und Einstellungsstopps sowie Kurzarbeit, erklärte der Bauriese. Heuer im ersten Halbjahr beschäftigte man im Schnitt 19.658 Mitarbeiter.

Shutdown und Auflagen verursachen Verluste
Im Halbjahr stand unterm Strich ein Fehlbetrag von 22,7 Mio. Euro (nach 6 Mio. Euro Gewinn ein Jahr davor), bis März waren es 21 Mio. Euro Minus gewesen. Die Effekte der Pandemie auf die Bautätigkeit und das Geschäft von Porr hätten die Planung und Ziele für 2020 negativ beeinflusst: "Der Shutdown in Österreich sowie Zusatzkosten und Auflagen in vielen Ländern haben das Ergebnis im ersten Halbjahr belastet".

Etwas weniger neue Aufträge
Der Auftragsbestand blieb mit 7,6 Mrd. Euro unverändert hoch, der Auftragseingang verringerte sich um 6 Prozent auf 2,8 (3,0) Mrd. Euro. Die Produktionsleistung betrug bis Juni knapp 2,3 (2,5) Mrd. Euro, um 9 Prozent weniger, und soll im Gesamtjahr leicht über 5 Mrd. Euro liegen - 2019 waren es immerhin 5,6 Mrd. Euro gewesen.

Ergebnis vor Steuern um 30 Prozent geringer
Die Umsatzerlöse gingen heuer bis Juni um 5 Prozent auf 2,1 (2,2) Mrd. zurück. Dabei wurde ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 66 (95) Mio. Euro erzielt, um 31 Prozent weniger. Das Betriebsergebnis (EBIT) drehte auf -17 Mio. Euro ins Minus (nach 17 Mio. plus ein Jahr davor). Das Vorsteuerergebnis (EBT) war mit -27 (+8) Mio. Euro noch stärker negativ. Dank eines mit 680 (599) Mio. Euro höheren Eigenkapitals stieg im Vergleich zu Ende 2019 die Eigenkapitalquote auf 18,4 (16,4) Prozent, die Nettoverschuldung auf 470 (346) Mio. Euro. Mit "Porr 2025" solle die Eigenkapitalquote auf einen Korridor von 20 bis 25 Prozent verbessert werden. Zudem solle die Nettoverschuldung bis 2022 kontinuierlich reduziert werden, heißt es im Halbjahresbericht.

In Österreich war Porr durch Corona besonders betroffen, in Deutschland nur partiell
An Covid-19-Effekten verweist Porr im Halbjahresbericht zu Österreich auf einen "massiven Leistungsrückgang", zu Deutschland auf "partielle Effekte", zur Schweiz auf "Produktionsbeeinträchtigungen durch Corona-Auflagen", zu Polen auf "Projektverschiebungen" sowie "Produktionseinbußen im Hochbau" und zu Tschechien/Slowakei auf einen "Rückgang im Hochbau". Nur geringe Effekte habe es in Rumänien gegeben, massive Einschränkungen in Katar (VAE) sowie Projektverschiebungen in Norwegen. Das Potenzial aller Märkte, mit Ausnahme der beiden letztgenannten, wird als "stark" klassifiziert, die anderen zwei als "neutral".


Eine Bewertung und Anpassung der Ergebnisziele 2020 sei angesichts der anhaltend hohen Unsicherheit bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, heißt es im Ausblick.

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