Corona-Krise forciert Online-Einkauf von Lebensmitteln, Fashion & Wohnen

Die jüngste KPMG-Studie zum Online-Shopping steht unter dem Eindruck der Corona-Pandemie. "Wer kauft was, wann und wie" stand bei der Erhebung des Einkaufsverhaltens im Vordergrund. In Österreich ändern sich gerade der Warenkorb, die Gewohnheiten und Frequenzen.

Corona-Krise forciert Online-Einkauf von Lebensmitteln, Fashion & Wohnen

Die App an Smartphone oder Tablet-Computer ist der bei den jüngeren Konsumenten (bis 39 Jhare) der bevorzugte Einstieg zum Online-Kauf.

Was kauft der Konsument Online vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie ein? Das Beratungsunternehmen KPMG hat dem Konsumenten in Österreich, der Schweiz und Deutschland quasi in seinen Online-Warenkorb geschaut.

Und das Ergebnis hat einige Überraschungen parat: Die Hälfte der österreichischen Konsumenten (48 Prozent) haben demnach ihr Kaufverhalten durch "Corona" verändert. KPMG hat per Online-Studie 3.100 Konsumenten im deutschsprachigen Raum befragt, mehr als 1.000 davon aus Österreich. Unterschieden wurden die Käufer in vier Altersgruppen: der Generation Z (18-24 Jahre), Millennials (25-39 Jahre), Generation X (40-55 Jahre) und Babyboomer (56-89 Jahre).

Ein Drittel (33 Prozent) der österreichischen Generation Z (18 bis 24 Jährige) gab an, mehr als 60 Prozent ihrer Einkäufe online zu tätigen. Keinen Unterschied ist auszumachen zu den Millennials (25 bis 39-Jährige) die online genauso umtriebig waren wie den Generation Z In Deutschland kauft die Generation Z noch mehr via Internet: 56 Prozent macht mehr als 60 Prozent ihrer Besorgungen im Internet.

Die jungen Konsumenten - sowohl Genration Z als auch Millennials - nutzen für den Online-Einkauf vorzugsweise Apps via Smartphone oder Tablet: rund die Hälfte setzt ihre Order per App, weniger als die traditionellen Shopping-Webseiten am Laptop oder Stand-PC.

Knapp 40 Prozent der DACH-Befragten gaben an, mehr Online-Einkäufe zu tätigen. Der Hauptgrund: Kontakte sollen auf das Nötigste beschränkt werden. Jeder Dritte Konsument (33 Prozent) kaufe auch deshalb verstärkt im Internet ein, weil ihm die Hygienebestimmungen den Spaß am Shoppen verderben. Darüber hinaus gab jeder Vierte an (25 Prozent), dass er eigentlich aufgrund der Umstände gezwungen wurde. Die Not anstatt die eigene Überzeugung trieben den Konsumenten zum Online-Kauf.

Veränderter Warenkorb

Kaum Wunder, dass sich daraus auch eine neue Zusammensetzung des Warenkorbs ergibt. Waren bisher vor allem Bücher und Elektrogeräte auf der Einkaufsliste der Online-Konsumenten an oberster Stelle, kommen nun Nahrungsmittel und vor allem Mode & Kleidungsartikel sowie Produkte fürs Wohnen dazu.

Für viele Kunde war es demnach überhaupt das erste Mal, geboren hauptsächlich aus der Not des Lockdowns, dass sie Online Essen oder Lebensmittel bestellt und sich diese über die Zustelldienste frei Haus liefern ließen.

Kurz, knapp & am Abend

Zeit ist für den Online-Käufer ein knappes, wichtiges Gut. Denn der Kauf soll offenbar rasch über die Bühne gehen. So ist die Verweildauer im Online-Shop im Vergleich zum stationären Handel einiges kürzer. In rund zwei Drittel der Fälle beträgt die Aufenthaltsdauer unter 20 Minuten. Dafür wird via Internet mehrmals im Monat eingekauft. Fast jeder zweite Online-Konsument kauft mehrmals pro Monat online ein, 14 Prozent sogar mehrmals die Woche.

Internetshopping verändert auch das zeitliche Gefühl, was Präferenzen zu Tagen und Uhrzeiten anbetrifft: Denn einen bevorzugten Einkaufstag gibt es nicht, was 69 Prozent der Befragten bestätigt haben.

Bei der Uhrzeit des Einkaufs gibt es interessante Beobachtungen: Denn die Befragten shoppen vorwiegend abends zwischen 18 und 23 Uhr.

Eine wesentliche Rolle beim Online-Kauf spielen für Konsumenten aus Österreich die Versandkosten sowie die Zahlungsart, Lieferzeiten sowie das Vertrauen zum Anbieter. 77 Prozent brechen den Online-Einkauf ab, wenn die Versandkosten zu hoch sind. In Deutschland und der Schweiz ist dies nur bei rund zwei Drittel der Fall.

Die Hälfte der befragten Kunden österreichischer Provenienz schließt den Einkauf nicht ab, wenn die individuell bevorzugte Zahlungsart nicht angeboten wird, die Lieferzeit zu lange oder das Vertrauen zum Anbieter zu gering ist.

„Die kurzfristigen Beweggründe der Konsumenten aufgrund von COVID-19 bewirken langfristige Veränderungen für den Online-Handel“, resümiert Peter Humer, Head of Retail & Consumer Markets bei KPMG in Österreich. „Der ‚traditionelle‘ Online-Warenkorb hat sich verändert. Neue Warengruppen wie Lebensmittel sind nun stärker vertreten."

Klar zu erkennen sei auch, dass sich die Zusammensetzung der Warenkörbe weiter entwickelt. "Bücher gemeinsam mit Elektrogeräten und Lebensmitteln – der Online-Shopper kauft nicht nach Produktkategorien, sondern mixt“, meint Online-Handelsexperte Humer.

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