Corona: "Impfen die wirtschaftlich beste Strategie"

Die steigenden Corona-Infektionszahlen rücken einen dritten Lockdown in den Bereich des Möglichen. NÖ-Ärztekammerpräsident Christoph Reisner mahnt: Ein einziger Tag Lockdown kostet weit mehr als die Durchimpfung der Bevölkerung.

Corona: "Impfen die wirtschaftlich beste Strategie"

COVID-Impfungen in Schwaz (T): Lockdowns sind kostspielige Alternativen

Christoph Reisner, Präsident der niederösterreichischen Ärztekammer, schlägt Alarm. In Österreich könne ein dritter Lockdown aufgrund der COVID-19-Pandemie nicht mehr ausgeschlossen werden. Mehr noch: er werde aufgrund der steigenden Infektionszahlen wahrscheinlicher und sei regional bereits Realität. „Wenn man überhaupt von einem drohenden dritten Lockdown sprechen kann, solange der zweite nicht zur Gänze vorbei ist", bemerkt Reisner. Derzeit gäbe es in etlichen Bezirken ja nicht nur einen Lockdown, sondern zusätzlich auch einen Lockin.

Impfung statt Lockdown

NÖ-Ärztekammer-Präsident Christoph Reisner

NÖ-Ärztekammer-Präsident Reisner: "Durchimpfung kostet weniger als ein Tag Lockdown."

Ein weiterer Lockdown sei für die Gesellschaft die teuerste Lösung, die Durchimpfung der Bevölkerung die günstigste, meint Reisner und rechnet vor: Selbst die zweimalige Impfung der gesamten Bevölkerung mit dem teureren mRNA-Impfstoff würde lediglich 144 Millionen Euro kosten - um 46 Millionen Euro weniger als ein einziger Tag im Lockdown kostet. Reisner: "Derzeit kommen in Österreich hauptsächlich zwei Vakzine gegen schwere Krankheitsverläufe von COVID-19 zum Einsatz. Diese sind vergleichsweise günstig und kosten knapp zwei Euro pro Impfstich im Fall des AstraZeneca-Impfstoffs und zwölf Euro im Falle des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs."

Reisner beruft sich dabei auf Zahlen des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO, das Ende letzten Jahres die Kosten des zweiten Lockdowns für die heimische Wirtschaft auf etwas über 190 Millionen Euro täglich schätzte.

Testen ist teurer als impfen

Testen und Tracen gehören für Reisner weiter zu den wichtigen Maßnahmen im Kampf gegen das SARS-CoV-2 Virus, aber diese Maßnahmen gehen enorm ins Geld. Reisner stellt daher klar: „Impfen stellt nicht nur für jeden Einzelnen, sondern auch für die Gesellschaft die beste Strategie im Kampf gegen die Corona-Pandemie dar – und das nicht nur aus medizinischer Sicht, sondern auch aus wirtschaftlicher."

Der Präsident der Ärztekammer für Niederösterreich wiederholt daher seine Forderung an den Bund, alles zu unternehmen, um rasch zusätzliche Impfstoffe zu erhalten, das Impftempo zu erhöhen und jedem die Möglichkeit zu geben, sich impfen zu lassen: "Impfungen schützen nicht nur Menschen, sondern auch das Gesundheitssystem. Sie helfen den Ärztinnen und Ärzte bei ihrer Arbeit und bieten allen geimpften Menschen nahezu ein Leben wie vor Coronazeiten."

Gerangel um Impfstoff

Aktuell ist die Bundesregierung extrem bemüht, die Durchimpfung der Bevölkerung zu beschleunigen. Österreich könnte demnächst würde rund 400.000 Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer erhalten. Wenn die Europäische Gesundheitsbehörde EMEA wieder grünes Licht für den derzeit wegen einiger Thrombose-Vorfälle ausgesetzten Impfstoff von AstraZeneca gibt sieht es Kurz weiterhin als realistisch, dass jedem Österreicher und jeder Österreicherin bis zum Sommer ein Impfung angeboten werden kann. Dann, so Kurz, würde auch seine frühere Prognose einer Rückkehr zur Normalität im Sommer eintreten.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober sieht Österreich bei den Impfungen bereits als "wirklich gut unterwegs". In der Vorwoche habe es mit rund 230.000 Impfungen eine "Rekordwoche" gehabt. Bei der 7-Tages-Rate der Impfungen liege Österreich mittlerweile innerhalb der EU auf Platz vier.

Corona-Härtefallfonds: Antragsfrist läuft

Ab sofort können Anträge für den neuen Corona-Härtefallfonds eingebracht …

Mozartkugel-Hersteller Salzburg Schokolade ist in Konkurs

Der Süßwarenhersteller Salzburg Schokolade mit Sitz in Grödig, der unter …

Zugeständnis an den Handel: Einkaufs-Sonntag am 19.12.

Der stationäre Handel fällt heuer Lockdown-bedingt um drei der vier …

Theodor Thanner, langjähriger Chef der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB)

BWB-Chef Theodor Tanner zieht sich zurück

Theodor Tanner, langjähriger Chef der Bundeswettbewerbsbehörde BWB, legt …