Commerzbank hat bei Hypo Alpe Adria 400 Millionen Euro im Feuer

Die Commerzbank muss wegen des Schuldenmoratoriums bei der österreichischen Krisenbank Hypo Alpe Adria zittern. Das Institut besitze Hypo-Anleihen in Höhe von rund 400 Millionen Euro, erklärte das zweitgrößte deutsche Geldhaus in seinem Geschäftsbericht.

Commerzbank hat bei Hypo Alpe Adria 400 Millionen Euro im Feuer

"Aktuell werden bei der Bank alle geschäftlichen und juristischen Optionen geprüft." Mögliche Belastungen durch die Bonds, für die es eine Garantie des Bundeslands Kärnten gibt, würde die Commerzbank in den kommenden Quartalen berücksichtigen.

In Deutschland halten zahlreiche Finanzinstitute Hypo-Anleihen und blicken deshalb sorgenvoll nach Österreich. Die österreichische Finanzaufsicht hat eine Kapitallücke bei der Hypo-Bad-Bank Heta entdeckt und Anfang März angeordnet, die Rückzahlung ausstehender Anleihen bis Ende Mai 2016 zu stoppen. Mit diesem Schritt verschafft sich die Alpenrepublik Zeit, um mit den Gläubigern über einen Schuldenschnitt zu verhandeln. Am Markt werden Hypo-Bonds Finanzkreisen zufolge derzeit für knapp 60 Prozent ihres Nominalwerts gehandelt.

Am meisten leiden unter einem Zahlungsausfall der Hypo würde in Deutschland die BayernLB, die mehr als zwei Milliarden Euro an ihre Ex-Tochter verliehen hat. Die Bayern haben Finanzkreisen zufolge deshalb 2014 hohe Rückstellungen gebildet, werden jedoch trotzdem weiter eine harte Kernkapitalquote von mehr als zehn Prozent aufweisen. Die Düsseldorfer Hypothekenbank , die rund 350 Millionen Euro in Hypo-Bonds investiert hat, musste dagegen am Wochenende vom Einlagensicherungsfonds des Privatbankenverbands BdB gerettet werden.

Zweifel an Garantien

Commerzbank-Chef Martin Blessing zog angesichts der Hypo/Heta-Gläubigerbeteiligung bereits vorige Woche die öffentlichen Garantien für deutsche Landesbanken in Zweifel.

In Österreich versuche die Regierung offenbar, mit Hilfe eines Gesetzes Garantieverpflichtungen für das Institut zu umgehen, so Blessing vorigen Donnerstag in London: "Das Papier der Hypo Alpe Adria galt als risikofrei, weil es mit einer Garantie eines österreichischen Bundeslandes versehen war. Indem diese nun umgangen wird - wie kann man dann noch Papiere deutscher Landesbanken mit Staatsgarantien als risikolos einstufen?"

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Zur Person. Georg Schwondra, 51, ist Partner bei Deloitte und für den Ausbau und die Leitung des Bereiches Cyber Risk/Cyber Security bei Deloitte Risk Advisory verantwortlich. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen sowohl im Bereich von Security Strategy, der Beratung und Implementierung von Cybersecurity-Lösungen, dem Outsourcing von Security-Funktionen auf Auftraggeberseite und Dienstleisterseite als auch in der Begleitung und dem Management von Transformationsprojekten bei Unternehmen aller Größen, insbesondere auch im Bereich von Familien- und Privatunternehmen.

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