Sicherheitsprobleme bei Intel: CEO Krzanich beschwichtigt

Sicherheitsprobleme bei Intel: CEO Krzanich beschwichtigt

Intel-Chef Brian Krzanich versucht zu beschwichtigen. Die letzte Erfahrung hat aber gezeigt, dass es die Chiphersteller bei der Sicherheit nicht ganz so ernst genommen haben.

Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas versuchte Intel-CEO Brian Krzanich die massiven Sicherheitsprobleme zu beschwichtigen. Es gebe keine Hinweise auf Datendiebstahl, behaupet er. Der Schaden sei eingegrenzt.

Santa Clara (Kalifornien). Die Auswirkungen der massiven Sicherheitslücke in Computer-Prozessoren sind Intel-Chef Brian Krzanich zufolge durch eine "bemerkenswerte" Zusammenarbeit in der Technologiebranche eingegrenzt worden. Bisher deute nichts darauf hin, dass es durch die Schwachstellen zu Datenverlust gekommen sei, sagte Krzanich am Montag vor der Eröffnung der Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas.

Und dennoch: Der Intel-Chef war bemüht, die massiven Sicherheitsprobleme mit Floskeln zu überspielen. Von einer Entschuldigung oder einem Bekenntnis zu einem gravierenden Fehler wollte Intel-Chef Krzanich freilich nichts wissen. "Wir arbeiten unermüdlich, um sicherzustellen, dass das so bleibt", fügte der Chef des US-Chipherstellers hinzu. In den kommenden Tagen sollen Krzanich zufolge für 90 Prozent der Intel-Produkte Updates verfügbar sein, für die restlichen bis Ende Jänner. Er rief alle Computer-Nutzer auf, Updates so schnell wie möglich zu installieren.

Intel erklärte nachdem in der Vorwoche die Sicherheitslecks bekannt wurden, es arbeite gemeinsam mit AMD und ARM daran, einen industrieweiten Ansatz zur schnellen und konstruktiven Lösung des Problems zu entwickeln.

Betroffen von den Sicherheitsproblemen sind Zigmillionen Computerchips, die ab dem Jahr 1995 bis zuletzt produziert wurden. Die Prozessoren sind in PCs, Server und zum Teil in Smartphones und Tablet-Rechnern verbaut.

Doch mit dem Beschwichtigen seitens Intel-Chefs Krzanich werden sich Nutzer und vor allem einige Rechtsanwälte nicht zufrieden geben.

Krzanich hatte noch im November 2017 einen großen Schnitt mit dem Verkauf von Intel-Aktien gemacht. Er hat für 25 Millionen Dollar Aktien versilbert. Intel hatte bis dahin aber den Kapitalmarkt nicht verständigt, obwohl das Sicherheitsleck dem Chip-Konzern seit Sommer 2017 auf einen Hinweis von Google bekannt gewesen war.

Vier Anwaltskanzleien haben bereits angekündigt, dass sie die Vorwürfe untersuchen, dass Intel "irreführende Informationen an die Öffentlichkeit" gegeben haben könnte. Vorbereitet würden Sammelklagen für Investoren, die Verluste erlitten haben könnten. Dabei soll auch der millionenscwere Aktenverkauf Krzanichs unter die Lupe genommen werden.

Intel sollte die schadhaften Chips austauschen und seine Kunden entschädigen, forderte Peter Kolba, Klubobmann der Liste Pilz. "Falls Intel dazu nicht bereit ist, so ist dies ein weiteres Beispiel dafür, wie dringend nötig es auch in Österreich ist, Sammelklagen juristisch zu ermöglichen", betonte er am Dienstag in einer Aussendung. "Für die Sicherheit ihrer Chips sind eigentlich die Hersteller verantwortlich, und nicht Software-Ingenieure, die jetzt versuchen, die Lücken zu stopfen."

Nach Bekanntwerden der Sicherheitslücke am vergangenen Mittwoch hatte auch das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Nutzern zum Installieren von Updates geraten. Sicherheitspatches für Betriebssysteme und insbesondere Internetbrowser sollten eingespielt werden, sobald die Hersteller diese zur Verfügung stellten, erklärte die Behörde.

Zuvor hatten Sicherheitsexperten mitgeteilt, dass zahlreiche Prozessoren von Intel sowie auch Chips der Hersteller AMD und ARM von der Schwachstelle betroffen seien. Dadurch sei es potenziell möglich, "sensible Informationen" wie etwa Passwörter, Verschlüsselungen oder Daten aus Programmen auszulesen. Intel erklärte daraufhin, es arbeite gemeinsam mit AMD und ARM daran, einen "industrieweiten Ansatz" zur schnellen und konstruktiven Lösung des Problems zu entwickeln.

Sicherheitsexperten befürchten indes, dass trotz der Updates noch längere Zeit verwundbare Systeme im Umlauf sein könnten - etwa weil nicht alle Rechner oder Smartphones mit aktuellen Betriebssystem-Versionen ausgestattet seien.

Der Intel-Aktienkurs war nach ersten Berichten über die Chip-Schwachstelle in der Vorwoche um 3,39 Prozent gefallen.

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