Chinesische Midea will Anteil an Kuka aufstocken

Chinesische Midea will Anteil an Kuka aufstocken

Der chinesische Haushaltsgerätehersteller Midea streckt die Fühler aus nach Europa. Und will beim deutschen Roboterbauer Kuka seinen Anteil kräftig erhöhen.

Augsburg. - Der chinesische Haushaltsgeräte- und Klimaanlagenhersteller Midea hat es bei seinem Übernahmeangebot für den deutschen Roboterbauer Kuka nach eigenen Angaben nicht auf die Kontrolle über das deutsche Unternehmen abgesehen.

Kuka solle an der Börse notiert bleiben, ein Beherrschungsvertrag sei nicht geplant, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Präsentation von Midea.

Ziel sei es nur, den Anteil an Kuka von derzeit 13,5 Prozent auf mehr als 30 Prozent aufzustocken. Größter Kuka-Anteilseigner ist der deutsche Konzern Voith mit 25,1 Prozent. Midea will sich mit dem Gebot mindestens 30 Prozent der Kuka-Anteile sichern - an diese Mindestannahmequote ist die Offerte geknüpft. Der Kuka-Vorstand um Till Reuter habe weiterhin freie Hand. Auch am Firmensitz und an den Produktionsstandorten von Kuka solle sich nichts ändern.

Der Aktienkurs von Kuka ging am Mittwochfrüh rasant in die Höhe. Kurz nach Börsenstart hatten die Papier um über 30 Prozent zulegen können.

Kuka ist der Hauptlieferant von Roboter etwa für die Automobilindustrie. So liefert Kuka unter anderem Roboter für die Fertigungsstraßen von Volkswagen und deren Töchter sowie BMW und Daimler.

Einer geplanten Übernahmevon Kuka durch Midea droht kein Widerstand durch Politik und Wirtschaft. "Wir leben in einer freien Marktwirtschaft und stehen im globalen Wettbewerb", sagte der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

"Genauso wie unsere Unternehmen Anteile an ausländischen, auch chinesischen Unternehmen kaufen und sich beteiligen, genauso erwerben Chinesen inzwischen Anteile an innovativen deutschen Unternehmen." Wichtig sei aber, dass faire Investitionsmöglichkeiten wechselseitig offen stünden. "Gerade auch in Bezug auf China", sagte Fuchs.

Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht das Vorhaben der Chinesen gelassen. "Von einer Übernahmewelle kann keine Rede sein", sagte deren Außenwirtschaftschef Volker Treier Reuters. "Übernahmen sind der deutlich kleinere Teil chinesischer Direktinvestitionen. Die Mehrheit dient dem Aufbau neuer Standorte und von Gemeinschaftsunternehmen mit deutschen Firmen."

Im Regelfall kauften sich Unternehmen in Branchen ein, in denen sie selber tätig seien, um dann in höherpreisige Produktsegmente aufzusteigen. Der Wirtschaftsstandort Deutschland könne Auslandsinvestitionen zudem gut gebrauchen: "Während deutsche Unternehmen in China bereits in Produktion und Anlagen im Wert von fast 60 Mrd. Euro aufgebaut haben, sind die Chinesen hierzulande nur mit etwa zwei Milliarden Euro aktiv", sagte Treier.

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