Chinesische Great Wall Motors baut Forschungszentrum in Österreich

Der chinesische Autohersteller Great Wall Motors setzt zur weltweiten Expansion an. Nun baut das Unternehmen ein erstes Forschungs- und Entwicklungszentrum außerhalb Chinas auf. Es entsteht in Kottingbrunn in Niederösterreich. Am Standort werden in den nächsten drei Jahren rund zehn Millionen Euro investiert. 100 Ingenieure sollen dort Elektro-Antriebe weiterentwickeln.

Chinesische Great Wall Motors baut Forschungszentrum in Österreich

Die "Great Wall Motors Company" des chinesischen Milliardärs Wei Jianjun setzt zur Eroberung des Weltmarkts an. Zuletzt ließ das Unternehmen damit aufhorchen, dass es an einer Übernahme der zu Fiat Chrysler gehörenden Marke Jeep interessiert wäre. Das Interesse an der Übernahme wurde in der Folge wieder dementiert, doch nun wurde bekannt und bestätigt, dass der Autohersteller im niederösterreichischen Kottingbrunn ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für Elektroantriebe aufbaut.

Eigentümer der GWM Austria Research & Development GmbH ist die "Billion Sunny Development Limited" mit Sitz in Hongkong, General Manager ist der 50-jährige Österreicher Markus Schermann, der an der TU Wien Elektrotechnik studiert hat und dessen berufliche Laufbahn ihn von Siemens über eine eigene Firma zu Magna und GKN Driveline zu Great Wall Motors geführt hat.

Erstes F&E Zentrum außerhalb Chinas

"Es ist das erste Mal, dass Great Wall mit Forschung und Entwicklung aus China hinausgeht. Bisher war der gesamte Bereich in Baoding konzentriert", sagt Schermann, der bereits seit August mit aktuell fünf Mitarbeitern an ersten Projekten für GWM tüftelt. Der aufstrebende chinesische Autohersteller hat jedoch für den Standort Kottingbrunn durchaus größere Pläne. Das Ziel ist, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum mit rund 100 Mitarbeitern aufzubauen. Aktuell hat das Unternehmen 20 Jobs ausgeschrieben. Gesucht werden Systementwickler, Hardware-Entwickler, E-Motoren-Entwickler und ein Controller.

"Es handelt sich um ein strategisches und langfristiges Investment. In Kottingbrunn entstehen sehr hochwertige Arbeitsplätze und Testeinrichtungen. Der Fokus unserer Arbeit wird auf Elektroantriebe, Motoren, Leistungseletronik und Software-Entwicklung liegen", sagt Schermann. In den nächsten drei Jahren sollen dafür am Standort rund zehn Millionen Euro investiert werden. Ende 2018 sollen im österreichischen Forschungs- und Entwicklungszentrum bereits erste eigenständige Projekte abgearbeitet werden, die dann auch in die Serienproduktion einfließen werden.

Markus Schermann, General Manager GWM Austria Research & Development GmbH

Markus Schermann, General Manager GWM Austria Research & Development GmbH

Wachsender Riese

Great Wall beschäftigt derzeit weltweit rund 80.000 Mitarbeiter und zählt zu den drei größten und schnell wachsenden Autoherstellern Chinas. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Baoding umfasst über 30 Holding-Gesellschaften und setzt aktuell auf drei Produktlinien, Haval-Pickups, Great Wall SUVs und die vor einem Jahr ins Leben gerufene Premium-Marke "Wey".

Eine besondere Bedeutung kommt in dem Portfolio den Elektro- und Hybridmodellen zu. "E-Mobilität hat in China eine sehr große Dynamik und der Bedarf an Technikern ist enorm", sagt Schermann. Man könne aber vor allem in Europa, wo es eine große technische Fachexpertise zur Elektromobilität und zur Leistungsoptimierung gibt, nicht alle motivieren, nach Boading zu gehen. Umso mehr freut es Schermann, dass er die Chinesen vom Standort Kottingbrunn überzeugen konnte. Bislang war eine Fertigung in Bulgarien die einzige europäische Dependance von GWM.

Juristisch begleitet wurde die Gründung der österreichischen Tochtergesellschaft von der Anwaltssozietät Wolf Theiss. Die besondere Herausforderung dabei war, dass die Tochtergesellschaft nicht über eine europäische Zweigniederlassung, sondern direkt über den chinesischen Mutterkonzern gegründet wurde.

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