Chinesische Firmeneinkäufe sorgen zunehmend für Unmut

Chinesische Firmeneinkäufe sorgen zunehmend für Unmut

Um in den USA bei Zukäufen erfolgreich zu sein, müssen sich chinesische Firmen amerikanischen Umgangsformen bei den Themen Transparenz und Unternehmensführung anpassen. Auch Firmenchefs in Europa könnten mehr Fragen stellen, meinen Experten.

Nach dem Scheitern mehrerer Übernahmevorhaben müssen sich Firmen aus China bei geplanten Zukäufen in den USA zunehmend skeptische Fragen zu ihrer Finanzlage gefallen lassen. So fordert der US-Kranhersteller Terex Insidern zufolge derzeit weitere Zusicherungen vom chinesischen Interessenten Zoomlion, nachdem sich beide beim Kaufpreis und anderen Details schon grundsätzlich geeinigt hatten. Demnach geht es Terex unter anderem um die Entschädigungsgebühr, die Zoomlion bei einer Absage des 3,4 Milliarden-Dollar-Deals zahlen müsste. Auch der Druckerhersteller Lexmark, der an der Börse mit zwei Milliarden Dollar bewertet wird, verlangt mit der Sache vertrauten Personen zufolge vom Bieter Apex aus China Garantien, das Vorhaben finanziell stemmen zu können.

Geschürt wird der Argwohn nicht zuletzt durch den überraschenden Rückzug der 14 Milliarden Dollar schweren Offerte des chinesischen Versicherers Anbang für die Hotelkette Starwood. Das sorgte auch deshalb für Aufsehen, weil Anbang sich einen Bieterkampf mit der US-Hotelgruppe Marriot um Starwood geliefert und seine Offerte gerade noch nachgebessert hatte. Medienberichten zufolge wurde Anbang auch durch chinesische Aufsichtsbehörden gebremst.

Ein weiterer Fall ist der des US-Biotechnolgie-Konzerns Affymetrix. Er lehnte es ab, sich von einer Gruppe ehemaliger Manager mit Hilfestellung einer chinesischer Investment-Firma kaufen zu lassen. Die Gruppe bot zwar mehr Geld als der US-Rivale Thermo Fisher, aber Affymetrix sah die Offerte unter anderem mit Finanzierungs-Risiken verbunden.

Weltweite Einkaufstour

"Um in den USA bei Zukäufen erfolgreich zu sein, müssen sich chinesische Firmen amerikanischen Umgangsformen bei den Themen Transparenz und Unternehmensführung anpassen", erläutert Eric Gordon von der Ross School of Business, die zur Universität Michigan gehört. "Es wird schwierig werden, große Zukäufe ohne offenere Umgangsformen abzuschließen. Bevor sich das chinesische Verhalten nicht ändert, werden wir deshalb wohl zunächst nur eher kleinere Deals sehen." Investmentbankern zufolge könnten nun auch Konzernchefs in Europa vermehrt Motive und Finanzstärke potenzieller Firmen-Käufer aus der Volksrepublik hinterfragen.

Chinesische Firmen sind verstärkt auf Einkaufstour. Allein die Kaufofferte des ChemChina -Konzerns für den Agrochemie-Hersteller Syngenta aus der Schweiz beläuft sich auf 43 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal 2016 summierten sich chinesische Übernahmen im Ausland auf 101 Milliarden Dollar. Das war fast so viel wie im Gesamtjahr 2015.

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