Chinas Mobilfunkausrüster drängen nach Österreich

Im Zuge der Corona-Krise wollen chinesischen Mobilfunkausrüster den Markt aufmischen. Huawei und ZTE folgen nun Vivo, Xiaomi und bald auch Oppo nach. Huawei stand zuletzt erneut auf der Bremse.

Chinas Mobilfunkausrüster drängen nach Österreich

Xiaomi Österreich-Chef Kurt Manninger eröffnet den neuen "Chinesischen Fünfkampf" gegen Apple und Samsung

Chinas Mobilfunkausrüster entdecken Österreich. Der Markt in der Alpenrepublik scheint zwar gesättigt. Doch gibt es offenbar noch genügend Spielraum, um etwa Apple, Samsung sowie den beiden bereits etablierten chinesischen Ausrüstern Huawei und ZTE Marktanteile abzujagen.

Die Formel lautet schlechthin: Der Preis bestimmt den Wettbewerb. Und fürs Markenimage wird entsprechend viel Geld ausgegeben, um dem Konsumenten Logos, Name und Symbolik in die Köpfe zu bringen. So investieren Xiaomi sowie Vivo viel Geld in internationale Werbekampagnen, um die Marke in Europa zu pushen. Für die Fußball Europa-Meisterschaft 2020 (Anm. die aus 'bekannten Gründen' verschoben und erst heuer im Sommer ausgespielt werden soll) sowie für das Turnier im Jahr 2024 hat Vivo mit dem Europäischen Fußballverband UEFA ein mehrere Millionen schwere Sponsoring-Partnerschaft unterzeichnet. Mit dem jahrelangen Ex-Samsung Österreich-Chef Martin Wallner hat Vivo einen exzellenten Kenner der österreichischen Mobilfunkszene verpflichtet.

Während Apple und Samsung sich mit ihren Geräten ehe wenig preissensitiv zeigen, stürmten in den vergangenen Jahren die einstigen Newcomer Chinas mit Kampfpreisen den Markt. Huawei hat im Verlauf der vergangenen Jahre nachgelegt und ebenso Premium-Geräten mit Stückpreise um und über 1100 nachgelegt.

Fehlt eigentlich nur noch Oppo. Der fünfte chinesische Smartphonehersteller ist ebenso auf Expansionstrip nach Europa. In Deutschland, Tschechien, Polen und Rumänien ist Oppo bereits mit eigenen Niederlassungen präsent. Geräte nach Österreich werden derweil nur Online verkauft.

Noch ein "Game Changer"

Noch im Sommer wollen mit Vivo und Xiaomi zwei weitere chinesische Smartphonehersteller in Österreich Tempo machen. Während Vivo Österreich-Chef Wallner noch am Shopkonzept justiert und vor allem die Personalsuche intensiviert, hat Xiaomi nun die Katze aus dem Sack gelassen.

Der erst vor zehn Jahre gegründete Mobiltelefonhersteller Xiaomi will in Österreich ab Sommer in den Expansionsmodus umsteigen. Das Unternehmen ist derzeit in über 90 Ländern der Welt vertreten. Xiaomi versteht sich selbst als "Game Changer", rund 80 bis 90 Prozent der Produkte eines Haushalts könne man mit der Produktpalette abdecken. "Game Changer ist ein strapaziertes Wort, das mittlerweile auch in der Politik angekommen ist", sagte Kurt Manninger, neuer Country Manager von Xiaomi Österreich. "Wir bieten Premium-Produkte zu einem smarten Preis an." Dazu zählen neben dem Smartphone auch Router, Accessoires (Uhren), Smartbands, E-Scooter, Reiskocher sowie Router und eine App für die Vernetzung der elektronischen Produkte in Haus und Wohnung. Top-Produkte sind derzeit das Smartphone sowie die Scooter.

Xiaomi hat vor gut zwei Jahren seinen ersten Shop in der Shopping City Süd vor den Toren in Wien eröffnet. "Danach ist es etwas ruhig geworden", meinte Manninger. Nun soll das aber anders werden. In den kommenden Monaten will das Unternehmen in mehrerer Städten Österreichs neue Geschäfte eröffnen. Neben den Kooperationen mit den großen Mobilfunkern des Landes will Xiaomi neue Kooperationen mit dem Fachhandel eingehen.

Manninger ist ebenso wie Vivo-Chef Wallner ein Insider der Mobilfunkszene. Zuletzt war Manninger beim großen Konkurrenten Sales Director von Huawei Österreich. Davor war er jahrelang bei T-Mobile im nationalen und internationalen Geschäft unterwegs.

Xiaomi hat im Jahr 2019 über 25 Milliarden Euro Umsatz erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr wurden die Erlöse um 91 Prozent gesteigert .

Mit einem Weltmarktanteil von zwölf Prozent ist Xiaomi weltweit Nummer vier hinter Samsung, Apple und Huawei. Im Jahr 2019 hatte das Unternehmen 145 Millionen Smartphones verkauft. In Österreich hält Xiaomi bei rund vier Prozent Marktanteil. Umsatzzahlen hat das Unternehmen nicht mitgeteilt.

Huawei wieder in Warteposition

Mit Huawei hat der größte unter den chinesischen Mobilfunkausrüstern in Österreich einmal mehr die Handbremse etwas angezogen, die aber im Juni wieder gelöst werden soll. Huawei will seinen zweiten Versuch zur Eröffnung eines Flagship-Stores in Wien realisieren. Um einmal mehr vor allem Apple die Stirn zu zeigen.

In bester Lage im Wiener Zentrum hat Huawei im Vorjahr einmal mehr ein Ladenlokal angemietet, das sich nur 150 Meter von Apples Flagship Store in der Kärntner Straße befindet. Seit Dezember 2020 ist die neue Location in der Kärntner Straße / Ecke Himmelpfortgasse im Baustellenmodus. Die Fenster sind mit Huawei-Sujets beklebt. Von Betriebsamkeit auf der Baustelle bis dato nicht die Spur.

"Die Eröffnung des Huawei Experience Stores auf der Kärntner Straße in Wien ist für Sommer 2021 geplant", sagt Huawei-Sprecher Adis Bilalic. Auf fünf Etagen und einer Gesamtfläche von rund 600 Quadratmeter will Huawei Smartphones, Notebooks, Tablets, Wearables, Audio und Smart Home präsentieren. 20 Mitarbeiter sollen in dem Shop arbeiten.

Huawei nimmt somit den zweiten Anlauf für einen Flagship Store auf der Wiener Flaniermeile. In der Kärntner Straße / Maysedergasse wurde im Februar 2019 mit großem Trommelwirbel der größte "Flagship Store" in Europa angekündigt. Noch vor dem Sommer 2019 sollte in Wien die Eröffnung gefeiert werden. Doch daraus wurde nichts. Im November 2019 wurde das Projekt von Huawei endgültig gestanzt und die Pläne ad acta gelegt. Die Strategie habe sich geändert, hieß es damals.

Hintergrund dürfte der Streit zwischen USA und China gewesen sein, was so bis heute nicht bestätigt wurde. Huawei wurde von den USA vorgeworfen, für China spioniert zu haben. Huawei ist zusammen mit ZTE auf einer "Black List" der USA. Seit dem Vorjahr darf Huawei auch nicht mehr das Betriebssystem Android des US-Konzerns Google auf seinen neuen Smartphone-Modellen installieren.


Dietrich Mateschitz bei Formel 1 Tests in Jerez, 2015

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