Chinas Einkauf in Serbien: EU-Stahlbranche ist in Aufruhr

Chinas Einkauf in Serbien: EU-Stahlbranche ist in Aufruhr

Die europäische Stahlvereinigung "Eurofer" befürchtet, China könne ein serbisches Stahlwerk nutzen, um ohne Probleme billigen Stahl nach Europa zu verkaufen. Der Kauf des maroden Werks im Balkanstaat, der der EU beitreten möchte, war im Juni besiegelt worden.

Mit den hohen chinesischen Staatssubventionen "wird auch das in Smederevo gekaufte serbische Stahlwerk querfinanziert", kritisierte "Eurofer"-Generaldirektor Axel Eggert. "China könnte über Smederevo eigene Stähle nach Europa bringen", beschrieb er die Sorgen der europäischen Hersteller weiter.

Während in Europa viele Stahlwerke auf dem letzten technischen Stand Schwierigkeiten hätten, "steht Smederevo ganz weit hinten", kritisierte der Lobbyist: "Wie kann solch ein Werk ökonomisch profitabel betrieben werden?". Daneben gebe es "Zweifel, ob die serbischen Staatsbeihilfen für Smederevo EU-konform waren".

Chinesischer Konzern streitet mit Regierung

Schon zwei Wochen nach dem überraschenden Kauf des serbischen Stahlwerks in Smederevo durch das chinesische Staatsunternehmen HBIS gibt es Krach mit der Regierung in Belgrad. "Die Chinesen sind sauer: Sie wollen nicht unsere Strafen zahlen", titelte die größte serbische Zeitung "Blic". Hintergrund ist das Antidumping-Verfahren, das die EU-Kommission in der vergangenen Woche auch gegen Serbien eröffnet hatte.

"China nutzt Smederevo, um eigenen Stahl ohne Probleme nach Europa zu bringen", kritisierte der Generaldirektor des europäischen Stahlverbandes "Eurofer", Axel Eggert, das umstrittene Investment in Smederevo. Selbst wenn nur in Smederevo hergestellte Stähle nach Europa verkauft würden, handle es sich "um eine Querfinanzierung der dortigen Produktion durch chinesische Staatssubventionen", sagte Eggert der Deutschen Presse-Agentur.

Der Stahlstreit steht auch im Mittelpunkt des EU-China-Gipfels, der am Dienstag in Peking begonnen hatte. Nach Darstellung von "Eurofer" versuchen chinesische Staatsunternehmen, 400 Millionen Tonnen Überkapazitäten unter Einstandskosten in Europa loszuschlagen und damit die heimische Branche zu gefährden.

Den gesamten europäischen Stahlmarkt beziffert der Verband auf 155 Millionen Tonnen. Während die staatlich subventionierten chinesischen Firmen vor 15 Jahren nur 15 Prozent der Weltproduktion bestritten hätten, seien es heute schon 50 Prozent.

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