China übertrifft alle Erwartungen - Was sagen Experten

China überrascht sämtliche Wirtschaftsexperten mit seinen starken Zuwächsen beim Import und Export. So sehen Analysten und ein heimischer Rohstoff-Weltmarktführer die aktuelle Entwicklung.

China übertrifft alle Erwartungen - Was sagen Experten

China ist immer für eine Überraschung gut. Ökonomen hatten für März mit einem Exportzuwachs von 3,2 Prozent gerechnet. Geworden sind es 16,4 Prozent. In der Landeswährung Yuan gerechnet erhöhten sich die Exporte sogar noch deutlicher um 22,3 Prozent. Die Ausfuhren sind damit im März vor allem wegen des brummenden US-Geschäfts so kräftig wie seit über zwei Jahren nicht mehr.

Die Einfuhren, ein Indikator für die Binnennachfrage Chinas, erhöhten sich ebenfalls deutlich. Die Importe von China nahmen sogar um 20,3 Prozent zu. Dennoch steht unter dem Strich ein Exportüberschuss in Höhe von umgerechnet fast 24 Milliarden Dollar. Im Februar war noch ein Defizit ausgewiesen worden.

Trump´ s Sinneswandel

US-Präsident Donald Trump hatte die Volksrepublik vor seinem Amtsantritt der Währungsmanipulation bezichtigt, mit deren Hilfe sich China Vorteile auf den Weltmärkten erschleiche. Davon rückte er nun wieder ab. "Sie sind keine Währungsmanipulatoren", sagte Trump dem "Wall Street Journal". Die Regierung in Peking verzichte seit einigen Monaten darauf, sich über die Bewertung der Landeswährung Yuan einen Vorteil zu verschaffen. Dies werde sich auch im halbjährlichen Bericht des US-Finanzministeriums niederschlagen. Der Zeitung zufolge begründete Trump seinen Sinneswandel damit, dass der Manipulationsvorwurf die Verhandlungen mit China über eine Lösung im Atomstreit mit Nordkorea gefährden könnte.

Fast sieben Prozent Wachstum

Die guten Außenhandelsdaten stützen die Prognose von Ökonomen, dass die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt im ersten Quartal ihr Tempo gehalten und erneut um 6,8 Prozent gewachsen ist. China profitierte angesichts der Konjunkturabkühlung nach jahrelangem Boom zuletzt von staatlichen Investitionen in die Infrastruktur. Auch der Bauboom kurbelt die Wirtschaft an. Das Statistikamt veröffentlicht die Daten am kommenden Montag. Die Regierung rechnet für dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 6,5 Prozent, nachdem es 2016 mit 6,7 Prozent das kleinste Plus seit 26 Jahren gab.

Große Unterschiede bei den Branchen

Betrachtet man die Wachstumsraten der einzelnen Wirtschaftsbereiche genauer, so werden große Unterschiede deutlich. Während Kohle-, Stahl- und Zementindustrie kaum bzw. negativ zum Wachstum beitragen, liefern Online-Handel und Tourismus Anstiege zwischen 35 und 50 Prozent. "Dies zeigt deutlich, wie differenziert die chinesische Wirtschaft zu betrachten ist und dass nicht vergessen werden darf, dass der Dienstleistungsbereich für deutlich über 50 Prozent der Wirtschaftsleistung verantwortlich ist", so Friedrich Strasser, Vorstand der Wiener Bank Gutmann.

Kurz vor Ende seiner Amtsperiode kritisierte der chinesische Notenbankchef Zhou Xiaochuan die zu leichtfertige Kreditvergabe der Banken, die er für die Überkapazitäten in einigen Branchen verantwortlich macht. Sie ist auch ein Grund für den rasanten Anstieg der Unternehmensverschuldungen, der auch auf staatliche Betriebe zutrifft. Zhou stößt damit ins gleiche Horn wie Premierminister Li Keqiang, der dem Abbau der Unternehmensschulden für 2017 höchste Priorität eingeräumt hat.

Weltmarktführer RHI sieht keine Anzeichen für erhöhte Stahl-Nachfrage

Das deckt sich mit den Beobachtungen von Barbara Potisk-Eibensteiner, Finanzchef des österreichischen Feuerfest-Weltmarktführers RHI. Sie sieht die aktuelle Entwicklung bei der Rohstoffnachfrage in China ebenfalls nicht so rosig. "Wir spüren in unseren zwei Werken in China kein Anziehen der Nachfrage." Ein Werk befindet sich in Zibo City, dort ist eine Produktionsanlage für schmelzgegossene Feuerfestprodukte für die Glasindustrie. In Dalian werden Produkte für die Stahlindustrie erzeugt.

Stromnachfrage, ein guter Wirtschaftsindikator, erhöht

Gergely Majoros, Mitglied des Investment-Komitees der französischen Fondsgesellschaft Carmignac, der vor kurzem in China war, will jedoch sehr woh einen Aufschwung bemerkt haben. "Auf die offiziellen BIP-Zahlen kann man zwar nicht vertrauen, aber die Menschen dort sind wieder optimistischer, geben mehr Geld aus und ein wichtiger Indikator für eine anziehende Konjunktur, die Nachfrage nach Strom, sie zieht an."

Großer Unsicherheitsfaktor: Die China-USA-Beziehung

Einer wichtiger Punkt, wie sich die Wirtschaft Chinas weiterentwickelt, ist wie sich das Verhältnis zwischen China und den USA gestaltet. Dieses steht derzeit auf tönernen Füssen und ist noch völlig in der Schwebe. Felix Herrmann, Kapitalmarktstratege bei der US-Fondsgesellschaft BlackRock:"Trumps Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi lieferte keine Erkenntnisse darüber, wie sich der Handel zwischen den beiden Großmächten zukünftig verändern könnte. Der bange Blick Richtung Washington in vielen Schwellenländern dürfte sich somit nicht allzu bald verflüchtigen."

Andreas Lampl, Chefredakteur trend

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