Chefwechsel bei Nokia: Fortum-Chef Lundmark übernimmt von Suri

Der finnische Netzwerk-Ausrüster tauscht mitten im Kampf um entscheidende Aufträge zum 5G-Ausbau den Chef aus. Ab 1. September übernimmt Pekka Lundmark von Energieversorger Fortum die Leitung.

Chefwechsel bei Nokia: Fortum-Chef Lundmark übernimmt von Suri

Espoo. Der Netzwerk-Ausrüster Nokia wechselt mitten im Kampf um entscheidende Aufträge zum 5G-Ausbau den Chef aus. Mit 1. September soll Pekka Lundmark den Spitzenjob von Rajeev Suri übernehmen, wie das finnische Unternehmen am Montag mitteilte. Lundmark ist aktuell Chef des finnischen Energieversorgers Fortum, aber ein Nokia-Rückkehrer: Er war einst unter anderem für die Strategie in der Netzwerksparte verantwortlich.

Nokia nicht nur komplett das Geschäft des langjährigen Partners Siemens, sondern kaufte auch den Konkurrenten Alcatel-Lucent. Suri übernahm vor gut zehn Jahren die Führung der Netzwerksparte und 2014 auch des gesamten Konzerns. Im Jahr 2013 hatte Nokia als damaliger Weltmarktführer für Mobiltelefone seine Handysparte an Microsoft für 5,4 Milliarden Euro verkauft. Im Jahr 2015 folgte der Verkauf des Kartendienst Here an ein Konsortium der deutschen Autokonzerne Daimler, Audi und BMW. Der Verkauf brachte einen Erlös von 2,8 Milliarden Euro. Nokia hatte das auf Geokartendienste spezialisierte US-Softwarehaus Navteq im Jahr 2007 für 8,1 Mrd. US-Dollar übernommen. Nach den beiden Verkäufen hatte sich Nokia komplett auf das Ausrüsten von Telekommunikationsnetzen konzentriert.

Das Netzausrüster-Geschäft ist umkämpft. Die Schwergewichte Ericsson und Nokia spüren den Preisdruck von chinesischen Konkurrenten wie Huawei und ZTE. Nokia schloss das vergangene Jahr mit einem mageren Gewinn von 7 Millionen Euro ab - nach einem Verlust von 340 Millionen Euro 2018.

Ein Faktor für die Zukunft von Nokia könnte werden, welche Rolle Huawei beim Ausbau der 5G-Netze in Europa spielt. Der 5G-Datenfunk mit hohen Geschwindigkeiten und kurzen Reaktionszeiten gilt als Standard der Zukunft unter anderem für die Industrie. Vor allem die USA warnen vor einer Gefahr von Spionage und Sabotage mit Hilfe von Huawei-Technik und machen Druck auf Verbündete, den Konzern vom Netzausbau auszuschließen. Huawei weist die Vorwürfe zurück.

Zuletzt zeichnete sich in Europa der Kurs ab, "risikobehaftete Anbieter" aus dem Kern der Netze herauszuhalten, aber in der Rand-Infrastruktur zuzulassen. Da Telekom-Firmen traditionell mindestens zwei Lieferanten haben wollen, könnte das Nokia helfen, sich neben Ericsson einen festen Platz in 5G-Netzen zu sichern.

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