Schule macht Wirtschaft: Chefs von morgen

Schule macht Wirtschaft: Chefs von morgen

Bei dem Projekt Schule macht Wirtschaft gründen Schüler reale Unternehmen und werden von Experten beraten - unter anderem von WKÖ-Präsident Christoph Leitl.

Sie drücken zwar noch die Schulbank, nehmen parallel dazu aber bereits am realen Wirtschaftsleben teil: Beim Projekt "Schule macht Wirtschaft“, das trend medial begleitet, gründen Schüler reale Unternehmen - sogenannte "Junior Companies“ - und werden dabei von ihren Lehrern ebenso wie von Experten aus der Wirtschaft beraten.

So war unlängst in der Wiener HTL HAK Ungargasse Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl zu Besuch, der von der Kreativität und der Ausdauer der Jungunternehmer begeistert ist. "Im Geschäftsleben erlebt man immer Rückschläge, trotzdem darf man nicht aufgeben“, lautet sein Ratschlag an die Schüler.

Das Junior-Unternehmen My Digital Moments speichert alte Fotos in digitalen Bilderrahmen ab. Der Knackpunkt des Angebots liegt in der Dienstleistung: Das Team digitalisiert die Bilder, bearbeitet diese bei Bedarf am PC und erklärt den Kunden - meist Senioren - schließlich, wie man den digitalen Bilderrahmen verwendet. Das Junior-Unternehmen Relive wiederum leistet echte Handarbeit: Hier werden alte Möbel restauriert und neue selbst gebaut, die Gründer werden dabei von einer Schlosserei unterstützt. Insgesamt 680 Arbeitsstunden hat Relive laut Eigenangabe bereits geleistet, 271 Euro Gewinn wurden erwirtschaftet.

Ein Projekt mit sozialem Nutzen ist schließlich Read Together: ein Buch für Flüchtlingskinder im Volksschulalter, das in Deutsch, Arabisch und Englisch erscheint. So sollen die Kinder spielerisch die deutsche Sprache und die österreichische Kultur kennenlernen: "Vom zusammen Lesen zum zusammen Leben“ lautet der Slogan des Teams. Das Buch fand bereits Beachtung in zahlreichen Medien, unter anderem gab es zwei Beiträge im ORF. Als Partner für Druck und Vertrieb konnten die jungen Autoren den Manz Verlag gewinnen.

"Jeder redet von Integration, ihr lebt sie hier“, ist Leitl von dem außergewöhnlichen Projekt begeistert. Sein Angebot: Die Wirtschaftskammer wird die Bücher von Read Together kaufen und jeder Volksschule in Wien ein Buch widmen. "Damit unterstützen wir den Integrationsgedanken“, sagte Leitl. Im Anschluss berichtete er den Schülern von seinem persönlichen Werdegang und beantwortete die Fragen der interessierten Gründer, etwa zur aktuellen Tagespolitik, dem Freihandelsabkommen TTIP und dem Leben als Unternehmer.

Handarbeit aua der HBLA

In der HBLA Lentia in Linz war indes WKO-Vizepräsidentin Ulrike Rabmer-Koller zu Gast. Hier steht die Junior Company Soapera im Mittelpunkt, die eigene Badekugeln herstellt. Dabei achtet das Team vor allem auf eine natürliche Herstellung und genau zurückverfolgbare Inhaltsstoffe. Vor allem als Geschenkidee sind die Produkte von Soapera gut geeignet, heißt es vonseiten der Gründerinnen, die schöne Verpackung ermöglicht es den Kunden außerdem, die Produkte sicher nach Hause zu transportieren.

Auch Rabmer-Koller gab den Gründerinnen anschließend nützliche Tipps und beantwortete ihre Fragen. "In Österreich finden wir ein tolles kreatives Potenzial“, sagte sie. Immerhin haben namhafte Designer entweder in Österreich ihren Standort oder sind von Österreich hinaus in die Welt gegangen. "Ganz spannend ist auch die junge Designszene mit ihren vielen kleinen Boutiquen, Pop-up-Stores und dem Onlineverkauf“, fügte die Vizepräsidentin hinzu.

Thema des Besuchs war außerdem die Frage, wie 3D-Druck und Digitalisierung das Produktmanagement in der Branche verändern werden. Hier verwies die Expertin darauf, dass man bereits in fast jeder großen Stadt sogenannte Fablabs und Makerspaces findet - das sind Gemeinschaftsbüros, in denen Start-ups gegen ein Entgelt einen 3D-Drucker mieten können. "Ein 3D-Drucker wird die Nähmaschine nicht ersetzen“, sagte Rabmer-Koller abschließend, "aber durch zusätzliche, durchaus ungewohnte Lösungen ergänzen.“

Lesen Sie mehr über die Junior Companies auf www.schulemachtwirtschaft.at

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