voestalpine-Chef Eder wird Aufsichtsrat bei Infineon

voestalpine-Chef Eder wird Aufsichtsrat bei Infineon

voestalpine-Chef Wolfgang Eder soll Chefaufseher beim deutschen Chipkonzern Infineon werden.

Zwei Österreicher drücken einander bei DAX-Konzern die Klinke in die Hand. Ex-Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber geht, Voestalpine-Chef Wolfgang Eder übernimmt seinen Sitz im Kontrollgremium von Infineon. Für Eder ist es das zweite externes Mandat. Der zeitliche Aufwand als Aufsichtsrat sei "überschaubar".

Wien/Neubiberg/Linz. Mayerhuber geht, Eder kommt - ein Österreicher drückt dem anderen bei Infineon die Klinke in die Hand. Voestalpine-Chef Wolfgang Eder wird Aufsichtsrat beim im Deutschen Aktienindex (DAX) notierten Halbleiterhersteller Infineon. Er soll mittelfristig auch der Chef des obersten Kontrollgremiums bei Infineon werden. Wolfgang Mayerhuber (70), von 2003 bis 2010 Vorstandsvorsitzender der Deutsche Lufthansa AG, ab 2013 bis 2017 Aufsichtsratschef der Airline, legt bei Infineon sein Mandat als Aufsichtsratsvorsitzender nieder.

Am 22. Februar soll voestalpine-Chef Eder von der Hauptversammlung von Infineon als Aufsichtsratsmitglied bestellt.

"Der zeitliche Aufwand als Infineon-Aufsichtsrat ist überschaubar und damit vollkommen unabhängig von der Funktion des Vorstandsvorsitzenden der voestalpine AG zu sehen", betont Eder aus diesem Anlass.

"Infineon genießt international einen großartigen Ruf, ist hervorragend geführt, hat hochkompetente Mitarbeiter und eine Spitzenposition am Markt", streut Eder dem Unternehmen, das er gemeinsam mit anderen kontrollieren soll, Rosen.

Bisher hat Eder (65) nur eine Aufsichtsratsfunktion außerhalb seines eigenen Konzerns inne, nämlich bei der Oberbank. Auch seine internationalen Verbandspräsidentschaften laufen aus. Eder war von 2009 bis 2014 Vorsitzender des europäischen Stahlverbandes Eurofer und von 2016 bis 2017 zwei Jahre lang Präsident des Weltstahlverbands worldsteel.

Zwei Companys mit Ähnlichkeiten

Daher habe er noch zeitlichen Spielraum, heißt es bei der voestalpine. Hilfreich sei auch, dass die beiden Unternehmen einige Ähnlichkeiten aufwiesen: Von der Internationalisierungsstrategie über die Weltmarktführerschaft in einzelnen Bereichen bis hin zur Technologiegetriebenheit.

Während eine einfache Aufsichtsratsmitgliedschaft laut Experten tatsächlich mit einem "überschaubaren" Aufwand verbunden ist, sieht dies im Falle des Vorsitzes im Gremium anders aus. Das Kontrollgremium eines DAX-Konzerns zu führen gilt als arbeitsaufwendig. Eders Vertrag als Vorstandsvorsitzender bei der voestalpine läuft noch bis zum 31. März 2019. Bis Sommer 2018 wird über eine Verlängerung seines Vorstandsvertrags entschieden.

Als Aufsichtsratschef folgt auf Mayrhuber zwar vorerst der Rechtsanwalt Eckart Sünner, seit 2007 im Infineon-Aufsichtsrat. Aber der Aufsichtsrat des Unternehmens, der Eder als neues Mitglied vorgeschlagen hat, "sieht ihn als hervorragend geeignet an, den Aufsichtsratsvorsitz mittelfristig zu übernehmen", wie es in einer Aussendung heißt. Die weitere Entwicklung im Infineon-Aufsichtsrat ist damit vorgezeichnet, auch wenn offiziell noch offen ist, was "mittelfristig" heißt.

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