CFO-Barometer: Stimmungstief unter Finanzchefs

CFO-Barometer: Stimmungstief unter Finanzchefs

Klimawandel, Brexit und Fachkräftemangel hinterlassen ihre Spuren: Das instabile Umfeld wirkt sich negativ auf die Stimmung europäischer Finanzchefs aus. Auch in Österreich sind CFOs einer Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte zufolge tendenziell pessimistisch.

Das neue Deloitte-CFO-Stimmungsbarometer zeigt eindeutig nach unten. Im Durchschnitt ist mehr als ein Drittel der Finanzvorstände in Hinblick auf die finanzielle Entwicklung ihres Unternehmens weniger optimistisch. Auch in Österreich ist der Optimismus gegenüber geschwunden. „Die heimischen Finanzchefs sind deutlich pessimistischer als noch zu Jahresbeginn. Acht von zehn Befragten wollen jetzt keine neuen Risiken eingehen. Diese Zurückhaltung nehmen wir auch im täglichen Kontakt mit den Unternehmen wahr“, bestätigt Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich.

Vor allem die Arbeitsmarktsituation bereitet den österreichischen CFOs Kopfzerbrechen: 68 % sehen im Mangel an qualifizierten Arbeitskräften ein sehr großes Risiko für die Geschäftsentwicklung. Für weitere 64 % sind die Konjunkturaussichten ein großer Risikofaktor. „Gepaart mit politischen Instabilitäten wie Regierungswechseln, Handelskriegen oder Brexit wirken sich externe Risikofaktoren wie Fachkräftemangel und laue Konjunkturprognosen zunehmen bremsend auf die reale Wirtschaftsentwicklung aus“, warnt Gerhard Marterbauer.

Herausforderung Klimawandel

Neben dem wirtschaftlichen Abschwung beschäftigt die CFOs vor allem der Klimawandel. Der ist in den Chefetagen der Unternehmen angekommen. Man ist gefordert, Verantwortung zu übernehmen, denn die Zivilgesellschaft, Kunden, Aktionäre und Stakeholder üben Druck auf die Unternehmen aus, Maßnahmen zum Klimaschutz zu setzen.

Das sagen Österreichs CFOs

  • 62 % spüren hohe Unsicherheit im ökonomischen und finanziellen Umfeld
  • 79 % wollen jetzt kein Risiko eingehen
  • 68 % sehen den Fachkräftemangel als großes Problem
  • 85 % wollen Maßnahmen gegen den Klimawandel setzen

„Im Kampf gegen den Klimawandel liegt der Fokus der Unternehmen in erster Linie auf der Effizienzsteigerung bei der Energieverwendung und auf dem verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien. Hier lassen sich schnell spürbare Veränderungen erzielen. Nur 15 % der Befragten haben noch immer gar keine Schritte geplant“, ergänzt Marterbauer.

Strategisch auf Nummer sicher

Entsprechend der verhaltenen Grundstimmung wollen die meisten Finanzchefs derzeit auch keine strategischen Risiken eingehen. Daher stehen in erster Linie das Wachstum im Kerngeschäft, organisches Wachstum sowie Kostensenkungen hoch im Kurs. An Expansionspläne oder Akquisitionen wird hingegen deutlich seltener gedacht.

Marterbauer: „Führungskräfte reagieren auf das instabile, risikobehaftete Umfeld. Viele bewahren sich aber trotz allem eine gewisse Zuversicht für die eigene Unternehmensentwicklung. So erwartet immerhin fast die Hälfte der österreichischen CFOs in den kommenden Monaten einen Umsatzanstieg für das eigene Unternehmen.“


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