Ceconomy baut MediaMarkt und Saturn radikal um

In der Corona-Pandemie haben die Elektronikketten MediaMarkt und Saturn das Online-Geschäft in Schwung gebracht. Als Folge will der Mutterkonzern Ceconomy jetzt Filialen schließen und bis zu 3.500 Vollzeitstellen streichen. Jährlich sollen 100 Millionen Euro Kosten eingespart werden.

Ceconomy baut MediaMarkt und Saturn radikal um

Ceconomy (DE0007257503), der Mutterkonzern der Elektronikketten MediaMarkt und Saturn, hat einen massiven Einschnitt in die beiden Unternehmen angekündigt. Das Ziel von CEO Bernhard Düttmann ist es, jährlich rund 100 Millionen Euro laufender Kosten einzusparen.

Als Folge der rückläufigen Kundenfrequenzen in den Filialen seit Ausbruch der Covid19-Pandemie wird europaweit die Wirtschaftlichkeit der Standorte. Defizitäre Geschäfte sollen geschlossen werden. Eine Entscheidung über Durchführung und Umfang der Maßnahmen wurde für den 12. August avisiert.

In Österreich gibt es aktuell noch 37 MediaMarkt Filialen und 15 Saturn Standorte. Allerdings nicht mehr lange, denn die Marke Saturn soll hierzulande bereits mit Oktober aufgegeben werden. Welche Saturn-Standorte unter der Marke MediaMarkt weitergeführt werden ist noch ungewiss.

3.500 Vollzeitstellen sollen wegfallen

Gleichzeitig mit der europaweiten Schließung von Filialen wird ein Mitarbeiterabbau eingeleitet. Der aktuelle Mitarbeiterstand von 55.000 soll um 3.500 Vollzeitstellen reduziert werden.

Ob und wie viele Stellen in Österreich betroffen wären ist noch offen. "Zu solchen Einzelheiten können wir derzeit keine Stellung nehmen, da die endgültige Planung erst in der kommenden Woche in den Gremien besprochen und beschlossen werden soll", erkärte Ceconomy dazu.

Zukunft im Onlinehandel

Die Ankündigung der Filialschließungen kommt nicht ganz überraschend. MediaMarkt und Saturn konnten nach dem Ende der coronabedingten Ladenschließungen zwar schnell wieder Tritt fassen. Im Mai lagen die Umsätze mit 1,55 Milliarden Euro schon wieder um drei Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Juni übertrafen die Verkaufszahlen mit 1,75 Milliarden Euro den Vorjahreswert sogar um zwölf Prozent. Doch haben sich die Gewichte zwischen den Verkaufskanälen im Konzern unter dem Einfluss der Pandemie massiv verschoben.

Entscheidenden Anteil daran hatte jedoch das Online-Geschäft, das zwischen April und Juni um rund 145 Prozent wuchs und mittlerweile mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes ausmacht, während die Kundenfrequenz und die Umsätze in den Filialen rückläufig waren.

"Die Pandemie hat definitiv als Beschleuniger für unser Online-Geschäft gewirkt" hatte Ceconomy-Chef Bernhard Düttmann deshalb bereits im Juli erklärt und Konsequenzen angekündigt: "Die Märkte werden weiterhin eine wichtige Rolle in unserer Omni-Channel-Strategie spielen, aber wir müssen und werden uns an das veränderte Kundenverhalten anpassen."

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