Casinos: Interne Untersuchung entlastet Finanzchef Sidlo

Am Montag wird die Causa Sidlo ist im Sonder-Aufsichtsrat der Casinos Austria behandelt. Die interne Prüfung soll 300.000 Euro gekostet haben. Die Turbulenzen rund um die Bestellung Sidlos zum Finanzvorstand sind noch nicht ausgestanden.

Casinos: Interne Untersuchung entlastet Finanzchef Sidlo

Spieler in der Casinos-Affäre rund um Finanzchef Peter Sidlo (Mitte unten) v.l.n.r: Robert Chvatal (Sazka), Hartwig Löger (Ex-Finanzminister), Harald Neumann (Novomati), Walter Rothensteiner (Aufsichtsrat), Thomas Schmid (ÖBAG).

Die Casinos Austria lassen die Bestellung ihres Finanzvorstands Peter Sidlo intern überprüfen. Dem trend liegen Informationen vor, nachdem der Bericht entlastend ausfallen wird und keine Basis für eine Abberufung Sidlos bieten. Am Montag soll der Bericht in einer Sonder-Aufsichtsratssitzung der Casinos vorgelegt werden. Der Aufsichtsrat muss dann entscheiden, wie es mit Sidlo weitergeht.

Sidlo, zuvor FPÖ-Bezirksrat, soll auf Drängen des Casinos-Großaktionäres Novomatic und gegen das Versprechen für erweiterte Lizenzen an Novomatic zum Vorstand bestellt worden sein. Er ist seit September beurlaubt, die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittelt.

Intensive Prüfung

Für die interne Untersuchung bestellt wurden die Kanzlei Schima Mayer Starlinger und für die forensische Prüfung die Wirtschaftsprüfungskanzlei KPMG. Anwalt Georg Schima gilt als Vertrauter von Casinos-Aufsichtsratspräsident Walter Rothensteiner.

Laut "Kurier" verweigerten wegen Schimas Nominierung die von Sazka entsandten Casinos-Aufsichtsräte die Aussage und Sazka-Chef Robert Chvatal habe zusätzlich die Kanzlei Frotz Riedl eingebunden. "Zwischen den beiden Anwaltskanzleien soll es eine heftige Auseinandersetzung über die Aufgabenverteilung und die investigative Qualität der Untersuchung gegeben haben", so die Zeitung.

trend-Informationen zufolge hat Schima "keine strafrechtlichen Vergehen und keine hinreichenden Gründe für eine Abberufung von Sidlo festgestellt. Auch was die Qualifikation betrifft". Die Expertise entlastet soimit auch Rothensteiner und den stellvertretenden Aufsichtsratschef Josef Pröll vom Untreuverdacht. Eine Trennung von Sidlo wäre demnach nur unter Zahlung einer hohen Ablöse möglich.

Weiteres Gutachten

Wie der trend weiter in Erfahrung bringen konnte ließ sich Rothensteiner schon vor seiner Zusage Sidlo zu bestellen, von der Kanzlei CMS Reich-Rohrwig Hainz ein Gutachten erstellen, das zusammengefasst zu dem Ergebnis gekommen ist, Sidlo entspreche im Grunde den Anforderungen. Der Aufsichtsrat hafte aber nur, wenn er einen "erkennbar nicht geeigneten Vorstand" bestelle.

Für Sidlo sind aber am Montag die Turbulenzen voraussichtlich nicht zu Ende, denn selbst wenn der Aufsichtsrat ihn nicht abberuft, wird es auf Antrag der Sazka am 10. Dezember eine außerordentliche Hauptversammlung bei den Casinos Austria geben, mit dem einzigen Tagespunkt einer Abbestellung Sidlos.

Sicher ist jedenfalls, dass den Casinis Austria durch die interne Prüfung hohe Kosten entstanden sind. Der Prüfbericht hat Informationen des trend zufolge rund 300.000 Euro gekostet.


Mehr zur Casinos-Affäre lesen Sie im Artikel "Auf die falsche Farbe gesetzt" in der trend.PREMIUM Ausgabe 48/2019 vom 29. November 2019

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