Casinos: Hat Novomatic genug von Österreich?

Der Glücksspiel-Konzern Novomatic sieht sich in Österreich ungeliebt, das Management ist entnervt. Nun steht auch ein Rückzug aus Österreich im Raum.

Der Novomatic-Firmensitz in Gumpoldskirchen

Der Novomatic-Firmensitz in Gumpoldskirchen

Der Glücksspiel-Konzern und Casinos-Großaktionär Novomatic ist angesichts der anhaltenden Querelen rund um die Casinos Austria zusehends entnervt. In der am Freitag, den 29. November erscheinenden Ausgabe des trend lässt nun Novomatic-Eigentümer Johann Graf durchblicken, dass ein Rückzug aus den Casinos und eine Verlegung der Novomatic-Zentrale ins Ausland nicht mehr auszuschließen ist.

In die gleiche Richtung geht eine Aussage von Novomatic-CEO Harald Neumann, der vom "Kurier" zitiert wird: "Wir haben uns das anders vorgestellt, als wir die Casinos-Anteile gekauft haben." Man überlege, das operative Geschäft in Österreich zu verkaufen.

Inwiefern es zu dem im Raum stehenden Rückzug aus Österreich bereits konkrete Pläne gibt ist offen. Novomatic-Pressesprecher Bernhard Krumpel erklärte zu dem bereits erschienenen Kurier-Bericht lediglich, Spekulationen nicht zu kommentieren.

Ermittlungen und Durchsuchungen

Aktueller Anlass des Missmuts bei Novomatic sind die Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen die Novomatic AG sowie Neumann und Graf wegen Bestechung, in deren Zuge auch Hausdurchsuchungen bei den beiden durchgeführt wurden. Sie sollen wie bereits mehrfach berichtet den FPÖ-Kandidaten Peter Sidlo als Casinos-Finanzvorstand nominiert haben, um im Gegenzug Glücksspiellizenzen zu bekommen. Alle Beschuldigten bestreiten die Vorwürfe.

Als für möglich befunden wird nun ein Ausstieg aus dem heimischen Automaten-Glücksspiel und Sportwetten-Geschäft. Was im Falle eines Rückzugs mit Novomatics Anteil an der Casinos Austria AG (17,19 %) geschehen soll, ist offen. Die Novomatic-Konzernzentrale solle auf alle Fälle in Gumpoldskirchen bleiben, so der "Kurier".

Hauptaktionär der Casinos Austria ist die tschechische Sazka-Gruppe, die über ihre Medial Beteiligungs-Gesellschaft 38,29 Prozent hält. Die Republik Österreich hält über die Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG) 33,24 Prozent, die Novomatic AG 17,19 Prozent. Weitere namhafte Anteile sind in den Händen des Bankhauses Schelhammer & Schattera (5,31 %), der DI Melchart Privatstiftung (4,91 %) und der Hotel Sacher Ges.m.b.H. (0,98 %). Die restlichen 0,08 Prozent entfallen auf sonstige Aktionäre.


Lesen Sie am Freitag, 29.11.2019, in der neuen trend-Ausgabe 48/2019 die große Story zur Casinos-Affäre:
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