Casinos Austria: Preisfrage um Novomatic-Anteile

Casinos Austria: Preisfrage um Novomatic-Anteile

Casinos Austria: Die Kugel rollt

Der Glücksspiel-Konzern Novomatic will seinen 17-Prozent-Anteil an den Casinos Austria abgeben. Den Preis dafür wollte Novomatic den Miteigentümern mit Vorkaufsrecht bisher nicht nennen.

Um den 17-Prozent-Anteil des Glücksspielkonzerns Novomatic an den Casinos Austria wird weiter gepokert. Novomatic will sich dabei noch nicht in die Karten schauen lassen. Auch bei der nun abgehaltenen Eigentümersitzung hat Novomatic den weiteren Anteilsinhabern nicht verraten, wie viel Geld man dafür will. Die diesbezüglichen Unterlagen mit Infos zu Preis und sonstigen Konditionen würden in den nächsten Wochen versandt, hieß es.

Bis Mitte April müssen die Papiere bei den Eigentümern sein. "Da werden die Fakten drinstehen", erklärte Novomatic. Die 17,2 Prozent sind dem Vernehmen nach etwas mehr als 100 Millionen Euro wert.

Neben Sazka, der ÖBAG und Novomatic halten noch folgende Aktionäre Anteile an den Casinos Austria: das zur Grawe-Gruppe gehörende Bankhaus Schelhammer & Schattera (5,31 Prozent), die Privatstiftung Dipl.Ing. Melchart (4,9 Prozent), die Hotel Sacher, Eduard Sacher GmbH (0,98 Prozent) sowie vier Mini-Privataktionäre (je 0,02 Prozent; Brigitte und Ingrid Melchart, Verena und Thomas Polzer).

Die Aktionärssitzung, zu der die Novomatic-Gruppe von Milliardär Johann Graf geladen hatte um die Miteigentümer formell darüber in Kenntnis zu setzen, dass sie ihren Casinos-Anteil an die tschechische Sazka-Gruppe weitergeben möchte, dauerte auch nur eine knappe halbe Stunde.

Komplizierte Beziehungen

Die Sazka-Gruppe um den Milliardär Karel Komarek ist bereits jetzt mit 38 Prozent die größte Casinos-Aktionärin und wollte von Anfang an die Kontrolle über die Casinos Austria. Da die Casinos-Eigentümer aber über komplizierte Verträge miteinander verflochten sind, geht der Deal nicht so einfach über die Bühne. Alle Aktionäre, auch der Staat, haben nämlich ein anteiliges Aufgriffsrecht. Ob sie davon Gebrauch machen ist weiter offen.

Die Anteilseigner hielten sich nach der Sitzung entsprechend bedeckt. Die staatliche Beteiligungsholding ÖBAG, der ein Drittel der Casinos gehören, erklärte, dass Novomatic bei dem heutigen Treffen die Veräußerungsabsichten informiert habe. Damit sei nun ein komplexer, in den Syndikatsvereinbarungen genau festgelegter Verkaufsprozess gestartet, der von jetzt an mehrere Monate in Anspruch nehmen könne. Entscheidungen seien keine gefallen. "Die ÖBAG wird nun alle Optionen in Ruhe abwägen." Die Holding suche "die Lösung mit der höchsten Wertschöpfung für den Standort und die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler sowie den bestmöglichen Schutz österreichischer Arbeitsplätze."

Ob diese Lösung ein Syndikatsvertrag mit der Sazka-Gruppe sein könnte, sagte die ÖBAG nicht. Auch zu einer in der Rede stehenden Absenkung der Beteiligung auf 25 Prozent plus eine Aktie äußerte sich die Holding nicht. Ein etwaiger Börsengang der Casinos, den Teile der ÖVP für gut hielten, war bei der Eigentümersitzung kein Thema.

Wirtschaft

Bank Austria sieht Optimismus in der Wirtschaft

Wirtschaft

Facebook-Chef Zuckerberg will in Europa mehr Steuern zahlen

OMV-Vorstandschef Rainer Seele

Wirtschaft

"Es hilft nichts, wenn einer der Umweltpapst ist, aber korrupt"

Steuertipps

Diese steuerlichen Erleichterungen für Jungunternehmer sind geplant