Casinos Austria: Erfolg im Spiel mit dem Glück

Casinos Austria Generaldirektorin Bettina Glatz-Kremsner

Casinos Austria Generaldirektorin Bettina Glatz-Kremsner

Die Casinos Austria können vor allem dank des guten Auslandsergebnisses auf ein bislang erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 zurückblicken. In der Causa Sidlo soll der Endbericht zur umstrittenen Bestellung des Finanzvorstandes Peter Sidlo Ende November vorliegen.

Das Auslandsgeschäft, ehemals eine Problembaustelle, hat den Gewinn der Glücksspiel-Gruppe im ersten Halbjahr 2019 kräftig steigen lassen. Das Konzernergebnis legte im Vergleich zur Vorjahresperiode um zwölf Prozent auf 48,8 Millionen Euro zu. Die Spielerlöse und Wetteinsätze inklusive Nebenerlösen erhöhten sich um knapp sieben Prozent auf 2,26 Milliarden Euro.

Für Casinos-Austria-Generaldirektorin Bettina Glatz-Kremsner eine "sehr positive Entwicklung". Die Auslandstochter Casinos Austria International (CAI) habe das beste Halbjahresergebnis der letzten zehn Jahre geliefert. Auch für das Gesamtjahr erwarte man eine ähnliche Entwicklung.

CAI betreibt mit lokalen Partnern in elf Ländern Casinos und Spielbanken. Die Spielerlöse stiegen im ersten Halbjahr um 22 Prozent auf 87,3 Millionen Euro, das Konzernergebnis verbesserte sich von 2,5 Millionen auf 6,2 Millionen Euro. Im Vorjahr hatten Einmalkosten für die Schließung von Casinos in Tschechien und Georgien zu Buche geschlagen. Im ersten Quartal 2020 werde ein neues Casino in Kopenhagen und im zweiten Quartal eine neue Spielstätte in Liechtenstein eröffnet, kündigte Glatz-Kremsner an.

Österreich in Glücksspiel-Laune

Auch in Österreich zieht das Spiel mit dem Glück. Die Erlöse der Casinos Austria mit 12 Spielstätten in Österreich stiegen in den ersten drei Quartalen 2019 um knapp vier Prozent auf 233,4 Millionen Euro, der Betriebserfolg kletterte von 7,8 Millionen auf 12,4 Millionen Euro. Man habe die Kosten "gut im Griff" und die Zahl der Vollzeitstellen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 88 auf 1.794 reduziert, sagte die Casinos-Austria-Chefin.

Als "große Herausforderung" für die heimischen Casinos sieht Glatz-Kremsner das seit 1. November in Österreich geltende umfassende generelle Rauchverbot in Lokalen. In Liechtenstein und in der Schweiz darf man in Casinos rauchen und tschechische Glücksspielstätten nehmen offenbar Rauchverbot-Strafen in Kauf. Glatz-Kremsner erwartet - gestützt auf internationale Erfahrungswerte - einen Umsatzrückgang von 10 bis 30 Prozent. Im Casino Bregenz habe man wegen der Nähe zur Schweiz extra Aktivitäten gesetzt, um rauchende Stammkunden zu halten, etwa Raucher-Freiflächen geschaffen und ein Bonusprogramm gestartet.

Jackpot beim Online-Gaming

Die Umsätze der Österreichischen Lotterien inklusive Onlinespieleplattform win2day und WINWIN (Video Lottery Terminals) erhöhten sich in den ersten drei Quartalen um rund sieben Prozent auf 3,03 Milliarden Euro. Stark zulegen konnte der Bereich winday mit einem Plus von knapp 13 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro, die Lotto-Erlöse sanken leicht um ein Prozent auf 989,5 Millionen Euro. Glatz-Kremsner führt den Rückgang auf bisher die geringere Zahl an Jackpots im Jahr 2019 zurück.

Die tschechische Sazka-Gruppe ist mit 38 Prozent die größte Aktionärin der Casinos Austria. Dahinter folgt die Republik Österreich, die über die Staatsholding ÖBAG mit 33 Prozent an dem Unternehmen beteiligt ist. Novomatic hält 17 Prozent. Novomatic hatte im September den Stimmbindungsvertrag mit der Sazka-Gruppe gekündigt. Glatz-Kremsner sprach sich gegen eine theoretische Komplettprivatisierung der Casinos Austria aus. Bei einem "extrem sensiblen Bereich wie dem Glücksspiel" sei eine staatliche Beteiligung "gut, richtig und wichtig".

Die Causa Sidlo

In der Causa Sidlo soll Ende November ein Endbericht der vom Aufsichtsrat in Auftrag gegebenen Untersuchung vorliegen. Peter Sidlos Bestellung zum Finanzvorstand im Mai hatte wegen des Verdachts eines parteipolitisch motivierten Postenschachers Aufsehen erregt. Sidlo ist seit Beginn der Untersuchungen Anfang September in bezahltem Urlaub.

Die Casinos-Austria seien "in keiner Weise aktiver Teil von irgendwelchen Absprachen gewesen", betonte Glatz-Kremsner. Sollte Sidlo durch die Untersuchung nicht entlastet werden, dann werde sich der Aufsichtsrat entsprechend damit auseinandersetzen. "Ich gehe davon aus, dass er sich nichts zuschulden kommen hat lassen und dass er Anfang Dezember wieder im Unternehmen sein wird", sagte Glatz-Kremsner.

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