Zwist zwischen Telekom-Investoren Pecik und Sawiris eskaliert

Zwist zwischen Telekom-Investoren Pecik und Sawiris eskaliert

Die Partnerschaft zwischen den Telekom-Aktionären Ronny Pecik und Naguib Sawiris ist zerrüttet. Nun will Sawiris sogar Anwälte einschalten.

Es war ein harmonischer, fast ausgelassener Abend. Am 16. Februar dieses Jahres präsentierte Ronny Pecik seinen Milliardärsfreund aus Ägypten, Naguib Sawiris, auf dem Wiener Opernball der breiten Öffentlichkeit (Bild). Man teilte sich eine Loge, und schon bald wollte man sich auch die Gewinne aus dem erfolgreichen Telekom-Deal teilen. Damals lag der Kurs der Telekom-Aktie deutlich über neun Euro, einem lukrativen Geschäft schien nichts im Weg zu stehen.

Von der Partnerschaft zwischen den beiden Herren ist heute nicht mehr viel übrig. Sawiris will rechtliche Schritte gegen seinen Geschäftspartner Pecik prüfen lassen, berichten Insider. Dafür sei er auch schon bei Wiener Anwaltskanzleien vorstellig geworden. Erste Wahl des Ägypters soll die Kanzlei Lansky Ganzger gewesen sein. Ob diese das Mandat auch annimmt, ist allerdings nicht bekannt. Die Kanzlei selbst will sich zu etwaigen Klientenverhältnissen nicht äußern.

Wer hat das Sagen?

Zwischen Pecik und Sawiris ist mittlerweile ein erbitterter Streit darüber entbrannt, wie die Verträge, die das Verhältnis der beiden regeln, auszulegen sind. Während der Austro-Kroate sich als Verfügungsberechtigter des Aktienpakets sieht, will sich Sawiris mit der Rolle des Finanziers im Hintergrund nicht abfinden. Denn in Bankerkreisen ist zu hören, dass der Ägypter immerhin ein Drittel des Deals, also mehr als 250 Millionen Euro, mit eigenen Barmitteln finanziert haben soll. Weitere rund 400 Millionen stammen von Banken, vorwiegend aus Deutschland und der Schweiz. Die Zinsen dafür betragen dem Vernehmen nach rund neun Millionen Euro im Quartal.

Pecik, so wird gemunkelt, habe das von Sawiris finanzierte Aktienpaket bei Schweizer Banken als Sicherheit angeboten. Dies habe den Ägypter ebenfalls erbost. Erstes Anzeichen dafür, dass Sawiris dem Telekom-Austria-Engagement nunmehr skeptisch gegenübersteht, war schon sein Ausbleiben auf der Telekom-Hauptversammlung am 23. Mai . Und nun könnte es auch noch zu einem gerichtlichen Nachspiel kommen. Pecik selbst will von all dem allerdings nichts wissen. „Ich bin in bestem Einvernehmen mit Herrn Sawiris“, lässt er ausrichten.

Er muss die Lage beruhigen, denn sonst könnte auch der erhoffte Deal mit dem mexikanischen Milliardär Carlos Slim , einem weiteren Telekom-Interessenten, scheitern. Pecik hat Slim zugesagt, „sein“ 20,1-Prozent-Paket für 9,5 Euro je Aktie zu verkaufen. Allerdings ohne Einverständnis des ägyptischen Finanzpartners, der sich nun querlegt.

Damit nicht genug, hat Pecik auch an anderer Front zu kämpfen. Bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft ist Ende Mai eine Anzeige gegen Pecik wegen Betrugs und Bilanzfälschung eingegangen. Ein Anleger, ironischerweise ein ehemaliger Investmentbanker, den Pecik einst persönlich für seinen Einstieg in den Oerlikon-Konzern angeworben hat, fühlt sich übervorteilt. Er bekam 47,5 Euro je Oerlikon-Genussschein angeboten und wurde in dem Glauben gelassen, dass dies ein von einem Wirtschaftsprüfer festgestellter Wert sei. Tatsächlich hatte sich aber in einem anderen Verfahren – FORMAT berichtete exklusiv am 6. April – vor dem OLG Wien herausgestellt, dass die Papiere 80,6 Euro wert waren. Dem Anleger ist dadurch ein Schaden von knapp 700.000 Euro entstanden. Sein Rechtsberater Siegfried Gruber von der Kanzlei Lindenhofer Luegmayer fühlt sich siegessicher: „Eine Täuschung durch Pecik ist leicht nachzuweisen. Es gibt Zeugen dafür.“

Auch andere geschädigte Oerlikon-Anleger wetzen aufgrund der OLG-Entscheidung die Messer und planen weitere Schadenersatzklagen.

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