Zukunftsmarkt zivile Drohnen

Mikrodrohnen

Mikrodrohnen sind vielfältig einsetzbar. In den Lakeside Labs der Universität Klagenfurt wird gerade daran geforscht, wie viele von ihnen kooperieren können. Die Dienstleistung, mit Mikrodrohnen etwa Baustellen zu überwachen oder Katastrophengebiete zu überblicken, wird bereits angeboten.

Sensorik

Die Wiener Firma Pidso hat sich international mit besonders leichten Antennen einen Namen gemacht, die im Automobilsektor und bei Drohnen zum Einsatz kommen. Sie verbinden die Drohne mit der Fernsteuerung am Boden. Man rechnet mit einem zweistelligen Wachstum in diesem Bereich.

Bisher war der Einsatz der kleinen Fluggeräte vor allem auf den militärischen Bereich beschränkt, wo sie entweder als Spähdrohnen oder mit Waffen hochgerüstet auch als Kampfdrohnen Einsatz fanden. Nun soll sich das ändern.

Vor wenigen Wochen hat das österreichische Bundesheer den Kauf von 18 unbemannten Fluggeräten in Auftrag gegeben. Rund vier Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Als Spähdrohnen sollen sie erste Bilder von Katastrophengebieten liefern oder den österreichischen Soldaten bei Auslandseinsätzen vorausgeschickt werden. Drei Firmen haben sich um den Auftrag beworben, eine von ihnen sitzt in Österreich, ihr Name wurde nicht genannt. Sie wird jedoch nicht die einzige sein, die in den kommenden Jahren vom Boom um die Fluggeräte, die entweder ferngesteuert oder als autonome Roboter den Himmel bevölkern, profitieren werden.

Bisher war der Einsatz der kleinen Fluggeräte vor allem auf den militärischen Bereich beschränkt, wo sie entweder als Spähdrohnen oder mit Waffen hochgerüstet auch als Kampfdrohnen Einsatz fanden. Nun soll sich das ändern: Mit 2015 werden die USA Teile ihres Luftraums für den zivilen Einsatz der Drohnen öffnen. Experten rechnen damit, dass aus den aktuell rund 320 Drohnen im zivilen Einsatz schnell 30.000 werden können. "Es laufen gerade die Verfahren, in welchen Staaten es Schwerpunkte geben soll“, sagt Rudolf Thaler, Wirtschaftsdelegierter in Los Angeles. Die Ausgaben für Drohnen sollen sich binnen zehn Jahren auf 11,4 Milliarden Dollar verdoppeln. In einigen europäischen Staaten zeigt der Weg ebenfalls in diese Richtung. Auch in Österreich soll noch in diesem Jahr eine Änderung des Luftfahrtsgesetzes den zukünftigen Einsatz von Drohnen regeln. Vor allem Datenschutzfragen und Sicherheitsbedenken spielen dabei eine Rolle. "Die Anwendungsbereiche sind enorm weit“, sagt Bruno Wiesler, der am Joanneum in Graz das Institut für Luftfahrt leitet und dort selbst eine Drohnenfamilie entwickelt, "und die Chancen dementsprechend vielfältig.“

Bereits jetzt gut im Geschäft ist das österreichische Drohnen-Vorzeigeunternehmen Schiebel. Vom Sitz in Wiener Neustadt aus liefert es seine unbemannten Helikopter mittlerweile in die ganze Welt, zuletzt gingen etwa zehn "Camcopter S-100“ nach Südkorea. Da diese sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt werden können, benötigt ihr Export die Genehmigung des Wirtschaftsministeriums. Ebenfalls in Wiener Neustadt ihren Sitz haben Diamond Aircraft, deren Sportflugzeug D-42 in anderen Staaten als Plattform für einen Umbau zur Drohne genutzt wird. In Oberösterreich hergestellte Rotax-Triebwerke der Firma BRP-Powertrain kommen auch in der amerikanischen Kampfdrohne "Predator“ (Raubtier) zum Einsatz, allerdings durch den Vertrieb durch Dritte, wie das Unternehmen betont.

Neue Geschäftsfelder

Ungleich mehr Chancen soll in Zukunft aber der zivile Einsatz von Drohnen bieten. "Österreich ist hier in vielen Nischen gut aufgestellt“, so der Luftfahrtforscher Wiesler. Eine Studie im Auftrag des Verkehrsministeriums und der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) soll bis Anfang kommenden Jahres Österreichs Wettbewerbsfähigkeit im Bereich Drohnen noch stärker beleuchten. Buchstäblich auf dem Rücken von Schiebel-Drohnen hat sich das Wiener Unternehmen Pidso als Hersteller von Leichtantennen etabliert. Aerospy aus Linz haben eine Technologie entwickelt, mit der zivile Drohnen Hindernisse selbstständig erkennen und ihnen ausweichen können. Dynamic Perspective, ein Wiener Start-up, haben die Nische für ihre Drohnen wiederum im Bereich des Films erkannt. Sie fokussieren sich auf spektakuläre Sportaufnahmen aus der Luft.

Gegenüber bisherigen Fluggeräten weisen Drohnen schließlich mehrere Vorteile auf: Sie sind billiger, kleiner und verbrauchen deshalb auch deutlich weniger Energie. Sie sind wendig und mittlerweile gut zu steuern. Sie sind entweder so klein, dass man sie mit freiem Auge gar nicht sieht, oder groß und leistungsfähig genug, um aus hunderten Kilometer Entfernung gesteuert hunderte Kilogramm Gepäck zu transportieren.

Mit Kameras ausgestattet, könnten in einigen Ländern in Zukunft Polizei und Grenzschutz darauf zurückgreifen. Sie können Nachtwächter ersetzen und ganze Industriezonen überwachen. Sie können Stromleitungen und Pipelines auf Schäden überprüfen, denn viele Drohnen bringen die Datensysteme gleich ausgereift mit. Auch in der Landwirtschaft tun sich weite Felder auf: "Drohnen können Bodenproben nehmen und entscheiden, ob sie mit Gülle düngen sollen“ sagt etwa Johannes Reiter von Aerie. Sie können Bäume fällen oder Waldbrände löschen, ohne dass dabei Menschen in Gefahr kommen. In Deutschland werden bereits jetzt durch Drohnenüberwachung Tiere vor Mähdreschern im Einsatz geschützt. "Auch die Sicherheit für Flüchtlinge in Krisenregionen kann so besser gewährleistet werden“, sagt David Wills vom Linzer Ingenieursbüro IAT 21. Hier arbeitet man an einem Fluggerät, das das Potenzial hat, über die Drohnentechnologie hinauszugehen: den D-Dalus (siehe oben).

So viel sich im Bereich der Drohnen ist Österreich auch tun mag: die Konkurrenz schläft nicht. Die großen Flugunternehmen sind weltweit auf der Suche nach neuen Technologien, Universitäten richtigen eigene Drohneninstitute ein. Die Chance liegt, da sind sich Experten einig, einmal mehr in der Nische.

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