Zeitbombe Ungarn: Die größte Gefahr für österreichs Wirtschaft

Der ungarische Premier Viktor Orbán spielt mit dem Feuer: Er verstört mit absurden Gesetzen Investoren, die EU und den IWF. Für Österreich ist die Entwicklung höchst gefährlich, denn die wirtschaftlichen Beziehungen zum Nachbarn sind eng. Ein Bankrott Ungarns hätte auch negative Folgen für Österreichs Triple-A-Rating.

Ungarn tickt anders. Das zeigt sich im Kleinen wie beim im November beschlossenen Tierschutzgesetz: Kommunen können nun Hundesteuern einheben – aber nicht von Besitzern von ungarischen Hunderassen. Lebensmittel, die als ungesund gelten, werden stärker besteuert – Salami und andere ungarische Wurstsorten zählen da aber nicht dazu. Was im Kleinen absurd wirkt, hat im Großen weitreichende Folgen: Willkürlich eingeführte Gesetze und neue Steuern machen ausländischen Investoren das Leben schwer.

Die bockige Politik von Premier Viktor Orbán hat Ungarn in Europa politisch isoliert und droht nun das Land auch wirtschaftlich an den Abgrund zu bringen. Ad-hoc-Maßnahmen, die eigentlich dazu beitragen sollen, den in Schieflage geratenen Staatshaushalt auszugleichen, haben das Vertrauen der Investoren vergiftet. Das hat die Finanzierung der Schulden noch teurer gemacht. Wie schon im Krisenjahr 2008 wackelt die Zahlungsfähigkeit des Landes. Die Lunte könnte gelöscht werden, wenn Orbán einlenkt und sich der internationalen Kritik fügt.

Doch der seit Mai 2010 amtierende Ministerpräsident agiert unorthodox und ist nicht berechenbar. Darum wird es auch für möglich gehalten, dass er sein Spiel mit dem Feuer trotz der immer schlechteren wirtschaftlichen Lage weiter betreibt. Sollte die Zeitbombe Ungarn wirklich explodieren, würde vor allem Österreich die Schockwellen spüren. Denn die Wirtschaften der beiden Nachbarn sind eng miteinander verflochten...

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